Christoph Richter: Worauf es bei Pitches besonders ankommt

Urgestein der österreichischen Startup-Szene und Mehrfachgründer Christoph Richter im Interview über aktuelle Projekte, wertvolle Tipps zum Thema Pitchen und das Startup Camp Berlin.
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Christoph Richter
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Du hast mittlerweile ja schon eine ganze Reihe an Startups gegründet. Wie wichtig waren da jeweils die Pitches?

Extrem. Und zwar nicht nur um Kunden, Partner und Investoren zu überzeugen, auch um sich selbst klar zu werden worum es überhaupt geht. Am Anfang hat man ja einen Rohdiamanten in der Hand, der erst geformt werden muss. Auch um zu verstehen, was der Kern des Erfolges wird. Was eignet sich da besser, als die gesamte Idee in 2 Minuten zu erklären?

Wie sind deine Erfahrungen: worauf kommt es bei Pitches besonders an?

Essentiell ist, das Problem zu verstehen und leicht rüberzubringen. Wenn deine Zuhörer nicht wissen, dass das Problem wichtig ist, um es zu lösen, hat man verloren bevor man zur eigentlichen Idee übergeht. Daher verbringe ich auch am Anfang eines Projektes immer eine Woche damit, mich durch alle Zahlen und Statistiken zu lesen, gefolgt von vielen Treffen in Kaffeehäusern, bis ich das Problem und aktuelle Trends genau verstanden habe. Viel zu oft wird das so genannte „world-changing“-event vergessen. Dabei geht es darum, dass man erklärt, was sich in der Welt geändert hat und warum es daher gerade jetzt möglich und nötig macht, dass dein startup exisitiert.  Das hat einen starke Wirkung im Pitch.

+++  Richter richtets – hier zum Academy Programm +++

Welche Fragen erwarten junge Unternehmer, wenn sie vor Investoren pitchen?

Die beliebteste ist wohl „warum gerade ihr?“.  Das ist auch ganz logisch, weil gerade in der Frühphase viel stärker in das Team investiert wird als in die Idee. Grund: ein schlechtes Team mit einer fantastischen Idee wird es ziemlich sicher trotzdem nicht schaffen. Abr: Ein super Team mit einer mittelmäßigen Idee wird hingegen so lange daran herumschrauben bis sie funktioniert. Die zweite Frage lautet: „Was wird mit dem Geld gemacht?“ Sie zielt drauf ab, wie viele Gedanken sich das Team um das Money Managment gemacht haben. Es ist eine essentielle Aktivität von Gründern. Die dritte Frage wäre dann oft, wie man sich vor Nachahmern schützen will. Ein komplett offenes Rennen bedeutet oft, wer hat die tiefsten Taschen. Und das will natürlich jeder Investor vermeiden.

Gibt es Tricks, die die Brieftaschen der Investoren schneller öffnen lassen? Welche sind das?

Der wichtigste, und wohl auch bekannteste, ist, über ein Intro an den Investor heranzutreten. Obwohl es jeder weiß, wird es trotzdem zu selten gemacht. Tipp: Ich würde das übrigens auch bei Competitions machen. Meistens ist die Juryliste bekannt. Warum nicht vorher schauen, dass man schon ein Intro hat?
Am schwierigsten ist das erste Commitment für die Runde zu bekommen. Daher wird der Erstinvestor oft als Leadinvestor bezeichnet. Er bekommt ein paar Shares extra und hilft den Gründern dann aber auch mit Workshops. Gutes Mentoring braucht jeder Erstgründer eh.

+++ Gründerscheidung statt Rosenkrieg: Wie trenne ich mich richtig? +++

Was sind deiner Meinung nach die größten Fehler, die Jungunternehmer in Pitches machen?

