Wer einen Hund zu seinen besten Freunden zählt, der sollte auch an dessen Gesundheit denken. Oft reagieren die Besitzer aber nicht rechtzeitig, laut einer Umfrage der British Veterinary Association werden 80 Prozent aller Hunde zu spät zum Tierarzt gebracht. Der Grund dafür ist nicht etwa Nachlässigkeit, sondern die Tatsache, dass Hunde und auch Katzen sehr lange keine Anzeichen einer Krankheit zeigen. Werden erste Symptome sichtbar, kann es bereits zu spät sein. Das Petcare-Startup “PEZZ life” hat einen digitalen Urintest für Hunde entwickelt, mit dem dieses Problem gelöst werden soll.

+++Im Interview: Fressnapf-Gründer Torsten Toeller+++

Denn durch Früherkennung und rechtzeitiges Handeln können nicht nur die Chancen auf Heilung gesteigert, sondern auch die Behandlungskosten massiv gesenkt werden, betonen die beiden Gründer von PEZZ life, Max Melcher und Markus Zengerer: Hinzu kommt freilich die emotionale Komponente, da viele Hundebesitzer ihre Hunde als Teil der Familie sehen.

So funktioniert der Hunde-Urintest von PEZZ life

Der Test beinhaltet eine ausziehbare Haltestange, um den Urin hygienisch und bequem zu sammeln, sowie zwei Testschalen mit integriertem Urinstreifen. Der Urinstreifen misst sieben Parameter, um bereits minimale Spuren von auffälligen Inhaltsstoffen im Urin nachzuweisen. Die Parameter ermöglichen Rückschlüsse auf Harnwegs- und Nierenerkrankungen sowie Diabetes, Entzündungen, Harnkristalle und vieles mehr – lange bevor erste Symptome sichtbar werden. “Mehr als 40 Krankheiten könne auf diese Weise erkannt werden”, sagt Zengerer.

Zengerer betont im Gespräch mit dem brutkasten, dass das gesamte Produkt biologisch abbaubar ist. Die Einzelkomponenten werden nach Wien geliefert und dort in nächtlichen Sessions zusammen gebaut. “Das liegt daran, dass die Teststreifen auf UV-Licht sensitiv reagieren”, sagt Zengerer: “Wir hoffen aber, dass wir die Produktion in Zukunft outsourcen können.” Die Kunden können das Produkt freilich auch tagsüber verwenden.

Das technologische Herzstück des Urintests ist aber die App zur Auswertung des Teststreifens. Die PEZZ App scannt den Teststreifen automatisch. Jedes Testergebnis wird dann von Experten binnen 24 Stunden ausgewertet. “Damit garantieren wir ein absolut zuverlässiges Ergebnis”, sagt Zengerer: “Wir arbeiten derzeit aber auch an einem Machine Learning, um diesen Prozess zu automatisieren.”

PEZZ-Gründer Markus Zengerer im Video-Interview

Im Video-Interview mit dem brutkasten präsentiert Markus Zengerer, Co-Founder und CEO von PEZZ, das Produkt und spricht über Details der Startup-Gründung.

Tierärzte als Vertriebspartner für den Hunde-Urintest

Das Produkt ist erst Anfang August gestartet, zählt aber bereits jetzt zehn Prozent der Wiener Tierärzte zu den Vertriebspartnern. “Wir erwarten, innerhalb des nächsten Monats mehr als 20 Prozent der Wiener Tierärzte zu unseren Kunden zählen zu können und in Zukunft auch über die Grenzen Wiens und Österreichs stark wachsen zu können”, sagt Melcher. Zusätzlich ist das Produkt im Onlineshop des Startups erhältlich.

Laut Zengerer hat das Startup derzeit rund 2000 Nutzer und ist jetzt schon cashflow-positiv. Im nächsten Schritt möchte PEZZ außerdem einen Urintest für Hauskatzen anbieten. Das Marktpotenzial ist auch hier groß, denn allein in Österreich gibt es mehr als 1,5 Millionen Katzen – im Vergleich zu nur 900.000 Hunden. Für diesen und andere Schritte – darunter auch für ein mögliches Outsourcing der Produktion – ist das Team nun auch auf Investorensuche.

Erfolgreich auf Social Media

Ein großer des Erfolgs ist auch die Präsenz von PEZZ auf Social Media: Bei den monatlichen Rankings, die Storyclash für den brutkasten erstellt, rangiert PEZZ immer auf den ersten Plätzen. Teilweise haben die Beiträge 20.000 Likes und 10.000 Kommentare. Woran liegt das? “Wir verkaufen nicht direkt über unsere Social Media-Kanäle, sondern unterhalten die Menschen”, sagt Zengerer: Die Kanäle werden also für das Branding genutzt, meist über unterhaltsame Bilder.

+++Social Media-Ranking von Juli 2019+++

Disclaimer: Die App wurde von Lorenz Edtmayer und Maximilian Nimmervoll entwickelt, die Beide am brutkasten beteiligt sind.

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