Neovoltaic: Wie kann es nach dem Insolvenz-Antrag weitergehen?

Die Neovoltaic ist der jüngste Fall in der österreichischen Startup-Landschaft: Die Insolvenz wurde beantragt. Wie geht es nun weiter?
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Unterm Strich rund 2,5 Millionen Euro Schulden und Zahlungsunfähigkeit – mit dieser Nachricht sorgte das steirische Startup Neovoltaic heute für lange Gesichter in der österreichischen Startup-Szene. Rund 470 Gläubiger müssen nun um ihr Geld beziehungsweise einen Teil ihres Geldes bangen. Die Zahl ist auch deswegen so hoch, weil Neovoltaic erst voriges Jahr über die Plattform Conda eine Crowdinvesting-Kampagne in Form von Nachrangdarlehen abgeschlossen hatte. 348 Investoren hatten dabei über 700.000 Euro in das Unternehmen eingebracht. Wie sich nun herausstellt, wohl ein verfehltes Investment. Denn Nachrangdarlehen werden, wie der Name erahnen lässt, im Falle einer Insolvenz nachrangig gegenüber anderen Forderungen behandelt. Dem Brutkasten liegt dazu eine erste Info-Mail von Conda an die Neovoltaic-Investoren vor, in der über mögliche Folgen des Insolvenz-Antrags informiert wird.

+++ Neovoltaic meldet Insolvenz an +++

Insolvenz-Antrag bedeutet noch nicht das Ende

Eines ist dabei klar: Noch ist das Ende keineswegs besiegelt, auch nicht für die Conda-Investoren. Es gibt die Chance und seitens der Neovoltaic-Führung und der Aktionäre (das steirische Unternehmen ist eine Aktiengesellschaft) auch die Hoffnung auf eine Sanierung. Wenn diese gelingt, bleiben die Forderungen aller Gläubiger in vollem Umfang aufrecht. Ob es zum Versuch einer Sanierung kommt, ist gegenwärtig, nach dem Einbringen des Insolvenz-Antrags, aber noch nicht klar. Denn wenn eine Firma einen solchen Antrag einbringt, bedeutet das vorerst nur eines: Sie gibt offiziell bekannt, dass sie zahlungsunfähig ist. Sie teilt also mit, dass sie den offenen Forderungen nicht nachkommen kann.

Insolvenz-Verwalter übernimmt Verwaltung des Vermögens

Doch was passiert dann? Zunächst wird vom zuständigen Gericht ein Insolvenzverwalter bestellt, in diesem Fall der Grazer Anwalt Norbert Scherbaum. Er verwaltet für die gesamte Dauer des Verfahrens – in der Regel mehrere Monate – das Vermögen des insolventen Unternehmens. Der Unternehmens-Führung wird also mit Start des Verfahrens die Verfügung über die Finanzmittel gänzlich entzogen. (Es gibt eine Ausnahme, das „Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung“. Dazu muss das Unternehmen bereits mit bzw. vor dem Insolvenz-Antrag einen Sanierungsplan vorlegen, mit dem es innerhalb von zwei Jahren 30 Prozent seiner Verbindlichkeiten zurückzahlen kann. Diesem Plan muss auch die Mehrheit der Gläubiger zustimmen.)

+++ Neovoltaic-Insolvenz: Erste Stellungnahmen +++

Reichen Mittel zur Deckung der Verfahrenskosten?

Bevor nun das Verfahren richtig beginnt, wird in einem ersten Schritt geprüft, ob das Vermögen im Unternehmen ausreicht, um überhaupt einmal die Verfahrenskosten zu decken. Hier geht es unter anderem um das Honorar des Insolvenzverwalters und eine Reihe notwendiger Auslagen. Das ist die erste große Hürde. Denn wenn die Mittel selbst dafür nicht ausreichen, wird das Verfahren wegen Masseunzulänglichkeit abgewiesen. Das ist insofern der worst Case, als das Unternehmen dann unabwendbar geschlossen wird. Für die Gläubiger ist in diesem Fall wenig bis gar nichts zu holen. Die Conda-Investoren würden in diesem Fall mit ihren Nachrangdarlehen wohl sicher durch die Finger schauen.

Best Case: Die Sanierung

Wenn nun das Vermögen zur Deckung der Verfahrenskosten ausreicht, entscheidet das Gericht, wie es weitergeht. Es bestehen zwei Möglichkeiten. Entweder wird das Unternehmen verwertet, oder es wird eine Sanierung angestrebt („Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung“). Welche Option das Gericht wählt, hängt dabei natürlich von der Einschätzung ab, ob ein Sanierungsplan erfolgversprechend ist. Dazu gibt es ein klares Kriterium: Bei einer Sanierung müssen zumindest 20 Prozent der Gläubigerforderungen innerhalb von zwei Jahren zurückgezahlt werden. Es liegt dann natürlich nicht allein in der Hand des Gerichts: Auch die Gläubiger müssen dem Sanierungsplan mehrheitlich zustimmen. Bei erfolgreicher Sanierung besteht das Unternehmen weiter, langfristig erhalten alle Gläubiger ihr Geld. Im Falle von Neovoltaic wären das auch die Conda-Investoren mit ihren Nachrangdarlehen – der best Case.

