mjam-CEO Artur Schreiber: Kein „Lockdown-Eldorado“ für den Essens-Lieferanten

Gegenüber dem brutkasten erläutert mjam-CEO Artur Schreiber, wie sein Unternehmen die Coronakrise bisher erlebte und warum er keinen Appetit auf einen zweiten Lockdown hat.
/mjam-ceo-artur-schreiber-pizza-oesterreich/

Zusammenfassung aus

Zusammenfassung ein

mjam-CEO Artur Schreiber
mjam-CEO Artur Schreiber: "Die Menschen merken, merken, dass man mehr als nur Pizza, Pasta und Burger bestellen kann." (c) mjam
interview
Der Summary Modus bietet einen raschen
Überblick und regt zum Lesen mehrerer
Artikel an. Der Artikeltext wird AI-basiert
zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

  • Im Jahr 2008 hat der Essens-Lieferdienst mjam sein Business in Österreich gestartet, seit 2011 ist mjam Teil von Delivery Hero, im Jahr 2014 verließ Gründer Angelo Laub das Unternehmen.
  • Seitdem hat sich viel getan, und auch die Zukunft des Unternehmens lässt einiges erwarten.
  • Im Rahmen des Startup-Events Bits & Pretzels verrät mjam-CEO Artur Schreiber, wie das Unternehmen die Coronakrise erlebt, wie man sich von der Konkurrent differenziert, was ein zweiter Lockdown für die Gastronomie bedeuten würde – und, ganz wichtig: Den Namen der beliebtesten Pizza Österreichs.

Im Jahr 2008 hat der Essens-Lieferdienst mjam sein Business in Österreich gestartet, seit 2011 ist mjam Teil von Delivery Hero, im Jahr 2014 verließ Gründer Angelo Laub das Unternehmen. Seitdem hat sich viel getan, und auch die Zukunft des Unternehmens lässt einiges erwarten. Im Rahmen des Startup-Events Bits & Pretzels verrät mjam-CEO Artur Schreiber, wie das Unternehmen die Coronakrise erlebt, wie man sich von der Konkurrent differenziert, was ein zweiter Lockdown für die Lokale bedeuten würde – und, ganz wichtig: Den Namen der beliebtesten Pizza Österreichs.

Für Außenstehende ist das Zusammenspiel zwischen DeliveryHero und mjam oft etwas verwirrend. Schaffen wir daher bitte Klarheit: Wer ist an wem seit wann beteiligt?

Artur Schreiber: Delivery Hero betreibt als Dachmarke Online-Bestell-Plattformen in mehr als 40 Ländern weltweit und mjam ist seit 2011 Teil der Delivery Hero Gruppe, also eine 100%-ige Tochter der Delivery Hero SE. Wir arbeiten jedoch größtenteils autark aus unseren Büros in Wien und Berlin. Delivery Hero steht mjam unterstützend zur Seite und es gibt einen regen Austausch von Best Practises zwischen mjam und anderen Delivery Hero – Marken.

mjam schaffte es schon in den Anfangsjahren, rasch in Österreich akzeptiert zu werden. Welche Erfolgsstrategien könnt Ihr mit jetzigen Early Stage Startups teilen…?

Artur Schreiber: Gründungsmitglied Angelo Laub hat mjam im Jahr 2014 verlassen und ich war zu der Gründungszeit noch nicht im Unternehmen, deswegen kann ich die Early Stages von mjam nicht aus erster Hand beschreiben. Ich kann jedem nur raten, Verschiedenes auszuprobieren, den Markt kennenzulernen und mit den Kunden zu sprechen. Es ist sehr wichtig zu wissen, wen man mit seinem Produkt oder Service überhaupt erreichen will und wie (und wo) die Zielgruppe angesprochen werden möchte.

…und welche Stolpersteine lagen damals im Weg?

Artur Schreiber: Ich würde es nicht als Stolpersteine bezeichnen, aber die Skalierbarkeit und auch das Marktverständnis hat uns am Anfang vor einige Herausforderungen gestellt. Als mjam 2008 angefangen hat, gab es unseren Service zuerst nur in Wien. Man kannte die Restaurants schon privat und wusste, welche auch auf der Plattform gut ankommen würden. In anderen Städten mussten wir das natürlich noch herausfinden. Ebenfalls mussten wir erst prüfen, ob sich das Geschäftsmodell auch in kleineren Städten mit weniger Restaurants durchsetzt.

mjam und Delivery Hero sind längst nicht mehr alleine am Markt. Wie differenziert Ihr euch heute von der Konkurrenz?

Wir differenzieren uns durch eine breit gefächertes Portfolio und ein vielfältiges Angebot. Seit drei Monaten arbeiten wir mit den Tankstellen bp Merkur Inside und OMV zusammen und liefern Non-Food-Artikel wie Drogerieartikel, rezeptfreie Apothekenprodukte aber auch Convenience-Produkte wie Semmeln, Chips oder Getränke. Wir sehen darin ein großes Potential und planen weitere Angebote für 2021.