Mein Lieblingsfehler? Wenn Gründer behaupten „Es gibt ja keine Konkurrenz“. Der Gründer denkt vielleicht, ihm helfe das, wenn er diese Behauptung aufstelle. In Wahrheit heißt es aber: Der Gründer hat nicht recherchiert und kennt sich in der Industrie gar nicht aus. Es gibt keine Konkurrenz, weil die Idee gar nicht funktionieren kann oder alle, die es versucht haben, gescheitert sind. Hat er hat sich den Markt zu klein gemacht, was aber bedeutet: der Gründer hat keine ehrliche Sicht auf die Dinge. Oder kein Marktverständnis mitbringt.

Was war dein größter Fehler, den du in Pitches gemacht hast?

Als Gründer liebt man es, diese tollen kleinen Features aufzuzählen, die man erfunden hat. Anfangs konnte ich beispielsweise gar nicht aufhören aufzuzählen „und das…. und das… und das auch noch …“ Nur leider bleibt dann halt auch gar nichts bei den Zuhörern hängen, speziell dann, sie sich mehr als 10 Pitches anhören dürfen.

+++ Startup Camp Berlin: 3 Plätze für Ö-Startups beim Pitch +++

Im letzten Jahr bist du der Einladung zum Startup Camp nach Berlin gefolgt – wie hilfreich war die Teilnahme am Pitch Marathon?

Jeder österreichische Entrepreneur sollte sich ein Netzwerk in Berlin aufbauen. Mit nur österreichischen Investoren baut man halt auch nur eine österreichische Lösung, die am europäischen Markt nicht überlebt. Das Startup Camp Berlin hatte super Trainings sowie ein tolles Netzwerk an Mentoren und Investoren. Das Event ist eine super Gelegenheit zum Netzwerken und Kontakte aufbauen.

Was unterscheidet der Pitch Marathon von anderen, die in Österreich stattfinden?

Ich war überrascht, wie viele den Pitchs zugehört haben. Da saßen bei weitem mehr als nur die Jury. Außerdem finde ich den Fokus auf die Trainings sehr gut und gerade für junge Entrepreneure ein absolutes Plus.

Welche Frage ist dir aus Berlin besonders in Erinnerung geblieben?

Boah. Das ist eine echt schwere Frage. Es waren einfach zu viele Gespräche.

Was hast du konkret aus dem Startup Camp in Berlin mitgenommen?

Viel Feedback zu der Präsentation. Lieber öfter raus gehen und Feedback holen, als ewig lange in der Firma die Slides perfektionieren.

Warum sollten österreichische Gründer auch in diesem Jahr wieder nach Berlin fahren?

Vor allem um rauszukommen, um etwas mehr Weitblick auf die Ideen zu bekommen.

Abschließend, woran werkelst du derzeit, Christoph?

Im letzten Jahr habe ich einmal eine Auszeit gebraucht. Aber nachdem ich nicht stillstehen kann, hab ich mich in der Zeit meiner NGO-Tätigkeiten in Nepal gewidmet mit Chay-Ya.  Seit kurzem habe ich wieder ein neues Projekt am Start. Wir widmen uns dem Thema „Sprachen mit deiner Lieblingsfernsehsendung lernen“. Ein Großteil der Menschen lernt mittels Fernsehen neue Sprachen, bzw. perfektioniert sie. Wir sehen hier ein riesen Potential den Lernerfolg stark zu verbessern. Aktuell suchen wir gerade den Kontakt zu Broadcastern, um das Potential zu evaluieren.


Am 12. und 13. April findet das Startup Camp Berlin statt. Organisiert wird die größte Early-Stage-Startup-Konferenz Deutschlands vom Bundesverband Deutsche Startups (BVDS). Sie hat sich über die Jahre hinweg längst zu einem festen Termin im Kalender der deutschen Startup-Szene etabliert. Der Brutkasten vergibt in Kooperation mit dem Bundesverband Deutsche Startups drei Plätze für das Startup Camp Berlin im April exklusiv an österreichische Startups.

