Reguliert die EU das Internet zu Tode?

Bereits im Vorfeld hatte eine geplante EU-Urheberrechtsreform für viel Kritik gesorgt. Heute hat der Rechtsausschuss des EU-Parlaments der entsprechenden Richtlinie den Weg geebnet. Im Raum steht nichts geringeres, als das Ende des Internets, wie wir es kennen.
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Leistungsschutzrecht
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Das Argument hat auf den ersten Blick etwas für sich. Internet-Giganten wie Google und Facebook verdienen Milliarden damit, Inhalte anderer, etwa aus dem News-Bereich, anzuzeigen. Und sie zahlen keinen Cent dafür. Im Entwurf zu einer Reform des Urheberrechts, der im EU-Parlament behandelt wird, will man genau da ansetzen. Ein „Leistungsschutzrecht“, das die entsprechende Richtlinie vorsieht, soll Internetdienste dazu zwingen, Lizenzgebühren für das Anzeigen von Verlags-Inhalten zu entrichten. Und ein „Upload-Filter“, ähnlich wie von Youtube bekannt, soll dafür sorgen, dass fremde Inhalte gar nicht erst auf Plattformen hochladen werden können.

+++ EU-Urheberrechtsreform: “Das Wesen des Internets wird verändert” +++

Rechtsausschuss stimmt für Leistungsschutzrecht und Upload-Filter

Heute wurden im Rechtsausschuss des EU-Parlaments für die besagten zwei Artikel der geplanten Richtlinie gestimmt. Beim „Leistungsschutzrecht“ war es eine knappe Entscheidung von 13 zu 12 Stimmen. Der „Upload-Filter“ ging mit 14 zu 9 Stimmen (2 Enthaltungen) sehr deutlich durch. Noch ist die Richtlinie nicht beschlossene Sache. Sie geht als nächstes ins Plenum des EU-Parlaments. Dort ist die Verteilung der Sitze nach Befürworter- und Gegner-Parteien freilich ähnlich. Die Entscheidung bleibt dennoch abzuwarten.

Internet-Ikonen besorgt

Die Richtlinie sorgte bereits im Vorfeld für heftige Kritik. An vorderster Front standen dabei US-Internet-Urgestein Tim Berners-Lee, oft als „Erfinder des WWW“ bezeichnet und Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Was ist es also, was diese beiden Ikonen des freien Internets auf der anderen Seite der Welt so erzürnt, dass sie sich in einem offenen Brief mit rund 70 prominenten Unterzeichnern gegen eine geplante EU-Richtlinie stellten?

Das Ende der Internet-Satire?

Es ist das freie Internet an sich, das zur Disposition steht. Am Beispiel Satire lässt es sich leicht erklären. Denn dort gehört es dazu, das Material anderer Urheber verwertet wird, um es ins Absurde zu ziehen. Derartige Inhalte könnten – trotz Satire-Freiheit – künftig im Upload-Filter „hängenbleiben“. Auch das übliche, durch andere Gesetze abgesicherte, Zitieren von Inhalten in Medien, könnte Opfer des Filters werden. Und die Lizenzgebühren im Rahmen des Leistungsschutzrechts mögen sich Google, Facebook und Co. leisten können – auch wenn fraglich ist, ob sie dann tatsächlich bereit sind, zu zahlen. Kleinere Internetdienste, etwa Startups, die ein eigenes Social Network aufbauen, könnten das aber wahrscheinlich nicht.

Freier Zugang zu Information gefährdert

Die Folgen, wie sie von Kritikern, etwa Mic Hirschbrich, der dem Brutkasten ein Interview dazu gab, skizziert werden: Erstens sind am Ende wieder die Internet-Giganten im Vorteil. Der freie Zugang zu Information über sie könnte aber, wenn sie nicht bereit sind in die Tasche zu greifen, was zu erwarten ist, massiv beschnitten werden. Für kleinere Medien könnte es zum existenziellen Problem werden, wenn sie beim Ausspielen ihrer Inhalte über Internetdienste derartige Hürden nehmen müssten. Zweitens könnte einer der Grundsätze des freien Journalismus – das Zitieren von Inhalten – zumindest im Internet innerhalb der EU der Vergangenheit angehören.

Spekulation über eine lukrative Einnahmequelle

Warum also denkt man überhaupt daran, eine derartige Richtlinie zu beschließen. Dahinter stehen, soviel kann man sagen, einige einflussreiche Großverlage. Sie spekulieren scheinbar damit, dass ihre Inhalte für die Internetdienste so wichtig sind, dass diese auch dafür bezahlen. Und das ergäbe natürlich eine lukrative Einnahmequelle. Bisherige Erfahrungen mit derartigen Gesetzen in Deutschland und Spanien zeigen aber ein konträres Bild. Im nördlichen Nachbarland Österreichs schaffte man kurz nach Einführung genau für die Internet-Giganten Ausnahmen. Geld eingetrieben wurde bei kleinen Unternehmen und Startups – die Kosten dafür überstiegen die Einnahmen um ein Vielfaches. In Spanien verschwanden News dadurch einfach von den Internet-Plattformen. Massive Einbußen bei den Klickzahlen und ein massiver wirtschaftlicher Schaden waren die Folge.

