Millionen-Exit: Tiroler Startup RateBoard wird Teil der Zucchetti Group

Das Tiroler TourismTech-Startup RateBoard geht zur Gänze an die italienische Zucchetti Group. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, dürfte aber im achtstelligen Euro-Bereich liegen.
/rateboard-millionenexit-zucchetti-group/

Zusammenfassung aus

Zusammenfassung ein

v.l.n.r.: Die beiden Gründer der RateBoard GmbH: Matthias Trenkwalder und Simon Falkensteiner Copyright: fotovm.at/Victor Malyshev
Der Summary Modus bietet einen raschen
Überblick und regt zum Lesen mehrerer
Artikel an. Der Artikeltext wird AI-basiert
zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

Das Innsbrucker Startup RateBoard ist mit seiner Hotel Revenue Management Software in den Fokus des italienischen Softwarehauses Zucchetti Group gerückt und hat kurz darauf ein attraktives Übernahmeangebot erhalten. RateBoard wurde vor nicht einmal fünf Jahren gegründet. Der Kaufpreis wird nicht kommuniziert. Aufgrund der geschätzten Bewertung bei der letzten Finanzierungsrunde im Sommer 2018, bei der für einen siebenstelligen Betrag ein zweistelliger Prozentsatz der Anteile abgegeben wurde, und der Entwicklung seitdem (siehe unten) kann aber von einem achtstelligen Betrag ausgegangen werden.

+++Hermann Hauser investiert in Tiroler Quanten-Startup ParityQC+++

Die Investoren aws Gründerfonds, Falkensteiner Ventures und Next-Floor Ventures sowie die Gründer Simon Falkensteiner und Matthias Trenkwalder übertragen ihre Anteile im Zuge des Verkaufs zur Gänze an Zucchetti. Zucchetti und RateBoard haben sich der Öffentlichkeit zum ersten Mal als Teil derselben Gruppe auf dem Hotel Revenue Forum, das am 23. Januar 2020 in Mailand stattfand, vorgestellt.

„Wir sind für die letzten fünf Jahre sehr dankbar. In dieser bewegten Zeit durften wir mit einem herausragenden Team zusammenarbeiten, Unternehmen mit Weitblick zu unseren Partnern zählen und das Vertrauen vieler Kunden genießen“, heißt es von den beiden RateBoard-Gründern, Simon Falkensteiner und Matthias Trenkwalder: „Nur dadurch war es uns möglich zu wachsen und RateBoard als führendes Revenue Management System in Mitteleuropa zu etablieren. Nun freuen wir uns, mit der Zucchetti Gruppe den idealen Partner gefunden zu haben, um gemeinsam noch weiter zu expandieren und in den kommenden Jahren tausende Hotels von unserer Lösung zu überzeugen.“

RateBoard bleibt in Österreich

Der italienische IT-Marktführer Zucchetti integriert die Software von RateBoard in deren Produktportfolio und baut den Bereich „Hospitality and Retail“ damit weiter aus. Die Gründer Simon Falkensteiner und Matthias Trenkwalder sowie die 20 Mitarbeiter des Unternehmens bleiben weiterhin an den beiden österreichischen Standorten in Innsbruck und Wien beschäftigt.

+++Halbe Million Euro Investment für Tiroler AI-Startup Swarm Analytics+++

„RateBoard hat eine sehr innovative Lösung entwickelt, die dem Management von Hotels und Hotelketten echte Vorteile bringt. Aus diesem Grund hatten wir bereits einen Handelsvertrag für den Vertrieb ihrer Dienstleistungen unterzeichnet, der den besten Tarif empfiehlt“, sagt Angelo Guaragni, Direktor von Zucchetti Horeca: „Diese Übernahme ermöglicht es uns, diese Synergie weiter zu verstärken und zu optimieren und unseren Kunden eine integrierte Lösung mit den anderen Komponenten unseres Angebots für die Welt der Gastfreundschaft anzubieten.“

