1 Mio. Euro für Wiener BioTech für Therapie gegen Vagina-Infektion

Das Wiener BioTech PhagoMed will die Therapie mit Phagen - Bakterien befallende Viren - als Alternative zu Antibiotika etablieren. Nun baut das Startup ein eigenes Team für die Therapie der Bakteriellen Vaginose auf und holte sich dazu eine Million Euro FFG-Förderung.
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Symbolbild: Phagen befallen ein Bakterium / (c) Adobe Stock - Design Cells
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„Antibiotika haben ihre beste Zeit hinter sich“, ist man sich beim BioTech-Startup PhagoMed sicher. Denn die zunehmende Häufigkeit von resistenten Bakterien verringere den therapeutischen Nutzen mehr und mehr. Beim im Vienna Biocenter ansässigen Unternehmen arbeitet man daher seit 2017 daran, Forschungsergebnisse zu einer Antibiotika-Alternative – Phagen – in zugelassene Arzneien umzusetzen.

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Bei Phagen handelt es sich um Viren, die ausschließlich bestimmte Bakterien angreifen und unschädlich machen. „Sie wirken sehr präzise ohne gutartige Bakterien zu zerstören. Zusätzlich können sie Bakterien sogar in unzugänglichen Biofilmen bekämpfen, gegen die Antibiotika typischerweise, unabhängig von Resistenzen, ineffektiv sind“, erklärt PhagoMed Co-Founder und Co-Geschäftsführer Lorenzo Corsini.

PhagoMed Biopharma GmbH: Christine Landlinger-Schubert übernimmt die Leitung eines neuen Teams. Außerdem am Bild (vlnr.): Lorenzo Corsini, Burkhard Wippermann und Alexander Belcredi
(c) PhagoMed Biopharma GmbH: Christine Landlinger-Schubert übernimmt die Leitung eines neuen Teams. Außerdem am Bild (vlnr.): Lorenzo Corsini, Burkhard Wippermann und Alexander Belcredi

Neue Therapie: „Bakterielle Vaginose“ ist weltweit häufigste vaginale Infektion

Nach Phagen-Therapie-Ansätzen bei bakteriell infizierten künstlichen Gelenken und gegen Harnwegsinfektionen, widmet man sich beim BioTech nun intensiv einem weiteren Projekt. Der neue Therapie-Ansatz betrifft die „Bakterielle Vaginose“, eine Infektion der Vagina, die maßgeblich durch Gardnerella Bakterien verursacht wird. „Im Rahmen unseres R&D-Programms stießen wir vor einiger Zeit auf Endolysine aus Phagen, die hohe Wirksamkeit gegen Gardnerella-Bakterien zeigten“, erzählt Corsini.

Weltweit seien zwischen 10 und 30 Prozent aller Frauen von der Infektion betroffen. „Es ist damit die häufigste vaginale Infektion und einer der häufigsten Gründe für das Verschreiben von Antibiotika“, sagt der Mitgründer. Im Gegensatz zur Antibiotika-Therapie würde die Phagen-Therapie das (gesunde) vaginale Mikrobiom nicht in Mitleidenschaft ziehen, sondern im Gegenteil restabilisieren.

1 Million Euro FFG-Förderung für neues PhagoMed-Team

Zur Weiterentwicklung des neuen Therapie-Ansatzes baut PhagoMed nun ein eigenes Team am Vienna Biocenter auf, dessen Leitung die Forscherin Christine Landlinger-Schubert übernimmt. Dazu holte man sich auch eine Million Euro Förderung von der FFG im Rahmen eines Early Stage-Programms. Schon vergangenes Jahr erhielt ein Projekt des BioTechs eine FFG-Förderzusage über mehr als zwei Millionen Euro. aws und private Investoren schossen in zwei Tranchen seitdem noch weitere Millionen-Beträge zu.