Ebenfalls ist mjam schon immer eine sehr lokale Marke. Andere Anbieter werden zentral gesteuert und dann sieht man in allen Ländern die gleiche, nur in die jeweilige Landessprache angepasste, Werbung. Wir bei mjam haben ein lokales Team, welches die österreichischen Kunden und Restaurants kennt und direkt auf diese eingehen kann.

Der Lockdown im Frühjahr dürfte für mjam ein regelrechtes Eldorado gewesen sein. Jetzt rückblickend: Wie hat sich Euer Business in dieser Zeit entwickelt?

Die ersten Monate der Corona-Pandemie führten nicht wie erwartet zu einem Anstieg an Bestellungen. Im Gegenteil, viele Menschen blieben Zuhause und deckten sich mit Pasta ein oder nutzten die Home-Office-Anfänge dazu, mehr zu kochen. Leider führte die Schließung der Gastronomie im März auch dazu, dass viele Restaurants Umsatzeinbrüche von bis zu 90 Prozent einbüßten und nur durch das Liefer-Geschäft wirtschaftlich überleben konnten. Der Halbjahresabschluss-Bericht von Delivery Hero zeigt, dass viele europäischen Marken der Delivery Hero Gruppe in mehreren Wochen im März einen Order-Rückgang von bis zu 20 Prozent im Vergleich zu den Wochen vor Corona verzeichneten.

Mittlerweile können wir jedoch wieder einen positiven Bestell-Trend erkennen. Die Vorteile der Online-Bestellung werden immer mehr Menschen bewusst und sie merken, dass man mehr als nur Pizza, Pasta und Burger bestellen kann. Wir haben viele Top-Restaurants auf mjam, die mit Hilfe unserer Radl-Flotte das Essen in durchschnittlich 30 Minuten liefern. Das, gepaart mit vielen weiteren Vorteilen wie Online-Zahlung, kontaktlose Lieferung und einer rundum guten Bestell-Erfahrung, sind die Gründe, weswegen immer mehr Österreicher online Essen bestellen.

Und wie schwierig war es, die Partner-Restaurants zum Einhalten diverser Hygiene- und Abstandsregeln zu ermahnen?

Die Restaurantpartner und unsere Fahrer waren sehr kooperativ und haben auch den Ernst und die Wichtigkeit der Maßnahmen verstanden. Wir haben ebenfalls alle Onboardings, Sprechstunden und Bewerbungsgespräche von persönlich zu online umgestellt und Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen bereitgestellt. Was uns besonders freut: Die Fahrer konnten sich in den Restaurants die Hände waschen oder sogar mit bereitgestelltem Desinfektionsmitteln die Hände reinigen. Am Ende des Tagen ziehen wir alle am selben Strang und das konnte man in den letzten Monaten wirklich gut erkennen.

Um die Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu überprüfen, führen wir regelmäßige Kontrolltouren und Inspektionen durch und geben auch Hilfeleistungen für Restaurants, wenn diese es benötigen.

Nun haben wir zwar (noch) keinen zweiten Lockdown, aber angesichts der steigen Corona-Infektionszahlen bleiben trotzdem viele Menschen zuhause. Wie geht es Euch mit dieser Situation?

Der Beginn der kalten Monate führt gewöhnlich zu einem Anstieg an Bestellungen, einfach weil die Leute lieber Zuhause bleiben und bestellen, statt ins Restaurant zu gehen. Sollte es zu weiteren Lockdown-Maßnahmen kommen, könnte sich diese Zahl natürlich noch erhöhen. Im Vergleich zum Frühling wissen die Menschen jetzt, dass Versorgungsketten bestehen bleiben und keiner Nudeln und Konserven hamstern muss.

Wir hoffen, dass nach einer erneuten Gastronomie-Schließung die Leute weiterhin bestellen. Die Restaurants sind dann nämlich auf jede einzelne Order angewiesen, um den Wegfall des Tagesgeschäft ausgleichen zu können. Sonst könnte es passieren, dass einige Restaurants im Jahr 2021 ihre Türen für immer zusperren müssen.

Abschließende Frage: Was ist laut Euren Daten eigentlich die beliebteste Pizza Österreichs?

Ganz klar: Die Salami-Pizza! Die holt in allen Städten die Goldmedaille!

die Redaktion

Austria Limited: Versprechen mit vielen Fragezeichen

Die angekündigte neue Gesellschaftsform Austria Limited hat nicht nur Anhänger. Die Argumente in der Diskussion sind sehr unterschiedlich gelagert.
/austria-limited-diskussion-roundtable/
Austria Limited - brutkasten Roundtable
(c) Adobe Stock / somartin / Stanislau

Viele Jahre lang gab es von mehreren Playern der Startup-Szene, darunter etwa den großen Organisationen AustrianStartups, aaia und AVCO, die Forderung, eine besonders für Startups geeignete neue Gesellschaftsform zu schaffen. Diese oft als „AG Light“ bezeichnete Rechtsform sollte unter anderem deutlich weniger bürokratisch in der Handhabung sein und Anteilsübertragung und Mitarbeiterbeteiligung erheblich vereinfachen. Diesen Sommer war es soweit: Der Bundeskanzler persönlich kündigte die Schaffung der „Austria Limited“ an.

