startup300 Gruppe: Weniger Umsatz, aber trotzdem ein Gewinn

Die startup300 Gruppe hat in den ersten neun Monaten weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. Dennoch erzielte man erstmals ein positives EBITDA.
/startup300-gruppe-3-quartal-2020/

Zusammenfassung aus

Zusammenfassung ein

startup300
(c) startup300
Der Summary Modus bietet einen raschen
Überblick und regt zum Lesen mehrerer
Artikel an. Der Artikeltext wird AI-basiert
zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

  • Die börsennotierte startup300 Gruppe, die zahlreiche Marken der österreichischen Startup-Community unter ihrem Dach vereint, hat am 12. Oktober ihre Zahlen für die ersten drei Quartale des Jahres 2020 vorgelegt.
  • Demnach ist das EBT ebenso wie das EBITDA der Gruppe positiv.
  • Konkret wird nun ein EBT von 267 TEUR zum 3. Quartal 2020 nach -1,735 MEUR ausgewiesen, das bedeutet eine Verbesserung um 2,002 Millionen Euro.
  • Zugleich sind der Umsatz und die Betriebsleistung in den vergangenen neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wie die folgende Tabelle zeigt: Der Umsatz sank demnach von knapp 5,2 Millionen auf knapp 3 Millionen Euro.
  • Die Betriebsleistung und sonstigen betrieblichen Erträge für die Gruppe belaufen sich zum 3. Quartal 2020 auf 3,751 MEUR.

Die börsennotierte startup300 Gruppe, die zahlreiche Marken der österreichischen Startup-Community unter ihrem Dach vereint, hat am 12. Oktober ihre Zahlen für die ersten drei Quartale des Jahres 2020 vorgelegt. Demnach ist das EBT ebenso wie das EBITDA der Gruppe positiv.

EBT und EBITDA bei startup300

Konkret wird nun ein EBT von 267 TEUR zum 3. Quartal 2020 nach -1,735 MEUR ausgewiesen, das bedeutet eine Verbesserung um 2,002 Millionen Euro. Das EBITDA der startup300 Gruppe ist zum 3. Quartal 2020 mit 2,4 TEUR überhaupt erstmals positiv und hat sich zum Vorjahr laut dem Unternehmen „massiv verbessert“ (-1494 TEUR). 

Zugleich sind der Umsatz und die Betriebsleistung in den vergangenen neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wie die folgende Tabelle zeigt: Der Umsatz sank demnach von knapp 5,2 Millionen auf knapp 3 Millionen Euro. Die Betriebsleistung und sonstigen betrieblichen Erträge für die Gruppe belaufen sich zum 3. Quartal 2020 auf 3,751 MEUR (5,386 MEUR). 

Tabelle: Finanzzahlen von startup300

startup300 (Gruppe KJ)20202019
in TEUR01-0901-09
Umsatzerlöse 29935178
Betriebsleistung 30405293
Sonstige betriebliche Erträge 71193
EBITDA 2-1494
EBIT -99-1588
EBT 267-1735
Ergebnis nach Steuern 267-1744

Turnaround nach M&As

„Dieser Turnaround ist das Ergebnis der konsequenten Konsolidierung und Neuausrichtung der Gruppe nach den M&A-Aktivitäten und wurde trotz der anhaltenden Herausforderungen des COVID-19 Krisenjahres erzielt“, heißt es in einem Statement der startup300-Gruppe. Unter anderem hatte startup300 das Pioneers Festival gestrichen und Kurzarbeit angemeldet.

Ausblick für das Gesamtjahr 2020

Der Vorstand ist nach dem 3. Quartal 2020 weiter zuversichtlich, das GJ 2020 als startup300 Gruppe mit einer Betriebsleistung und sonstigen betrieblichen Erträgen im Korridor von 4,5 bis 4,9 MEUR und einem positiven EBT abschließen zu können, heißt es weiter: „Auf dieser stabilen, operativen Basis wird startup300 sein Start-Up Portfolio ausbauen und seine Investment-Tätigkeit weiter verstärken. So soll künftig weiter ein nachhaltig positives EBT erreicht und an die bereits realisierten drei Beteiligungs-Exits angeschlossen werden.“