„Zucchetti, ein bewährter italienischer Marktführer im Horeca-Bereich (Anm.: Hotel/Restaurant/Café), kann durch die Übernahme einer international bekannten Marke wie RateBoard auch weltweit schneller wachsen“, sagt Enrico Itri, COO von Zucchetti International: „In unserer Strategie für 2020 wollen wir den weltweiten Horeca-Markt nicht nur für ERP- und HR-Anwendungen verbessern, sondern auch für spezifische Lösungen für vertikale Märkte wie Hotellerie.“

aws Gründerfonds, Falkensteiner Ventures und Next-Floor Ventures als Investoren

Erst 2018 erhielt RateBoard ein Investment von aws Gründerfonds, Falkensteiner Ventures und Next-Floor Ventures zur Umsetzung der Wachstumspläne. Mit dem Investment wurde die Expansion im DACH-Raum und in Italien weiter vorangetrieben und die technologische Weiterentwicklung der Plattform mit zusätzlichen intelligenten Features umgesetzt. Seither sind die Nutzerzahlen auf das Sechsfache angewachsen und es wurde ein monatliches zweistelliges Umsatzwachstum erwirtschaftet. Unter anderem wurde RateBoard von TIC (Travel Industry Club) und VIR (Verband Internet Reisevertrieb) im November 2019 unter die Top drei der erfolgreichsten Travel Startups in der DACH-Region gewählt.

Kunzmann: „Wegbegleiter auf Zeit“

„RateBoard hat sich erstaunlich schnell in den Sweetspot eines internationalen Strategen hineinentwickelt. Es ist eine gute Chance für die Gründer, das Unternehmen nachhaltig auf Wachstumskurs zu führen und nun noch schneller zu skalieren. Als VC ist unsere Rolle immer ‚Wegbegleiter auf Zeit‘ und wir sind stolz auf den in so kurzer Zeit durch Simon Falkensteiner und Matthias Trenkwalder realisierten Exiterfolg“, sagt Ralf Kunzmann, Geschäftsführer aws Gründerfonds, über den Exit: „Aktives Beteiligungsmanagement spielt dabei für uns eine wichtige Rolle. Bernhard Ungerböck hat als zuständiger Investment Manager gemeinsam mit den beiden Gründern wesentliche Eckpfeiler des schnell und stark wachsenden Startups mitgestaltet und Entwicklungsimpulse ins Unternehmen getragen. Wir sind davon überzeugt, dass die beiden Gründer auch weiterhin einen so steilen Erfolgsweg vor sich haben und sind schon gespannt auf die weitere Entwicklung.“

„Das Thema Revenue Management ist ein unglaublich spannender Bereich für die Hotellerie. Ein Bereich, der nicht nur derzeit relevant für jeden Hotelier ist, sondern auch immenses Zukunftspotenzial hat. Daher war für mich von Anfang an klar, dass ich dieses Thema unterstützen möchte“, ergänzt Erich Falkensteiner, Geschäftsführer Falkensteiner Ventures: „Auch beim Verkauf, war es mir wichtig, den richtigen Partner für RateBoard zu finden. Daher freue ich mich auch, dass RateBoard mit Zucchetti einen so starken und passenden Exitpartner gefunden hat. Ich bin mir sicher, dass RateBoard gemeinsam mit Zucchetti eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht.“

⇒ Zur Page des Startups

Redaktionstipps

Dominik Perlaki

Refurbed verdreifacht 2020 Außen-Umsatz auf mehr als 100 Mio. Euro

Das Wiener Marktplatz-Startup Refurbed legte nun ein paar Zahlen für das laufende Jahr vor. Auch das Team wurde seit Beginn der Coronakrise deutlich vergrößert.
/refurbed-zahlen-2020/
Refurbed: Die Co-Founder Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl
(c) Refurbed: Die Co-Founder Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl

Eigentlich hätte man den heutigen Pressetermin natürlich lieber physisch veranstaltet, um das neue 1800 Quadratmeter-Büro am Austria Campus im zweiten Wiener Bezirk herzuzeigen, sagt Refurbed-Gründer Peter Windischhofer. Stattdessen gibt es per Zoom ein kurzes Video mit Eindrücken des neuen Hauptstandorts. Und das große repräsentative Büro allein deutet bereits an: Dem 2017 gegründeten Wiener Startup, das einen Marktplatz für „refurbishte“, also rundum-reparierte, Produkte betreibt, ist es auch im Corona-Jahr 2020 nicht schlecht ergangen.