Austria Limited, oder doch GmbH-Reform? Und was dann?

Doch damit ist die Diskussion nicht beendet – im Gegenteil. Denn noch ist es ein Versprechen mit vielen Fragezeichen. Dass in Wirklichkeit noch überhaupt nichts beschlossene Sache ist, wurde spätestens klar, als Justizministerin Alma Zadić kürzlich Vertreter der Startup-Szene zu einem informellen Austausch zum Thema einlud. Dort ging es nicht nur um die unterschiedlich ausgeprägten Wünsche an die Austria Limited, sondern generell um den anstehenden Reformbedarf im Gesellschaftsrecht. Im Anschluss stellte sie Ministerin auch im brutkasten-Gespräch klar, das noch nichts fix ist und nun Experten – „mit Hochdruck“ – am Zug sind. Tatsächlich steht noch eine weitere Option im Raum: Die Adaptierung der bestehenden Kapitalgesellschaftsformen GmbH und AG.

Diese Variante wird von verschiedenen Playern aus sehr unterschiedlichen Gründen favorisiert. Ins Treffen geführt wird etwa, dass eine neue Gesellschaftsform nicht ausreichend Rechtssicherheit bieten würde, weil viele Fragen zunächst noch nicht ausjudiziert wären. Andere Reform-Befürworter glauben schlicht nicht daran, dass die Schaffung einer Austria Limited in absehbarer Zeit tatsächlich realistisch wäre. Während die einen gerne gar keine allzu großen Änderungen sehen würden, hätten die anderen gerne eine grundlegend neue Struktur, die eben auch die bestehenden Kapitalgesellschaftsformen betrifft. Andernfalls „drohe“ die Austria Limited nicht halten zu können, was sie verspricht. Sprich: Es gibt auch große Differenzen bei den inhaltlichen Wünschen zu einer möglichen Reform.

Breites Spektrum der Dikussion beim brutkasten Roundtable

Dieses sehr diverse Spektrum der Diskussion zwischen (Langzeit-)Befürwortern mit unterschiedlichen Vorstellungen sowie konservativen und progressiven Kritikern will der brutkasten in einem Roundtable zur Austria Limited am 28. Oktober um 18:30 abbilden. Dabei sollen mögliche Lösungswege und Kompromisse für die Startup-Szene herausgearbeitet werden.

Es diskutieren Michael Umfahrer, Präsident der Österreichischen Notariatskammer, Keyvan Rastegar, Gründer der Wiener Wirtschaftskanzlei RPCK Rastegar Panchal, Sonja Bydlinski, Leiterin der Abteilung für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht im Justizministerium, Philip Vondrak, Co-Founder und Partner bei Grama Schwaighofer Vondrak Rechtsanwälte und Laura Egg, Geschäftsführerin der aaia.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.
Möchtest du in Zukunft mehr von diesen Artikeln lesen?

Dann melde dich für unseren Newsletter an!

Navigation

News

Video

Events

Jobsuche

Leselisten zum Schmökern

Neueste Nachrichten

mjam-CEO Artur Schreiber: Kein „Lockdown-Eldorado“ für den Essens-Lieferanten

14.10.2020

mjam-CEO Artur Schreiber
mjam-CEO Artur Schreiber: "Die Menschen merken, merken, dass man mehr als nur Pizza, Pasta und Burger bestellen kann." (c) mjam

Gegenüber dem brutkasten erläutert mjam-CEO Artur Schreiber, wie sein Unternehmen die Coronakrise bisher erlebte und warum er keinen Appetit auf einen zweiten Lockdown hat.

Summary Modus

mjam-CEO Artur Schreiber: Kein „Lockdown-Eldorado“ für den Essens-Lieferanten

  • Im Jahr 2008 hat der Essens-Lieferdienst mjam sein Business in Österreich gestartet, seit 2011 ist mjam Teil von Delivery Hero, im Jahr 2014 verließ Gründer Angelo Laub das Unternehmen.
  • Seitdem hat sich viel getan, und auch die Zukunft des Unternehmens lässt einiges erwarten.
  • Im Rahmen des Startup-Events Bits & Pretzels verrät mjam-CEO Artur Schreiber, wie das Unternehmen die Coronakrise erlebt, wie man sich von der Konkurrent differenziert, was ein zweiter Lockdown für die Gastronomie bedeuten würde – und, ganz wichtig: Den Namen der beliebtesten Pizza Österreichs.

Es gibt neue Nachrichten

Auch interessant