Online-Helden: Initiativen für ein „besseres“ Internet

Akustische Cookies durch eine mobile Anwendung aufspüren, ein Babyphone im Webbrowser öffnen oder Informationen auf Richtigkeit überprüfen - alle drei Projekte könnten schon bald dazu beitragen, das Internet sicherer und nützlicher zu machen.
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(c) netidee: die Gewinner des Open Source Innovation Camps.
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zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

Das Internet aktiv mitgestalten und es zu einem besseren Ort machen – das ist das Ziel von netidee. Im Rahmen des Open Source Innovation Camps wurden drei Initiativen prämiert, die mit Opern Source als zentralen Ansatz zur Entwicklung von mehr Offenheit und Transparenz im Netz beitragen sollen. Die Top3 Teams sind sind SoniControl, Gonimo, und hoaxly. Alle Projekte werden offen entwickelt und die Ergebnisse stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Dem Tracking den Riegel vorschieben

Viele Internet-User sind permanent Überwachungstechnologien wie akustischen Cokies ausgesetzt, wissen aber gar nichts davon. Durch das Projekt SoniControl soll eine mobile Anwendung entwickelt werden, die akustische Trackinginformationen aufspürt, die Nutzer darauf aufmerksam macht und auf Wunsch blockiert. Kurz: Es soll sich eine verbesserte Kontrolle über die Privatsphäre im Alltag geboten werden. SoniControl wird von einem kleinen Team der FH Sankt Pölten entwickelt. „Ich habe das Gefühl, dass das Thema auf großes Interesse stößt“, sagt Projektleiter Matthias Zeppelzauer. „Auch weil die Leute bisher so wenig darüber wussten.“ Derzeit ist man bei SoniControl mit Recherchearbeiten beschäftigt. „Wir erleben, wie umfangreich die Technologie aber auch das Risiko ist“, sagt Zeppelzauer.

Redaktionstipps

Das Baby auf dem Schirm

Umgekehrt kann Überwachung in manchen Situationen dennoch erwünscht sein. Bei schlafenden Babys zum Beispiel. Als Instrument dazu diente Jahrzehnte lang das Babyphone. Das will das Startup Gonimo nun revolutionieren. Mit dem „good night monitor“ hat es eine Art web-basiertes Babyphon entwickelt, für dessen Benutzung die Eltern ausschließlich einen Tab im Web-Browser am Handy, Tablet oder Laptop öffnen müssen. Der Service ist kostenlos und werbefrei. Eine Alpha-Version ist bereits verfügbar.

Falschmeldungen enttarnen

Nie konnten Informationen schneller verbreitet werden als in den Zeiten von Social Media. Das hat auf den ersten Blick zwar zahlreiche Vorteile, bringt aber auch Probleme mit sich. In der Menge an Meldungen befinden sich immer häufiger falsche Informationen, die weiterverbreitet werden. „Ente“ nannte man das in Zeiten des Printjournalismus. Um nicht auf diese Falschmeldungen hereinzufallen, produzieren zahlreiche Plattformen Faktenchecks – doch diese erhalten oft nur geringe Reichweiten. Hoaxly ist ein Projekt, das diese Factchecks einer größeren Zielgruppe zugänglich machen und damit das Bewusstsein für verantwortungsvolles Teilen und Verbreiten von Inhalten schärfe möchte.Hierfür wird eine Vielzahl von Tools erstellt, u.a. ein zentraler und umfassender Factcheck-Index, eine Factcheck-Suchmaschine, eine Browser-Erweiterung zur kontextuellen Verlinkung von Richtigstellungen und Warnung vor möglichen Falschmeldungen beim Teilen und Chatbots für die gängigen Plattformen. „Wir sind nicht für Zensur“, sagten die Projektleiter. „Aber wir möchten mit Hoaxly die Medienkompetenz der User stärken.“

Michaela Schellner

Billa und myAcker: Startschuss für Billa Regional Box

Dass die Zusammenarbeit von Startups und heimischen Handelsketten auch abseits der Sortimentsgestaltung durchaus vielversprechend ist, beweist der Lebensmittelhändler Billa aktuell anhand eines neuen Shopkonzepts.
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BILLA Regional Box_Baldramsdorf_1
v.l.: (vorne) Kurt Aschbacher (Billa Vertriebsdirektor), Marion Haider (Turnerhof) und Sandro Huter (Huter Honig) sowie (hinten) Patrick Kleinfercher und Christoph Raunig (Gründer myAcker) bei der feierlichen Eröffnung des neuen Billa Regional Box Standortes in Baldramsdorf. © Billa/Patrick Sommeregger-Baurecht