Dominik Meisinger

Krypto: Das waren diese Woche die wichtigsten News

XRP und Binance Coin weiter im Höhenflug, der Krypto-Markt knackt die 2-Mrd.-Dollar-Schwelle, Coinbase bringt Geschäftszahlen - und noch mehr.
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Für den XRP-Kurs war es eine gute Woche.
Für den XRP-Kurs war es eine gute Woche. | Foto: Adobe Stock

Diese Woche war feiertagsbedingt etwas kürzer als sonst, zumindest in Österreich – nicht aber am Krypto-Markt, der bekanntlich keine Feiertage kennt. Wir blicken zurück auf die wichtigsten Neuigkeiten, die es gab. Los geht’s mit einem Blick auf…

…die Kurstafel:

  • Bitcoin (BTC): ~ 58.600 Dollar / -2 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche
  • Ethereum (ETH): ~2.090 Dollar / +4 %
  • Binance Coin (BNB): ~440 Dollar / + 25 %
  • XRP: ~ 1,0 Dollar / + 71 %
  • Cardano (ADA) / ~1,2 Dollar / +/- 0 %
  • Polkadot (DOT) / ~41 Dollar / +6 %
  • Uniswap (UNI) / ~30 Dollar / +4 %

Alle Daten stammen von Coinmarketcap und sind am Stand von Freitagnachmittag.

XRP weiter im Höhenflug

Eine wirklich einheitliche Tendenz bei den größten Kryptowährungen gab es diese Woche nicht – aber zwei stechen mit massiven Kursanstiegen hervor. Da ist zunächst einmal XRP. Der Kurs zog seit vergangenem Freitag um mehr als 70 Prozent an. In dieser Woche schaffte er es erstmals seit 2018 wieder über die Marke von 1,00 Dollar. Damit setzte sich die Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen fort.

Zuletzt sind Trader zunehmend optimistisch geworden, dass der Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht doch noch günstig für das XRP-Unternehmen Ripple ausgehen könnte. In den vergangenen Tagen machten Gerüchte die Runde, wonach Coinbase die Wiederaufnahme des Handels mit XRP vorbereite. Dieser war im Jänner aufgrund der Vorwürfe ausgesetzt worden.

Allerdings: Einen handfesten Erfolg gab es in dem Disput mit der Behörde bisher nicht. Wohl aber kleinere Zwischenerfolge – wir haben dazu und zum jüngsten Kursanstieg hier etwas detaillierter berichtet.

BNB festigt dritten Platz, BTC und ETH mit unspekulären Handelswochen

Auch bei BNB ging es weiter aufwärts. Auf die rund 40 Prozent Wochenplus am vergangenen Freitag folgte nur einer weiterer Kursansteig von rund 25 Prozent. Die Coin der weltgrößten Kryptobörse Binance bleibt damit stark gefragt. Die Marktkapitalisierung bewegt sich mittlerweile in Richtung 70 Mrd. Dollar – damit liegt sie zwar noch weit hinter Bitcoin und Ethereum, allerdings deutlich vor der Nummer 4. Das ist aktuell tatsächlich wieder XRP mit 46 Mrd. Dollar.

Apropos. Für die beiden Großen verliefen die vergangenen sieben Tage eher unspektakulär. Der Bitcoin-Kurs schaffe es am Samstag noch einmal vorübergehend über die 60.000-Dollar-Marke. In der neuen Woche blieb er jedoch durchgehend darunter. Ether wiederum hatte am späten Freitagnachmittag einen Rekordstand erreicht. In dieser Woche näherte sich der Kurs dem Allzeithoch bis auf wenige Cent an, blieb aber schließlich darunter.

Gesamter Krypto-Markt über 2 Mrd. Dollar schwer

Trotz der Seitwärtsbewegung von Bitcoin erreichte die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptomarktes diese Woche erstmals mehr als 2 Mrd. Dollar – zumindest bei CoinGecko, denn bei CoinMarktCap kalkuliert man etwas konservativer. Ausschlaggebend für den letzten Schub, um über diese Marke zu steigen, waren starke Aufwärtsbewegungen einiger Altcoins, an vordester Front natürlich die hier bereits diskutierten XRP und BNB. Hier unser Bericht dazu.