Absurde Annahmen

Es wirkt also, als lägen der Forderung falsche Annahmen zugrunde. Eine ist ganz gewiss, dass die Internet-Dienste mit den Verlagsinhalten Geld machen. Sie zeigen diese Inhalte ja nicht an – sie verlinken nur darauf. Sie bringen zusätzlichen Traffic auf die Websites, sie nehmen ihn nicht weg. Doch darüber sind sich die Verantwortlichen wahrscheinlich sogar bewusst. Die größere Fehlannahme liegt darin, dass Google, Facebook und Co. für ihren eigenen Service zahlen werden. Das wäre schlicht absurd und widerspräche dem Geschäftsmodell.

Nutzen und Schaden

Ob Leistungsschutzrecht und Upload-Filter also ihren Verfechtern überhaupt nützen, ist mehr als fraglich. Zweifelsfrei richten sie aber eine Menge Schaden an. Sie schaden kleinen Medien, sie schaden dem ganzen Wirtschaftsstandort, sie schaden der Pressefreiheit und sie schaden dem Internet an sich. Das Plenum des EU-Parlaments ist gut beraten, hier massive Änderungen einzufordern. Es kann niemandes Wunsch sein, dass die EU das Internet zu Tode reguliert.

⇒ Offener Brief der Kritiker rund um Tim Berners-Lee und Jimmy Wales

die Redaktion

Warum das DHDL-Startup FH2OCUS nun Flowkiss heißt

Bei der Aufzeichnung von "Die Höhle der Löwen" hießen sie noch "FH2OCUS". Doch das führte oft zu Missverständnissen. Nun nennt sich das Startup einfach Flowkiss.
/dhdl-startup-fh2ocus-flowkiss/
Nach der DHDL-Aufzeichnung haben sich die Fh2OCUS-Gründer in Flowkiss umbenannt.
Nach der DHDL-Aufzeichnung haben sich die Fh2OCOS-Gründer in Flowkiss umbenannt. (c) Flowkiss

Wer einen Muntermacher-Kick braucht, der greift normalerweise zu koffeinhaltigen Getränken, wie etwa Kaffee, Cola oder Energy Drinks. Das deutsche Startup Flowkiss präsentiert – zum Zeitpunkt der Aufzeichnung noch als „FH2OCUS“ – im Rahmen der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ eine Alternative dazu: Ein Sprudelwasser mit Koffein.

Der Website von Flowkiss, bzw. FH2OCUS hat das Koffein-Wasser drei Besonderheiten:

  • Geschmack: Das Flowkiss Koffeinwasser schmeckt wie ein kühles Glas Sprudelwasser, garniert mit einer frisch geschnittenen Scheibe Zitrone und soll dementsprechend „einfach herrlich erfrischend und prickelnd“ schmecken.
  • Koffeingehalt: In der 500 ml Flasche FLOWKISS steckt so viel Koffein wie in einem großen Becher Kaffee (20 mg/100 ml). Dadurch soll es sich gut eignen, um es mitzunehmen und unterwegs kalt zu trinken.
  • Zusatzstoffe: Flowkiss enthält keine künstlichen Geschmacks- und Farbstoffe und ist komplett zucker- und kalorienfrei.

Generell wirkt es so, als wolle das Startup Flowkiss sich als Alternative zu Energy Drinks wie Red Bull oder zu abgepackten Kaffees aus dem Supermarkt positionieren – im Fokus der Kommunikation steht die Anwendung beim Sport, im Büro und auf Reisen.

Flowkiss: Koffein ohne Zusatzstoffe

Dementsprechend liest sich auch die Gründergeschichte von Flowkiss. Auf einer längeren Reise kam dem Gründerduo die Idee, „etwas Eigenes zu erschaffen, ein eigenes Unternehmen zu gründen und damit etwas zu verkaufen, für das wir beide uns voll und ganz begeistern können.“

Wieder zurück in Deutschland suchten sie dementsprechend nach Produktideen, die sie interessierten und die ihnen Spaß machten. Dabei kam man auf die Idee eines Getränks mit Koffein, das jedoch weder Zucker noch Süßstoffe enthielt.

FH2OCUS nach DHDL-Aufzeichnung umbenannt

Gegründet wurde mit dem Namen „FH2OCUS“ – jedoch musste man feststellen, dass dieser Name etwas sperrig war und man ihn oft erklären musste.

Dieses war auch Thema der Teilnahme an der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“. „Daher haben wir uns dann im Anschluss an die Dreharbeiten dazu entschlossen, unseren Namen noch einmal zu verändern“, heißtes auf der Website: „Und so wurde FH2OCUS zu FLOWKISS – „FLOW“ als Symbol für das fließende Wasser und „KISS“ ist in unserem Fall die Abkürzung für Keep IShort & Simple.“

Denn dies zeige sich auch in der Rezeptur, in der nur vier Inhaltsstoffe verwendet werden. Einfach, simpel und somit halt auch gesund – ohne unnötige Zusatzstoffe.

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