Vor der Krise gestecktes Jahres-Ziel übertroffen

Das Geheimnis, so Windischhofer: „Die Produkte sind bei uns sowohl günstiger, als auch nachhaltiger. Üblicherweise ist nachhaltiger auch teurer, wie bei Bio-Produkten, oder mit einem Komfortverzicht verbunden, wie beim Verzicht aufs Fliegen“. Doch der Gründer betont: „Auch für Refurbed hatte 2020 viele Höhen und Tiefen. Bei unserer Finanzierungsrunde im März (Anm. ca. 16 Mio Euro) hatten wir Glück mit dem Timing und haben gerade noch am letzten Tag vor dem Lockdown beim Notar unterschrieben. Das gab uns zwar die Gewissheit, dass wir gut gut durch Krise kommen werden, aber Unsicherheiten gab es natürlich trotzdem“.

Nun, gegen Ende des Jahres, ist aber klar: Das schon vor der Krise gesteckte Ziel, 100 Millionen Euro Außen-Umsatz, wird übertroffen. Man erreiche hier etwa eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr, wo rund 40 Millionen Euro erzielt wurden, so der Gründer. Das sei auch dem Kapital aus der Investmentrunde geschuldet: Man habe stark in die Marke investiert und diese deutlich bekannter gemacht.

Schnelles Wachstum statt Profitabilität

Nach den Kernmärkten Deutschland und Österreich habe man zunächst nach Italien und Polen expandiert und sei seit kurzem in insgesamt 13 Märkten in Europa aktiv. Deutschland sei dabei der mit Abstand stärkste Markt. Bislang komme man auf insgesamt rund 300.000 Kunden – zu 90 Prozent B2C – im B2B-Bereich vorwiegend KMU. Wie viele Produkte man bislang verkauft hat, will Windischhofer nicht sagen, verrät dann aber doch: „Mit jedem Produkt, das wir verkaufen, pflanzen wir auch einen Baum. Bislang haben wir mehr als 400.000 Bäume gepflanzt“. Dies sei etwa über Projekte in Haiti und Nepal passiert, nach verheernden Waldbränden dieses Jahr aber etwa auch in Australien und Kalifornien.

Profitabel sei man bei all dem aber noch nicht. „Das ist auch nicht das Ziel. Die Firma soll so schnell wie möglich so groß wie möglich werden. Wir wissen aber, dass der Kern des Geschäftsmodells sehr profitabel ist“, so Windischhofer.

Refurbed-Team im Corona-Jahr auf mehr als 100 Personen ausgebaut

Das Wachstum in diesem Jahr drücke sich auch in noch weiteren Zahlen aus, sagt Co-Founder Kilian Kaminski: „Wir versuchen stetig, unser Händlernetzwerk weiter auszubauen und haben mittlerweile mehr als 100 zertifizierte Partner. Das Aufbereiten der Geräte passiert bei denen extrem professionell. Es herrscht eher Laboratmosphäre, nicht so wie in einem Reparatur-Shop am Hauptbahnhof“. Denn bei der Auswahl der Partner sei man sehr selektiv und nehme bei weitem nicht jeden, der will. Ganze 40 Schritte von der Überprüfung der Software über den Austausch von einzelnen Komponenten bis zum neu Aufsetzen, seien in dem Prozess zu beachten.

Du hast das Gefühl, dass du Fehl am Platz bist? Such dir hier deinen neuen Job!

Deutlich gewachsen ist im Corona-Jahr auch das Team. „Wir haben aktuell bereits mehr als 100 Mitarbeiter. Wir wollten die Chance nutzen, qualifizierte Leute zu bekommen, die vielleicht wegen Corona ihren Job verloren haben, und ihnen neue Perspektiven zu geben“, so Kaminski. Nun habe man Mitarbeiter mit 17 Nationalitäten. Mehr als die Hälfte der Belegschaft seien Frauen. „Diversität ist uns extrem wichtig. Wir sind darauf besonders stolz“, erklärt der Gründer.

