“Grundsätzlich löst eine Kündigung immer Emotionen aus,” sagt Robert Koenes, Direktor für Personalberatung beim Personalmanagement-Berater Iventa. Für den Betroffenen Mitarbeiter ist der Jobverlust ein Einschnitt, der ihn vor eine große, unerwartete Herausforderung stellt. Die Reaktionen können von großer Erleichterung bis zur Panik reichen: Der eine spürte vielleicht selbst schon, dass er sich im Job in eine Sackgasse bewegt. Der andere denkt als erstes daran, wie die nächste Miete bezahlt werden kann.

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Umso wichtiger ist es, bei der Kündigung “wertschätzend und respektvoll mit der Person umzugehen und die Situation genau zu erklären”. Aus Koenes Sicht ist es deshalb auch “nicht gut, wenn man die HR-Abteilung vorschickt”, und das Ganze damit “anonymisiert”. Vielmehr sollte der oder die unmittelbare Vorgesetzte des Gekündigten mit dabei sein. Wobei man durchaus eine zweite, fachlich zuständige Person dazu nehmen könne – nicht zuletzt, “um im Nachhinein keine Unstimmigkeiten zu erleben”.

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Checkliste für die Kündigung: Konstruktiv und transparent

Der Rahmen für ein angemessenes Kündigungsgespräch kann wie folgt aussehen:

  1. Begründen Sie die Kündigung und klären Sie über deren Hintergründe auf
    • Wenn betriebliche Gründe hinter der Kündigung stecken, dann machen Sie klar, dass den Gekündigten keine Schuld trifft
    • Wenn die Leistung des Mitarbeiters nicht mehr passt, dann geben Sie Beispiele dafür
  1. Seien Sie auf emotionale Ausbrüche gefasst 
    Bleiben Sie dennoch konstruktiv und legen niemandem Steine in den Weg.
  2. Stellen Sie einen sauberen Ausstieg in Aussicht, mit dem der oder die Betroffene das Gesicht wahren kann
    Das bedeutet auch, möglichst eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsvertrags anzustreben. Mehr dazu auch unter diesem Link.
  3. Klären Sie ab, welcher Rahmen dafür möglich ist
    Relevant sind dafür vor allem Kündigungsfristen, offene Projekte, Urlaubs- und Zeitguthaben im Abgleich mit den benötigten Zeiten für die Übergabe an Teammitglieder und allfällige Nachfolger.
  4. Ratschläge für den weiteren beruflichen Weg sind nicht nötig
    • Wer ohne eigenes Verschulden gehen muss, braucht als Fachkraft keine Tipps
    • Wer über mangelnde Leistungen informiert wird, sollte selbst die nötigen Schlüsse daraus ziehen

Am Ende geht es bei der Kündigung nicht nur darum, eine für beide Seiten annehmbare Lösung zu finden. Ein gelungenes Kündigungsgespräch legt auch die Grundlage, um die restliche gemeinsame Arbeitszeit friedvoll und konstruktiv abzuwickeln.

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