Verwertung: Das Problem mit dem Nachrang

Bei Möglichkeit zwei, einer Verwertung, wird das Vermögen des Unternehmens liquidiert. Dabei wird zunächst versucht das insolvente Unternehmen möglichst ganz zu verkaufen. Gelingt das nicht, wird sämtliches Kapital (also auch Immobilien, Maschinen, etc.) bestmöglich zu verfügbarem Geld gemacht. Für Konkurrenz-Unternehmen bietet dieser Fall häufig die Chance auf besondere Schnäppchen. Mit dem Erlös der Liquidation werden dann die Gläubigerforderungen nach ihrer Rangfolge bedient. Für Conda-Investoren hat das wohl nichts Gutes zu bedeuten. Denn die Mittel aus der Liquidation müssen erstmal die Forderungen aller anderen (Groß-)Gläubiger decken, bevor sie zum Zug kommen.

+++ Die 3 wichtigsten Gründe, warum Startups insolvent werden +++

die Redaktion

Smarte Verträge: Linde Verlag kooperiert mit Startup Advoodle

Gemeinsam bieten die Partner den „Linde Smart Contract Maker powered by Advoodle“ an, der Unterstützung bei der digitalen Vertragserstellung leistet.
/linde-verlag-advoodle/
(c) Linde Verlag

Das digitale Aufsetzen und Bearbeiten von Verträgen war schon vor dem Auftreten des Coronavirus ein heißes Thema, denn auf diese Weise spart man sich viel Zeit und Geld. So hat der brutkasten zum Beispiel im Jahr 2019 über das Startup Rechtsfux berichtet, welches ein „Gründer-Rundumpaket“ rund um die digitale Vertragserstellung geschnürt hat. Ein weiteres Startup dieser Art ist Advoodle – und dieses hat nun gemeinsam mit dem Linde Verlag den „Linde Smart Contract Maker powered by Advoodle“ ins Leben gerufen.

Das Tool, das vom Legal-Tech Startup Advoodle entwickelt und exklusiv vom Linde Verlag angeboten wird, unterstützt bei der automatisierten Erstellung von Verträgen, bietet einen virtuellen Informationsaustausch mit allen Parteien und ermöglicht die sichere, elektronische Signierung der Verträge.

Corona als Motor des digitalen Vertrags

Das Coronavirus ist ein entscheidender Treiber beim Siegeszug der digitalen Vertragserstellung, wie in diesem Kontext auch Klaus Kornherr, Geschäftsführer des Linde Verlags zum neuesten Digital-Produkt des Verlages, sagt: „Die letzten Monate haben das Rennen um digitale Innovationen, die den Arbeitsalltag effizienter und sicherer machen, nochmals beschleunigt. Mit dem Linde Smart Contract Maker bringen wir ein Tool auf den Markt, das eine einfache, automatisierte Vertragsgestaltung ermöglicht und so allen Beteiligten wertvolle Zeit spart. Nutzerinnen und Nutzer können in Zukunft auf rein digitalem Wege qualitativ hochwertige und individuell an ihre Bedürfnisse angepasste Verträge erstellen.“

Digitales Tool für Rechtsexperten

Das Advoodle-Team kommt aus der Rechtspraxis und kennt die Besonderheiten der Branche, heißt es von den beiden Partnern: Das Tool wurde für Rechtsexperten entwickelt, die „eine integrierte juristische Lösung mit hervorragender User Experience suchen“. Andreas Böcskör, CEO Advoodle Legal Tech GmbH: „Wir haben einen sehr guten Einblick in den österreichischen Rechtsmarkt und bei der Entwicklung besonderes Augenmerk auf dessen Anforderungen gelegt, sozusagen ein Tool für die Praxis gebaut. Die Errichtung elektronischer Dokumente und die Anlage der elektronischen Vertragsmustersammlung wird damit auf ein neues Niveau gehoben.“

Der Linde Smart Contract Maker richtet sich an alle rechtsberatenden und beratenden Berufe sowie an Rechtsabteilungen in Unternehmen. Er kann orts-, zeit- und Device-unabhängig eingesetzt werden.

Fokus auf Effizienz und Datenschutz

„Der Linde Smart Contract Maker ermöglicht unseren Kundinnen und Kunden eine deutliche Entlastung mittels vermehrter Prozessautomatisierung, sowie den Abbau der manuellen Administration mittels KI und selbsterklärenden, benutzerfreundlicheren Oberflächen“, sagt Gordan Gajski, Leiter Digitale Medien im Linde Verlag, über das gemeinsam mit dem Startup entwickelte Produkt: „Durch den Einsatz von zeitgemäßer Technologie und modernsten Sicherheitsstandards gewährleisten wir außerdem, dass Daten verschlüsselt übermittelt und datenschutzkonform gespeichert werden.“

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