Im Herbst 2018 hat Max Spiess mit seiner Firma PowerPointVorlagen.at Moritz Lechner von Freebiebox als jüngsten Gründer Österreichs abgelöst. Der damals erst 13-Jährige hat für Unternehmen auftragsweise PowerPoint-Präsentation mit individuellen Designs erstellt (der brutkasten berichtete). Mittlerweile ist Spiess 14 Jahre alt und hat zwei neue Projekte gestartet.

+++ Jüngster Entrepreneur Österreichs: Max Spiess löst Moritz Lechner mit PowerPointVorlagen.at ab +++

Was hat sich seit Herbst 2018 bei dir im Unternehmen getan?

Mit PowerPointVorlagen.at habe ich mich weiterentwickelt und konnte einige größere Kunden gewinnen. Allerdings  handelt es dabei nicht mehr um mein Hauptprojekt, da ich noch zwei weitere Projekte gestartet habe. Dazu zählt der Online-Shop “SmartMarket”sowie die Interview-Agentur “Talk2people”.

Worum geht’s bei den beiden Projekten?

“SmartMarket” ist ein Online-Shop für Tech- und Lifestyle-Gadgets, die in Europa kaum bekannt sind und in der Regel sehr teuer verkauft werden. Über “SmartMarket” kaufen wir die Produkte direkt bei den Händlern ein und können sie somit günstiger den Endkonsumenten anbieten. Über den Online-Store möchten wir auch Produkte aus dem Bereich Technik vorstellen, die fast keinem Konsumenten in Österreich bekannt sind. Dazu zählt beispielsweise eine zwei Zentimeter große würfelförmige Kamera, die wir über den Shop derzeit vertreiben.

Bei Talk2 People handet es sich hingegen um eine Medienagentur. Wir produzieren Interviews mit prominenten Personen und bereiten diese in Video- Audio- oder in Textform auf und verkaufen sie anschließend an Medien weiter.

Warum könnt ihr die Tech- und Lifestyle-Gadgets günstiger als die Konkurrenz anbieten?

Wir haben in der Kommunikation mit den Herstellern gemerkt, dass die Produkte im Einkauf gar nicht so teuer sind und andere Firmen den Preis extrem hinaufschrauben. Wir haben uns gedacht, dass es gegenüber den Konsumenten unfair ist. Wir bieten auch eine 30-Tage-Rückgabegarantie und Support an.

Wie finanziert sich “SmartMarket” und wie sind die Unternehmensanteile verteilt?

Die Unternehmensanteile sind 55 zu 45 Prozent verteilt. Ich halte 55 Prozent und mein Geschäftspartner Noel 45 Prozent, da er erst später in das Unternehmen hinzugekommen ist. In den ersten Monaten haben wir bei Freunden und Bekannten einen Umsatz von 500 Euro erzielen können. Im Moment beläuft sich der Umsatz im vierstelligen Bereich. Bald wollen wir mit “SmartMarket” einen nächsten Wachstumsschritt machen und sind dahingehend auf Investorensuche.

Wie gehst du auf Investorensuche und was sind die nächsten Pläne?

Wir haben einige gute Kontakte aus der Startup-Welt und mein Vater hat als Unternehmer auch ein gutes Netzwerk. Mit diesen Kontakten werden wir im August Gespräche führen.

Zudem haben wir auch Werbemaßnahmen ergriffen und ein Inserat für 60.000 Leute geschalten. Derzeit machen wir für unsere Produkte Fotoshootings. Die Händler schicken uns laufend Produkte, die wir auch testen. Wenn sie für uns passen, geben wir sie auch in den Online-Shop

Wie viel Zeit investiert du für die jeweiligen Projekte.

Für “Smartmarket”  habe ich die letzten zwei Monate sehr viel Zeit investiert, da ich den ganzen Online-Shop programmiert und die Social Media Channels dafür erstellt habe. Für dieses Projekt habe ich sicherlich 70 Prozent meiner Zeit investiert. An Talk2people arbeite ich seit zirka einem halben Jahr, sei es die Erstellung des Pitch Decks oder die Gestaltung der Website.

Hast du dir Programmieren selbst beigebracht?

Ursprünglich hat es mir ein Freund beigebracht und anschließend habe ich mich selbst im Bereich “HTML” weiterentwickelt. Die Website für “SmartMarket” habe ich mit Woocommerce und WordPress erstellt.

Welche Schule besuchst du zur Zeit und was sind deine Lieblingsfächer?

Derzeit gehe ich in die Handelsakademie in Mödling. Meine Lieblingsfächer sind Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensrecht, weil man viel über die Praxis lernt.

Gibst du deinen Lehrern auch manchmal Tipps?

(Max lacht): In der Schule hänge ich mein Unternehmertum nicht an die große Glocke, sondern bin eigentlich ein ganz normaler Schüler. Ich will meine Schulkollegen damit nicht nerven. Ich bin auch kein Streber und habe durchschnittliche Noten.

Stehst du auch mit Moritz Lechner in Kontakt und gibt es eine Art Konkurrenz zwischen euch beiden?

Nein, Konkurrenz gibt es keine. Wir kennen uns durch die Startup-Welt und ich bewundere seinen Ehrgeiz.

Hast du Mentoren?

Ich habe überlegt professionelle Mentoren zu suchen. Im Moment macht es mir aber so viel Spaß Dinge selbst zu entdecken und auszuprobieren, dass ich keine Mentoren möchte. Natürlich habe ich Leute, die mir bei Entscheidungen helfen.

Wie sieht es mit rechtlichen Hürden als junger Gründer aus?

Mit 13 Jahren war es sehr schwierig. Mit 14 Jahren darf ich jetzt zum Glück selbst Rechnungen ausstellen. Das rechtliche System ist im Moment leider sehr kompliziert und ich würde es gerne weiterentwickeln. Für Startups ist es oftmals schwer, die richtige Rechtsform zu finden. Wenn man wirklich eine gute Idee hat, soll man diese auch umsetzen können und nicht an den rechtlichen Hürden scheitern.

Hast du Schwierigkeiten als junger Unternehmer vor erwachsenen Unternehmern aufzutreten?

Als junger Unternehmer hat man sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits kann es manchmal schwer sein, da man noch nicht zu 100 Prozent das Wissen hat, andererseits ist es aber auch einfacher, weil manche Leute eher einen Fehler verzeihen, wenn sie wissen, dass du erst 14 Jahre alt bist. Im Regelfall werde ich aber als ein ganz normaler Geschäftspartner behandelt.


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