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die Redaktion

Segway ist tot – Qualität „zu gut“ für den Markt

Die 2001 gestartete Produktion des Segway wird eingestellt. Das Fortbewegungsmittel ist zwar nach wie vor präsent, doch aus der angesagten Mobility-Revolution wurde nichts.
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Segway ist tot!
(c) Adobe Stock - Yan: Segway ist tot!

Es sollte sich „so zum Auto verhalten, wie das Auto zur Pferdekutsche“, meinte sein Erfinder Dean Kamen beim Release 2001. Und er war nicht der einzige, der an seiner Erfindung glaubte: Auch Steve Jobs meinte damals etwa, es werde „größer als der PC“. Heute wissen wir: Das Segway hat zwar durchaus Anhänger gefunden, etwa bei Touristen-Städte-Tour-Anbietern. Den großen Durchbruch erlebte es aber niemals. Wie das US-Magazin Fast Company berichtet, wird die Produktion nun eingestellt, 21 Personen in der US-Fertigungsstätte verlieren ihren Job. Schon 2009 hatte der Erfinder das Unternehmen verkauft, seit 2015 gehörte es dem chinesischen Robotik-Unternehmen Ninebot.

+++ Mehr zum Thema Mobility +++

Segway: In 19 Jahren 140.000 Stück verkauft

Wegen den „Segway-Tours“ im Stadtbild vieler Großstädte und wegen Filmen wie „Der Kaufhaus-Cop“ auch in der öffentlichen Wahrnehmung durchaus präsent, überrascht wohl, wie niedrig die in den knapp 19 Jahren abgesetzte Menge des Produkts ist: Gerade einmal rund 140.000 Stück wurden in der Zeit weltweit verkauft. Dabei hatte man ursprünglich allein in den ersten 13 Monaten 100.000 Stück verkaufen wollen. Und das beim recht stolzen Verkaufspreis von 5000 US-Dollar pro Stück.

Visionäres Produkt

Dabei war das Segway tatsächlich ein visionäres Produkt. Erfinder Kamen hatte mit seinem Team zuerst einen selbstbalancierenden Rollstuhl entwickelt, der etwa auch Stiegen steigen konnte und seine Fahrer auf Augenhöhe anderer Menschen bringen konnte. Das Grundprinzip davon setzte er dann mit dem elektrischen Fahrzeug um, das den innerstädtischen Verkehr revolutionieren sollte. Das Segway ist durch seine vertikale Ausrichtung platzsparend, kommt aufgrund der recht großen Räder leicht über kleine Hindernisse und bietet seinen Fahrern durch das aufrecht darin Stehen Möglichkeiten, die andere, vergleichbare Fortbewegungsmittel nicht bieten.

Qualität ist zu gut

Dafür warum es nie gelang, größere Absatzzahlen zu erzielen, hat Unternehmenschefin Judy Cai gegenüber Fast Company eine ungewöhnliche Erklärung: „Ein Grund dafür, ich sage es nur ungern, ist die Qualität, die Haltbarkeit. Ich spreche mit Kunden, die auf einem alten Gerät fahren. Es sieht nicht gut aus, denn es ist seit zwölf Jahren auf der Straße. Er hat 100.000 Meilen auf dem Buckel. Aber die Maschine selbst läuft sehr gut. Wenn wir also versuchen, neue Geräte an diese Kunden zu verkaufen, tut uns das leider sehr weh“. Tatsächlich sind in den Segways mehrere Systeme mehrfach verbaut, um Ausfälle zu verhindern, was sie ausgesprochen langlebig macht.

Einen weiteren Grund sieht Cay darin, dass das Segway nie zur Normalität geworden ist, immer ungewöhnlich geblieben ist. Anders als etwa ein E-Scooter, bei dem sie noch einen weiteren Wettbewerbsvorteil einräumt: „Das, was man für einen Roller im Vergleich zu einem Segway PT bezahlen muss, um das selbe zu erreichen, macht den großen Unterschied aus, warum sich die Scooter so schnell durchgesetzt haben“.

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