Nikolaus Jilch

Der Sparefroh: Ein Kultstar in der Sinnkrise

Ein landesweit bekanntes Spar-Maskottchen gibt es natürlich nur in Österreich. Der Sparefroh muss aber seine Rolle erst wieder finden. Es gäbe viel zu tun.
/sparefroh-weltspartag/
Der Sparefroh kommt ursprünglich aus Deutschland.
Der Sparefroh kommt ursprünglich aus Deutschland. (c) sparkasse/Georg Schober
jungesgeld

Früher war nicht alles besser. Aber der Weltspartag schon. In den 1960er- und 1970er-Jahren war das ein Event. Der Sparefroh, das offizielle Maskottchen der heimischen Sparer, war damals bekannter als der amtierende Bundespräsident. Bevor jemand fragt: Ja, Österreich ist das einzige Land der Welt, wo das Maskottchens des Weltspartags bis heute große Bekanntheit und Kultstatus genießt.

Es gab Lieder über ihn und eine Zeitschrift, die von mehr als der Hälfte der heimischen Schüler gelesen wurde. Der Sparefroh mit dem roten Hut und einer Münze als Rumpf hat mehrere Wirtschaftskrisen überstanden und sogar einige Banken überlebt, die ihn einst groß gemacht haben. Wie die Zentralsparkasse, die in den 1990ern in der Bank Austria aufging. Der ursprünglich aus Deutschland eingewanderte Sparefroh – er wurde vom Sparkassenverlag Stuttgart erfunden – steht für eine Epoche, in der Finanzbildung für Kinder offenbar ernster genommen wurde als heute.

Sparen kann auch froh machen

Alleine der Name des Sparefroh, der heuer schon 64 Jahre alt wird, vermittelt die Botschaft. „Sparefroh ist das Symbol für eine bestimmte Einstellung. Sparen ist nicht immer mit Freude verbunden, sondern mit Entbehrungen. ‚Froh sparen‘ kann man jedoch, wenn man den künftigen Sparnutzen stärker im Auge hat als die gegenwärtigen Entbehrungen. Und dafür steht der Sparefroh“, erklärt der Meinungsforscher Fritz Karmasin laut Wikipedia. Früher wurde an Lehrer, die sich in Sachen Wirtschaftsbildung hervorgetan haben, sogar der „goldene Sparefroh“ verliehen. Gold und Sparen in einer Figur. Das ist die österreichische Zweifaltigkeit. Im dritten Bezirk, wo die Zentrale der Zentralsparkasse mal stand, erinnert sogar eine Sparefrohgasse an ihn. Eine Ehre, die in Wien sonst nur Toten zu Teil kommt.

Aber der Sparefroh ist nicht umzubringen. Als die Banken in den 80er- und 90er-Jahren neue Sparformen entwickelten und Aktien erstmals populär wurden, wollte man sich von dem alten Herrn langsam verabschieden. Der Raiffeisensektor stieg auf die Sumsi-Biene um. Die Sparkassen bedienten sich erneut in Stuttgart und machten „Knax“ zur neuen Leitfigur. Der sollte nicht mehr so viel aufklären, sondern eher unterhalten.

Der Sparefroh ist bekannt und beliebt wie eh und je

Aber die Marketingexperten hatten die Rechnung ohne die sturen Österreicher gemacht. Zum 50. Geburtstag des Sparefroh im Jahr 2006 gaben Erste Bank und Sparkassengruppe eine Untersuchung in Auftrag und stellten fest: Der Sparefroh ist immer noch extrem bekannt und beliebt. Vor allem bei denen, die in der Nachkriegszeit Kinder waren. Also wurde die Figur im Retrostil neu entworfen und am Rumpf hielt der Euro Einzug.

Aber die Zeiten, in denen Kinder mit gefüllten Sparschweinen Ende Oktober am Weltspartag in eine Bankfiliale pilgern, sind trotzdem lange vorbei. Heuer wird es erstmals seit Jahrzehnten gar keinen Weltspartag geben, sondern zwei Weltsparwochen. Schuld ist natürlich die Pandemie. Die hat zwar die Sparquote nach oben getrieben. Aber auch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sparefroh heute trotz seiner anhaltenden Popularität in einer Sinnkrise steckt.

