Vor 13 Jahren begann die ITSV, der IT-Dienstleister für die Sozialversicherungsträger, mit sechs MiterarbeiterInnen als eine Art Startup. Man setzte schon damals auf vieles, was heute unter dem Begriff New Work zusammengefasst wird: flexible Arbeitszeiten in Form von Gleitzeit, Möglichkeit zu Home Office, flache Hierarchien und Vertrauen. Die Aufgabe der ITSV bestand zunächst darin, für die verschiedenen Sozialversicherungsträger als Steuerungsboard tätig zu werden: “Jeder Sozialversicherungsträger – es waren damals 26 – hatte eine eigene Softwareentwicklung und ein eigenes Rechenzentrum. Diese vielen Stellen mussten zunächst koordiniert werden, sodass alle Stellen eine einheitliche Strategie verfolgten und keine Doppelstrukturen entstanden”, berichtet Erwin Fleischhacker, Geschäftsführer bei ITSV. In weiteren Schritten galt es, gemeinsame Rechenzentren aufzubauen sowie Interoperabilität und eigene Softwarelösungen herzustellen.

Vom Startup zum Service-Provider mit 700 MitarbeiterInnen

Die Digitalisierung beginnt für die ITSV also nicht erst heute. Was ursprünglich mit einer Koordinationsfunktion und ersten operativen Tätigkeiten im IT-Bereich begann, entwickelte sich über die Jahre zum IT-Dienstleister und Service-Provider. Dieser ist seit dem 1.1.2007 mit der Ausführung sämtlicher IT-Tätigkeiten für die Sozialversicherung beauftragt. “Zunächst geschah dies mit einer Überschaubaren Summe von 60 Beschäftigten. Heute zählen wir rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verstehen uns als Enabler und treibende Kraft der Digitalisierung innerhalb der Sozialversicherung”, so Hubert Wackerle, ebenfalls Geschäftsführer der ITSV. Um von der ursprünglichen Koordinationsfunktion dorthin zu kommen, musste und muss sich die ITSV ständig neu erfinden. Change- und Innovations-Management sind deshalb feste Bestandteile des Unternehmens. Dies führt zu spannenden und abwechslungsreichen Jobprofilen im Unternehmen, die im Dienste von über acht Millionen Versicherten in Österreich stehen.

ITSV: permanentes Change- und Innovationsmanagement

So gab es beispielsweise in den Jahren 2013 und 2014 das “Innovation-Programm”. Dies war ein die gesamte SV umspannendes Programm, an dessen Ende schließlich meineSV stand. Dabei handelt es sich um ein Service-Portal, in dem Versicherte viele Prozesse mit der Krankenkasse einfach online abwickeln können. “Vor ca. vier Jahren haben wir begonnen, uns intensiv mit den Themen Customer Experience und Customer Journey Mapping auseinanderzusetzen. Herauskommen sollen immer Produkte, die sich auf die 8 Millionen zahlenden Versicherten konzenentrieren”, berichtet Hubert Wackerle. Einer der nächsten Aufgaben wird darin bestehen, die insgesamt Services 60 Services von meineSV in die mobile Welt zu transferieren. Die mobile App (iOS und Android) wurde bereits innerhalb eines Monats 13.000 Mal heruntergeladen und durchschnittlich mit 4,9 von 5 möglichen Punkten bewertet. Schon Ende August soll ein AI-basiertes Modul integriert werden, das automatisierte Abrechnungen mit der Sozialversicherung ermöglicht.

Künstliche Intelligenz, Cyber Security und Blockchain: für die Zukunft gut aufstellt

Auch für die weitere Zukunft sieht sich die ITSV gut gerüstet. Man arbeite bereits an weiteren Projekten im Kontext der Künstlichen Intelligenz. Sowohl proprietäre KI als auch Open Source komme dabei zum Einsatz. “Die Digitalisierung wird zu einer massiven Datenflut führen. Genau dort ist ein sinnvolles Anwendungsgebiet der Künstlichen Intelligenz”, erklärt Fleischhacker. “Der Mehrwert besteht darin, dass AI dabei helfen kann, die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur Hand zu haben.” Bei jährlichen Zuwachsraten bei Daten von 25 Prozent sei dies durchaus hilfreich. Denn das könne zu einer massiven Verbesserung von medizinischen Behandlungen und Diagnosen führen, wenn niemand mehr Akten wälzen müsse. Die Datenzentren hierfür sind allesamt in Österreich und sollen auch hier bleiben.

Besonders viel habe man in die Cyber Security investiert und mehrere Sicherheitsmechanismen installiert. Hierzu zählen u.a. ein Informationssicherheits-Management-System, Sandboxing und ein Computer Emergency Response Team. Sogar für das Thema Blockchain sei man gut aufgestellt, auch wenn bei ITSV “der Burner-Usecase noch nicht untergekommen ist, was unseren Bereich betrifft”, so Wackerle. Man beobachte aber aufmerksam weiter und sei für Eventualitäten gut aufgestellt.