Mit der „Billa Regional Box“ will man Gemeinden ohne Nahversorger auf rund elf Quadratmetern Fläche den Zugang zu über 200 Produkten des täglichen Bedarfs sowie lokalen Schmankerln ermöglichen. Dafür kooperiert man mit dem Kärntner Startup myAcker aus Spittal an der Drau, das Billa die Boxen, die Kassentechnik und die Smartsteuerung zur Verfügung stellt. Das Sortiment gestaltet Billa, myAcker hat sich aber bei der Auswahl lokaler Produzenten in der Nähe miteingebracht. Patrick Kleinfercher, einer der beiden Gründer von myAcker erklärt im Gespräch mit dem Brutkasten: „Wir freuen uns, dass Billa an uns herangetreten ist, künftig noch stärker auf Regionalität setzen will und wir diese Reise mit unserem Know-How begleiten dürfen.“ Co-Gründer Christoph Raunig ergänzt: „Dieser Anspruch sowie der Fokus auf ein möglichst ansprechendes, aber auch einfaches und intuitives Einkaufserlebnis für unsere Kunden verbindet uns mit Billa.“

Lokale Produzenten und barrierefreier Zugang

Dass der Einkauf einfach und unkompliziert abgewickelt werden kann, ist für Billa besonders wichtig, ebenso wie die Unterstützung lokaler Produzenten vor Ort. Billa-Vertriebsdirektor Kurt Aschbacher betont: Mit der Billa Regional Box möchten wir Menschen, die in kleinen Gemeinden ohne unmittelbaren Nahversorger leben, eine schnelle Einkaufsmöglichkeit in Gehweite zur Verfügung stellen. Vor allem wollen wir damit auch regionalen und lokalen Produzenten eine Bühne bieten – ganz besonders kleinen Kärntner Produzenten.“ Den Kunden stehen darüber hinaus Frischwaren wie Brot, Gebäck, Obst, Gemüse und Molkereiprodukte sowie Trockenprodukte wie Honig, Nudeln, Säfte und Tees, aber auch Hygiene- und Reinigungsmittel, Taschentücher, Toilettenpapier und Müllsäcke zur Verfügung.

Um die Boxen allen Altersgruppen unkompliziert und frei zugänglich zu machen, verzichtet Billa auf den Einsatz einer eigenen Smartphone App und führt die Konsumenten im Container mittels Terminal Schritt für Schritt durch den Bezahlvorgang, der in bar oder per Bankomat- bzw. Kreditkarte erfolgen kann. Die Produkte werden über den Barcode selbst gescannt, Personal gibt es vor Ort keines.

Österreichweite Ausrollung geplant

myAcker hat österreichweit bereits neun AckerBoxen im Einsatz, nun kommen mit den Billa Regional Boxen vorerst vier weitere Standorte in Kärnten in den Gemeinden Mörtschach, Flattach, Baldramsdorf und Dellach (alle im Berzirk Spittal an der Drau) hinzu. Der Lebensmittelhändler plant eine österreichweite Ausrollung des Konzepts, über die Investitionskosten halten sich beide Parteien naturgemäß bedeckt.

Auch Kritische Stimmen

Ein Konzept, das aber auch vor Kritik nicht gefeit ist – man würde Direktvermarktern so einen wichtigen Absatzkanal nehmen, lautet einer der Vorwürfe. Außerdem befürchtet die Landwirtschaftskammer Kärnten als Vertretung der Direktvermarkter – das berichtet die Kleine Zeitung – dass Konzerne aufgrund der Hoheit über das Sortiment Lieferanten gegeneinander ausspielen und von diesen Niedrigpreise verlangen könnten. Auch andere Lebensmittelhändler wie etwa Unimarkt mit der Unibox sind vor Kurzem ins Container-Geschäft eingestiegen.

Bei der Rewe International-Tochter Billa weist man diesen Vorwurf zurück und betont die gute Partnerschaft zur Landwirtschaft. Unternehmenssprecher Paul Pöttschacher erklärt: „Die Produkte in den Boxen werden nicht aktioniert, es gibt natürlich auch kein Flugblatt dazu. Wenn lokale Produkte angeboten und abgenommen werden, profitiert auch die Landwirtschaft davon. Gerade in Zeiten, wo Gastroabnehmer fehlen.“ In Summe kooperiert man mit 39 Kleinproduzenten und Bauern aus 26 Ortschaften aus der Umgebung, die sonst nicht die ausreichenden Mengen für eine Listung im LEH aufbringen könnten und so einen zusätzlichen Absatzkanal erhalten würden.

Und auch die Kärntner Gemeinden verteidigen das Konzept. Landesrat Sebastian Schuschnig schildert: „Regionalität und Flexibilität rücken beim Einkauf immer mehr in den Fokus. Kärnten fördert daher den Einsatz und die Vermarktung von regionalen Lebensmitteln und Produkten, um die Wertschöpfung der Produzenten vor Ort zu stärken. Es ist erfreulich, dass in Kärnten nun gemeinsam mit dem Kärntner Start-Up myAcker die ersten Billa Regional Boxen entstehen. Durch ein faires Miteinander gemeinsam mit regionalen Produzenten entstehen neue Absatzformen für regionale Direktvermarkter und Landwirte und ein weiteres Standbein, um die Nahversorgung in der Region zu sichern.“

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