Geld am Sparbuch ist heute arm dran

Seine Botschaft ist zwar zeitlos aktuell. Sparen ist wichtig, um Kapital aufzubauen. Für Anschaffungen, Investitionen, schwere Zeiten oder den Ruhestand. Aber das bekannteste Mittel zum Zweck, das Sparbuch, taugt dafür kaum noch. Schon seit Anfang der 2000er-Jahre sind die so genannten Realzinsen negativ. Heißt: Das Geld wächst am Sparbuch langsamer als die Inflation seine Kaufkraft erodiert. Oder einfacher: Wer am Sparbuch spart, verliert.

Dem Sparefroh steht sein eigener Erfolg im Weg. Schon zu seinem 60. Geburtstag 2016 versuchten die Banken einen kleinen Vorstoß, um die sturen heimischen Sparer in neue Produkte zu lenken. Heute sprechen wir vom „Fondssparen“ und „Aktiensparen“. Aber viele sind skeptisch. Wer am Sparbuch spart, verliert stetig ein bisschen. Aber wer in Produkte investiert, bei denen er das Risiko nicht versteht, kann rasch viel verlieren. Die Österreicher waren in den vergangenen Jahrzehnten leider bei jedem Blödsinn dabei, den es so gab. Von Franken- und Yenkrediten über geschlossene Schifffonds bis zu Bitcoin-Pyramidenspielen wie Optioment. Selbst die Fonds des Jahrhundertbetrügers Bernie Madoff würden in Bankfilialen an heimische Sparer verkauft. Die Skepsis ist also verständlich.

Die Zinsen feiern lange kein Comeback

Und doch wissen wir seit Corona: Die Zinsen werden weiter unten bleiben. Je länger das so bleibt, wird der Sparbuchsparer nicht froh – egal was das populäre Maskottchen sagt. Global haben die Anleger die Flucht nach vorne längst begonnen. Smartphone und Globalisierung haben für günstigere und transparentere Produkte gesorgt: ETFs, Indexfonds, Roboadvisors, Handybroker etc. Die großen Banken sind auch bemüht, günstige Fonds aufzulegen. Gold bleibt ein Evergreen. Und Bitcoin (ohne Pyramidenspiel!) setzt sich immer stärker durch.

Der Sparefroh könnte sich hier nützlich machen. Nicht als Werbefigur, sondern als Aufklärer. So wie vor 50 Jahren, als er noch jung und voller Energie war. Denn auch wenn es schon ein Sparefroh-Museum gibt, eigentlich gehört er nicht dorthin.

Über den Autor

Niko Jilch ist Wirtschaftsjournalist, Speaker und Moderator. Nach acht Jahren bei der „Presse“ ging er Ende 2019 zum Thinktank „Agenda Austria“, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Bereiche „Geldanlage und digitale Währungen“ abdeckt, sowie digitale Formate aufbaut, etwa einen neuen Podcast. Twitter: @jilnik

Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information und geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von derbrutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.

Editor’s Coice – die aktuelle Folge des brutkasten-Podcasts

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.
Möchtest du in Zukunft mehr von diesen Artikeln lesen?

Dann melde dich für unseren Newsletter an!

Leselisten zum Schmökern

Neueste Nachrichten

startup300 Gruppe: Weniger Umsatz, aber trotzdem ein Gewinn

13.10.2020

startup300
(c) startup300

Die startup300 Gruppe hat in den ersten neun Monaten weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. Dennoch erzielte man erstmals ein positives EBITDA.

Summary Modus

startup300 Gruppe: Weniger Umsatz, aber trotzdem ein Gewinn

  • Die börsennotierte startup300 Gruppe, die zahlreiche Marken der österreichischen Startup-Community unter ihrem Dach vereint, hat am 12. Oktober ihre Zahlen für die ersten drei Quartale des Jahres 2020 vorgelegt.
  • Demnach ist das EBT ebenso wie das EBITDA der Gruppe positiv.
  • Konkret wird nun ein EBT von 267 TEUR zum 3. Quartal 2020 nach -1,735 MEUR ausgewiesen, das bedeutet eine Verbesserung um 2,002 Millionen Euro.
  • Zugleich sind der Umsatz und die Betriebsleistung in den vergangenen neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wie die folgende Tabelle zeigt: Der Umsatz sank demnach von knapp 5,2 Millionen auf knapp 3 Millionen Euro.
  • Die Betriebsleistung und sonstigen betrieblichen Erträge für die Gruppe belaufen sich zum 3. Quartal 2020 auf 3,751 MEUR.

Es gibt neue Nachrichten

Auch interessant