Coinbase veröffentlicht vor Börsengang Geschäftszahlen

Am kommenden Mittwoch dürften sich die Blicke der Krypto-Community mit ziemlicher Sicherheit ausnahmsweise auf den klassischen Aktienmarkt richten: Das Börsendebüt von Coinbase steht am Programm. Die Details dazu haben wir schon öfter berichtet: Ab 14. April werden die Coinbase-Aktien an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq gehandelt. Es wird kein klassischer Börsengang mit Initial Public Offering (IPO) werden, sondern ein Direct Listing, bei dem keine neuen Aktien ausgegeben werden.

Vorab hat die US-Kryptobörse jetzt schon einmal vorläufige Quartalszahlen veröffentlicht. Ein ungewöhnlicher Schritt – aber wenn man die Zahlen sieht, weiß man auch warum: Sie sind, wie es natürlich auch zu erwarten war, sehr stark ausgefallen. Im ersten Quartal 2021 hat Coinbase 1,8 Mrd. Umsatz gemacht und 730 bis 800 Mio. Dollar Nettogewinn. Damit wurde nach drei Monaten bereits das gesamte Jahr 2020 übertroffen: Im Vorjahr hatte Coinabse 1,2 Mrd. Dollar Umsatz und 322 Mio. Dollar Gewinn gemacht – in zwölf Monaten wohlbemerkt, nicht in drei. Die Zahl der aktiven User stieg im ersten Quartal 2021 gegenübem dem viertel Quartal 2020 von 2,8 auf 6,1 Mio.

Vierter Token Sale von Eloop innerhalb von nur 19 Minuten ausverkauft

Auch in Österreich gab diese Woche Neuigkeiten: Das Wiener Carsharing-Startup Eloop hat am Dienstag seinen mittlerweile vierten Token Sale gestartet. Lang lief er nicht – denn schon nach 19 Minuten war er ausverkauft. Eloop hatte 100.000 Token der der hauseigenen Kryptowährung EOT an den Mann oder die Frau gebracht.

Auf diesem Weg finanziert das Startup aktuell seine Fahrzeugflotte. Im Gegenzug werden die Nutzer an den Umsätzen der rein elektrischen Charsharing-Flotte von Eloop beteiligt. Bis Sommer sollen so 250 Teslas auf Wiens Straßen gebracht werden. Hier unser Bericht zum dieswöchigen Token Sale.

Nachhaltigkeitsinitiative mit u.a. CoinShares und Ripple

Geht es in der Öffentlichkeit um Kritik an Kryptowährungen, fällt ein Thema nahezu immer: Der Nachhaltigkeitsaspekt. Die gesamte Kryptobranche sei doch eine einzige gewaltige Energieverschwendung, meinen die schärfsten Kritiker. Doch auch in der etablierten Finanzbranche nehmen regulatorische Vorgaben den Nachhaltigskeitsaspekt immer stärker in den Blick. Am Donnerstag wurde nun eine neue Initiative präsentiert, die sich dem Themenbereich Krypto und Nachhaltigkeit annimmt: Der Crypto Climate Accord.

Das Ziel der Initiative: Ein Kryptobranche, die bis 2025 ausschließlich erneuerbare Energien einsetzt. Es sind dabei auch schon einige große Namen an Bord – etwa CoinShares, ConsenSys und Ripple. Die Initiative will dazu einen Berechnungsstandard entwickeln, mit dem die Emissionen von Krypto-Akteuren gemessen werden.

…und die verrücktesten Kursbewegungen bei Altcoins

Wie jede Woche verabschieden wir uns mit einem Blick auf die stärksten Aufwärtsbewegungen im Altcoin-Segment. Und normalerweise zeigen wir hier kleinere Coins, deren Marktkapitalisierung unter einer Milliarde Dollar liegt. Ganz anders diese Woche: Denn mit XRP hat es tatsächlich eine der größten Kryptowährungen in unsere Liste geschafft.

  • Bitcoin Gold (BTG): + 163 %
  • KuCoin Token (KCS): + 140 %
  • XRP: + 71 %

Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information und geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von derbrutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.

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