Arbeit am Produkt: „Trade-In“ als nächster großer Meilenstein

Natürlich soll auch das Produkt weiterentwickelt werden. Bereits dieses Jahr führte das Startup mit „Refurbed Easy“ ein Mietmodell ein. „Damit kann man etwa für 20 Euro im Monat einen Laptop mieten. Das haben wir zu Beginn der Krise schnell umgesetzt und es wurde etwa für Homeschooling sehr gut angenommen“, erklärt Peter Windischhofer.

Das wichtigste Thema des kommenden Jahres, werde der Bereich „Trade-In“, an dem man intensiv arbeite. „Kunden können dann ihre gebrauchten Produkte über uns an Händler verkaufen. Wie bauen dazu eine eigene Plattform, die für Kunden möglichst einfach sein soll. Dadurch wird der Kreislauf bei uns geschlossen“, erklärt der Gründer. Wenn ein Produkt nicht mehr reparierbar sei und daher nicht verkauft werden könne, gebe es die Möglichkeit dieses zu spenden und recyclen zu lassen. „In jedem Handy steckt ein Restwert an Rohstoffen“, sagt Windischhofer. In dem Bereich kooperiere man etwa mit der Jane Goodall Foundation und unterstütze Projekte im Kongo. Im Laufe des kommenden Jahrs wolle man das neue Service launchen.

Schon diese Woche gibt es eine kurzfristige Aktion: Zum die gesamte Woche dauernden „Green Friday“ werden pro verkauftem Produkt zwei Bäume gepflanzt. Daneben läuft noch bis Weihnachten eine weitere Baumpflanz-Aktion – der brutkasten berichtete.

Refurbed-Gründer: „Wollen das ‚gute Amazon‘ werden“

Aktuell seien Smartphones und Laptops noch klar die Bestseller, doch auch in Sachen Produktkategorien baue man deutlich aus, erklärt Kilian Kaminski: „Wir wollen das ‚gute Amazon‘ für Refurbished-Produkte werden“. Schon im Sommer hat man E-Bikes ins Sortiment aufgenommen, nun auch E-Scooter. Als nächstes würden Haushaltsgeräte folgen. Windischhofer ergänzt: „Unser erstes großes Ziel war es, in den ersten fünf Jahren eine Million Produkte zu verkaufen. Das hat uns am Anfang niemand geglaubt und nun sind wir auf einem sehr guten Weg, es zu schaffen. Deswegen haben wir ein neues Ziel: Wir wollen, dass es künftig in jedem europäischen Haushalt zumindest ein Refurbished-Produkt gibt“.

Die brutkasten KMU-Roadshow 2020 geht auch heuer als digitale Eventreihe in die zweite Runde. Unser Leitthema: KMU – Unternehmerische Zukunft gestalten.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.
Möchtest du in Zukunft mehr von diesen Artikeln lesen?

Dann melde dich für unseren Newsletter an!

Navigation

News

Video

Events

Jobsuche

Leselisten zum Schmökern

Neueste Nachrichten

Millionen-Exit: Tiroler Startup RateBoard wird Teil der Zucchetti Group

29.01.2020

v.l.n.r.: Die beiden Gründer der RateBoard GmbH: Matthias Trenkwalder und Simon Falkensteiner Copyright: fotovm.at/Victor Malyshev

Das Tiroler TourismTech-Startup RateBoard geht zur Gänze an die italienische Zucchetti Group. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, dürfte aber im achtstelligen Euro-Bereich liegen.

Summary Modus

Millionen-Exit: Tiroler Startup RateBoard wird Teil der Zucchetti Group

DIGITALE EVENT EXPERIENCE

Next: Cyber-Sicherheit & Digitales Prozessmanagement

Tage
Stunden
Minuten
Sekunden

Es gibt neue Nachrichten

Auch interessant