Rudolf Dömötör: WU Gründungszentrums-Leiter im Interview

Er ist ein Urgestein der Entrepreneurship-Szene: Dr. Rudolf Dömötör, der Mann mit den vielen „ö“ im Namen, bleibt einem nicht nur wegen dieser Besonderheit gerne in Erinnerung.
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Ein Entrepreneurship-Urgestein: Dr. Rudolf Dömötör leitet das WU Gründungszentrum. (c) Florian Godovits
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Rudolf Dömötör ist als Direktor des WU Gründungszentrums ein wichtiger Mann in der Wiener Gründerszene. Diesen Job hat er seit Juni 2015 inne. Im Interview mit dem Brutkasten spricht er über österreichs Startup-Landschaft und gibt Gründern Tipps, die durchstarten möchten.

+++Mehr zum Thema: WU Wien mit Gründungszentrum als Sprungbrett für Startups+++

Ist es eine Genugtuung, zu sehen, wie viel sich in den vergangenen Jahren im Bereich Entrepreneurship in Österreich getan hat?

Im Jahr 2002 habe ich am Institut für Entrepreneurship und Innovation (E&I) begonnen – damals musste man den Begriff „Entrepreneurship“ noch erklären. Heute ist das Thema hier am WU Campus direkt sichtbar verortet. Das ist eine gute Entwicklung.

Haben Sie in Ihrem Leben auf diese Entwicklung langfristig hingearbeitet?

Ich hatte nie einen Zehn-Jahres-Plan, komme aber aus einer Unternehmerfamilie. Ich wollte immer mit Menschen zu tun haben, die etwas ändern und bewegen wollen. So war es für mich immer faszinierend, an einem Lehrstuhl wie E&I zu arbeiten.

Als es dann zum Abschluss der Dissertation ging, war mir aber klar, dass eine wissenschaftliche Karriere nicht meins ist. Ich bin der WU und dem Institut aber weiterhin verbunden geblieben.

Traditionell geht es an Wirtschaftsunis ja um die Ausbildung von Managern, nicht von Unternehmern…

Ja. Es fehlt an Awareness über die Karriereoption Unternehmensgründung. Historisch betrachtet sind die Wirtschaftsunis mit den großen Unternehmen entstanden. Die WU wurde ja auch als „k.k. Exportakademie“, später „Hochschule für Welthandel“, gegründet – es drehte sich also vor allem um Import und Export.

Hier setzt das WU Gründungszentrum an?

Das E&I-Institut von Professor Franke wurde vor 15 Jahren gegründet. Damals wurde er von wohlmeinenden Kollegen noch gewarnt: Er solle den Ball flach halten – niemand würde sich wirklich für Entrepreneurship interessieren.

Das hat sich definitiv geändert.

 Eindeutig. Heute sendet die WU ein starkes Signal aus: „Ja, dieses Thema ist uns wichtig!“ Dabei geht die Vernetzung über den normalen universitären Raum hinaus. Wir wollen wie die Kaffeehäuser in der Gründerzeit sein: ein Treffpunkt und ein Kristallisationspunkt für Ideen. Die Verknüpfung von verschiedenen Disziplinen finde ich sehr spannend.

Wir wollen wie die Kaffeehäuser in der Gründerzeit sein: ein Treffpunkt und ein Kristallisationspunkt für Ideen. 

Welche konkreten Aktivitäten werden für diese Verknüpfung gesetzt?

Das passiert auf den unterschiedlichsten Ebenen. So macht das E&I-Institut Innovationsprojekte mit Gründern und Unternehmen. Weitere wichtige Outreach-Aktivitäten, die aus der WU heraus entstanden sind, sind der Social Impact Award, das Entrepreneurship Center Network (ECN) oder unser jüngstes Baby, die Entrepreneurship Avenue. Das E&I-Institut ist ein guter Nährboden für gute und mutige Leute.

Die Gründer des Pioneers Festivals und von Startup Live haben an der WU studiert…

So ist es. 2010 haben wir auch mit der „E&I Garage“ begonnen. Das ist ein Startup-Kurs zusammen mit den anderen Wiener Unis, in dem gemeinsam Ideen entwickelt werden können.

Das klingt nach einem großen Projekt – wie viele Studenten in Wien betrifft Entrepreneurship wirklich?

Wir haben 180.000 Studenten in Wien. Davon kommt nur ein bis zwei Prozent mit Entrepreneurship in Berührung.

Unser sichtbarstes Aushängeschild, um diese Zahl zu erhöhen, ist die Entrepreneurship Avenue. Das ist ein offener Entrepreneurship-Kurs für Studenten aller Studienrichtungen, um Ideen entwickeln zu können. Im Vorjahr hatten wir gut 1500 Teilnehmer.

Wichtig: Die Zielsetzung ist nicht, hinzukommen, um das nächste Google zu bauen, sondern: Komm vorbei und schau´s dir mal an. Der eine oder andere kommt dadurch erst auf den Geschmack und beginnt, über eine eigene Gründung nachzudenken.

Dömötör: Startup-Gründer sollten sich fragen, welches Problem ihr Produkt löst. (c) Florian Godovits
Dömötör: Startup-Gründer sollten sich fragen, welches Problem ihr Produkt löst. (c) Florian Godovits

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für Startup-Gründer?

Kein Startup kommt darum herum, sich irgendwann einmal zu fragen: Welches Problem will ich lösen? Je früher ich das tue, umso besser.

Im ersten Moment und Überschwang denkt man meist in Produkten und vergisst dabei: Kann ich damit überhaupt jemandem helfen?

Es lohnt sich, den Fokus auf die Stärken und die wertschöpfenden Tätigkeiten zu richten. Und nicht zu vergessen, Partner und Experten zu nutzen.

Und wie sieht es mit dem Gründungszentrum als „Startup“ aus – steht es da nicht in massiver Konkurrenz zu Privaten wie den Hubs?

Nein – wir fokussieren schon auf die ganz frühen Phasen und versuchen, Studenten zu aktivieren. Wir sehen uns dabei eher als Zulieferer für das restliche Ökosystem und arbeiten mit anderen Initiativen zusammen – sei es die ÖH, studentische Clubs, Inkubatoren, Co-Working Spaces und so weiter.

Wie beurteilen Sie generell die Situation für Startups in Österreich?

Allgemein finde ich es interessant, dass mittlerweile fast jedes neue Unternehmen als Startup bezeichnet wird. Oft fehlt mir da die Abgrenzung: Ein Startup ist durch seinen hohen Innovationsgrad und das hohe Wachstumspotenzial gekennzeichnet. Den Blumenladen ums Eck kann ich nur schwer skalieren – im Gegensatz zu Uber und AirBnB.

Wie sieht es mit Venture Capital in unseren Landen aus?

Wo Österreich gut aufgestellt ist, ist im Bereich der Frühphase. Da gibt es auch viele Business Angels. Der Knackpunkt liegt dann darin, eine Geschäftsidee ganz groß zu machen und eine internationale Marktdurchdringung zu erreichen. An der Schwelle zum Abheben fehlt dann die Finanzierung. Typische „Series A-Runden“ sind schwer in Österreich. Da ist die österreichische Finanzierungslandschaft so gut wie nicht vorhanden.

International positiv hervorstechende Länder sind hingegen die USA, Großbritannien und Israel. Deutschland ist im Kommen.

Wie könnte man in Österreich gegensteuern?

Eine steuerliche Absetzbarkeit solcher Investments, wie etwa in Großbritannien, würde etwas bringen.

Was wären sinnvolle Maßnahmen, um unternehmerisches Denken in Österreich zu fördern?

Langfristig wäre es sinnvoll, Entrepreneurship schon sehr früh im Bildungssystem zu verankern beziehungsweise den Kindern ihre Neugier zu bewahren. Kinder wollen ja gerne entdecken und haben weniger Angst vor Fehlern.

Danke für das Gespräch.

die Redaktion

Grow F Demo Day: Diese 9 Frauen-geführten Startups pitchen

Grow F, der Accelerator von Female Founders, beendet mit einem virtuellen Demo Day am Donnerstag, 25. Juni seinen dritten Durchgang. Dazu sind Investorinnen und Investoren aus ganz Europa geladen.
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Grow F, Demo Day, Female Founders, Startups, Startup, Lenad Hödl
(c) Female Founders - Dritter Demo Day von Grow F am Donnerstag dem 25. Juni.
kooperation

Seit drei Monaten arbeiten neun Startups aus fünf Ländern im Zuge bei Grow F intensiv an ihrer Investment-Readiness. Die Unternehmen aus unterschiedlichsten Bereichen (SaaS, HealthTech, Sustainable Living) suchen die erste oder zweite Investmentrunde und stehen in den Startlöchern, um sich vor internationalen Investorinnen und Investoren zu präsentieren. Der brutkasten wird am 25.06. den Demo Day von 14-16 Uhr hosten. Anmeldungen für Investoren hier.

+++ Das waren die Startups des 2. Female Founders Accelerators +++

Grow F: Mehr Diversität für die Startup-Szene

Vorbereitet haben sich die Startups mit der Hilfe eines Netzwerkes, das Grow F zusammenbringt. „Die Europäische Startup-Szene hat mittlerweile erkannt, dass sie einen aktiven Beitrag zu mehr Diversität leisten muss“, sagt Nina Wöss, Co-Founderin bei Female Founders. „Wir konnten Top-Speakerinnen wie Gloria Baeuerlein von Back HQ und Christian Deger von payworks bieten und hatten Experten von Fonds wie Atomico, Acton Capital, Connect Ventures, Speedinvest und Auxxo Investments mit dabei“.

Das sind die 9 Startups aus Grow F Batch 3

Blazar, HealthTech aus Frankreich

Die Algorithmen von Blazar können feststellen, wie Patienten auf eine Krebsimmuntherapie reagieren werden, unterstützen bei „Clinical Data Management“ und erhöhen die Erfolgsrate von „Clinical Trials“.

Dime Digital, SaaS aus UK

Die Services von Dime automatisieren Branding und Social-Media-Aktivitäten für kleine Unternehmen und entlasten die finanziellen und zeitlichen Ressourcen der Unternehmen für diese wichtige Tätigkeit.

Impactory, Impact Marketplace aus Österreich

Impactory bietet eine Spendenplattform die NGOs mit Corporates verbindet und eine interaktive und messbare CSR ermöglicht. NPOs profitieren von mehr Spenden und Sichtbarkeit.

Omini, HealthTech aus Frankreich

Omini produziert biosensing Devices, die sofortige Bluttests direkt im Zuhause der Patienten ermöglichen. Die große Vision ist, die patentierte Technologie für eine neue Generation an mobilen Tests für chronische Krankheiten zu verwenden.

Rebel Meat, Food & Beverages aus Österreich

Rebel Meat produziert nachhaltige „Blended Meat“-Produkte, die nur zur Hälfte aus Biofleisch und zur anderen Hälfte aus Pilzen bestehen. Um den Fleischkonsum ohne große Einschränkungen zu reduzieren.

Renoon, FashionTech aus Holland

Renoon bietet einen Marktplatz für nachhaltige Fashion-Optionen und nutzt die verwendete Technologie für B2B-Datenanalysen.

Simplify.art, CultTech-SaaS aus Österreich

Ein Kunst-Inventory-System für Museen, Galerien und große Sammler, das es einfach macht relevante Informationen im Markt weiterzugeben und zu verwalten.

SuitApp, Recommendation-Algorithm aus Singapur

Die Algorithmen erkennen zusammenpassende Gegenstände und automatisieren so zum Beispiel die Outfit-Empfehlung in Online Fashion Stores. Weitere Anwendungsgebiete sind zum Beispiel Inneneinrichtung.

UP’N’CHANGE, Personal Development SaaS aus Österreich

UP’N’CHANGE bietet kostengünstige Online-Tools, die persönliche Hilfe in Konfliktsituationen ermöglicht. Die B2B2C-Lösung bietet mittlerweile mehrere Tools im Bereich „Emotionale Intelligenz“ an.

Bewerbung für vierten Batch von Grow F offen

Für den vierten Durchgang von Grow F, der im Oktober 2020 startet, können sich Startups mit mindestens einer Frau im Gründungsteam noch bis 31. Juli über die Website von Female Founders bewerben.

Das Grow F-Kernteam Lena Hödl, Nina Wöss, Lisa Fassl und Michaela Rothleitner
(c) Female Founders – Das Grow F-Team rund um Lena Hödl, Nina Wöss und Lisa Fassl sucht Startups mit Frauen im Führungsteam.

Grow F: Innovation und Skalierbarkeit

„Wir suchen wieder die vielversprechendsten Startups mit Frauen im Führungsteam aus Europa und darüber hinaus“, sagt Lena Hödl, Programmleiterin von Grow F. „Uns ist das Innovationspotenzial der Idee, sowie die Skalierbarkeit wichtig. Darüber hinaus suchen wir Teams die groß denken und mit ihrer Idee einen wirkliches Problem lösen.“


⇒ Blazar

⇒ Dime Digital

⇒ Impactory

⇒ Omini

⇒ Rebel Meat

⇒ Renoon

⇒ Simplify.art

⇒ SuitApp

⇒ Up’n’change

⇒ Female Founders

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