Frauen in der IT: „Wir killen in der Schule das Forschertum“

Frauen in der IT sind unterrepräsentiert und der Grund dafür liegt in den verkrusteten Bildungsstrukturen sowie der Erziehung, so die These von Gabriele Zedlmayer, Präsidentin des Frauenbeirats der Hypo Vereinsbank und Unicredit. Der Brutkasten hat mit ihr über mögliche Gegenstrategien gesprochen.
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Frauen in der IT
(c) Brutkasten: Das US-amerikanisches Nachrichtenmagazin Newsweek wählte Gabriele Zedlmayer im Jahr 2011 zu den "150 women who shake the world”
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Der Mädchenanteil in technischen Schulen liegt in Österreich laut der Austrian Computer Society bei rund 15 Prozent. In Studienrichtungen, wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik, beläuft sich die Frauenquote sogar auf bis zu unter zehn Prozent. Nach dem Studium setzt sich dieser Trend fort. Die meisten Führungsetagen von IT-Konzernen sind männlich dominiert. In der österreichischen Startup-Szene ist das Bild nicht anders: Lediglich 12 Prozent der Founder sind Frauen, so der Austrian Startup Monitor 2018. Der brutkasten hat sich mit Gabriele Zedlmayer, Präsidentin des Frauenbeirats der Hypo Vereinsbank und Unicredit, über die Gründe unterhalten, warum Frauen in der IT unterrepräsentiert sind. Zedlmayer wird kommendes Jahr auch am 4Gamechangers Festival dazu sprechen.

+++ WeAreDevelopers: „Klares Zeíchen für Frauen ín der IT“ +++

Frauen in der IT sind unterrepräsentiert. Ist in den letzten Jahren dennoch ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen?

Die Zahlen der Informatik-Studentinnen sind weltweit sogar rückläufig. Wir haben schon Zeiten erlebt, in denen es mehr weibliche Studierende gegeben hat. Ich kenne viele Frauen, die das Informatikstudium abbrechen, weil sie die einzige Frau unter einer Vielzahl an männlichen Studenten sind. Leider ist dadurch die Abbruchquote unter Frauen sehr hoch. Im Silicon Valley habe ich mit Frauen zusammengearbeitet, die mir gesagt haben, „das mache ich einfach nicht mehr mit“. Die Möglichkeiten sind jedoch vorhanden, die Zukunft anders zu gestalten.

Worin besteht die Wurzel des Problems?

Für mich liegt wahnsinnig viel in der Erziehung. Erwachsene sagen den Mädchen mit drei Jahren bereits, worin sie gut sind und nicht gut sind. Ihnen wird nachgesagt, dass sie gut kommunizieren können oder besonders empathisch sind. Die „technische Begabung“ sprechen sie hingegen den Buben zu. Hier liegt die Krux: Mädchen muss man schon viel früher für technische Dinge begeistern. Ich bin mir auch sicher, dass sie mitziehen, wenn man es schon von Anfang an macht.

Welche Rolle spielt dabei das Bildungssystem – insbesondere die Schule?

Leider “killen” wir in der Schule bereits ihr Forschertum ab, da meist nur das Auswendiglernen im Vordergrund steht. Wir erziehen die Kinder für eine Welt, die es überhaupt nicht mehr gibt. Ein Problem liegt aber auch bei den Eltern, da sie den Kindern viel mehr Freiraum lassen müssten, damit sie sich frei entfalten können. Stichwort Helikoptereltern: Sie wollen die Kinder nur beschützen, anstatt den Kinder freie Gestaltungsmöglichkeiten zu geben. 

Warum ist es so schwer die IT-Ausbildung zu reformieren?

Ich denke, dass die Bildung behäbig organisiert ist. In Deutschland haben wir sechzehn Bundesländer und jedes hat sein eigenes Kultusministerium. Dadurch wird der „Sense of Urgency“ nicht erkannt, die IT-Ausbildung zu reformieren. Dennoch muss man sagen, dass sich die Bildung in den letzten Jahrzehnten demokratisiert hat. Heutzutage kann man sich im Internet auf verschiedensten Plattformen seine Informationen beziehen und sich selbstständig weiterbilden.

Angenommen der IT-Unterricht wird reformiert: Wie sollte dieser dann aussehen?

Ein guter IT-Unterricht ist meiner Meinung nach eine Mischung aus Kreativität, Technik und Natur. Ich denke, dass beispielsweise im finnischen Bildungssystem eine gute Mischung vorherrscht. Dort geht es nicht darum, dass jedes Kind von Anfang an “nur” Programmieren lernt. Lehrer erarbeiten mit den Kindern beispielsweise soziale und ökologische Problemstellungen, die anschließend mit Hilfe von Programmen gelöst werden sollen. Das ist sowohl für Mädchen, als auch für Jungs interessant.

Welche konkrete Maßnahmen muss die Politik treffen, um den Unterricht zu reformieren?

Die Lehrpläne müssen vollkommen geändert werden. Zudem muss die Rolle des Lehrers neu definiert werden. Lehrer werden immer noch dazu ausgebildet, den Kindern beizubringen, was sie auswendig lernen müssen. Im digitalen Zeitalter sollten Lehrer den Kindern jedoch zeigen, wie sie sich selbständig Informationen besorgen können. Technische Endgeräte dürfen demnach nicht ideologisch aus dem Unterricht verbannt werden. Kindern sollte jedoch auch klar sein, dass sie Geräte nutzen, um sinnvolle Aufgaben zu erfüllen.

Jugendliche werden nicht nur in der Schule sozialisiert, sondern auch in der Freizeit. Idole, wie berühmte Sänger oder Schauspieler, prägen sie maßgeblich. Gibt es für Jugendliche eigentlich auch Idole oder Role-Models aus der IT-Branche?

Ja, es gibt Role-Models in der IT-Branche. Die meisten sind jedoch männlich. Mittlerweile gibt es aber immer mehr Frauen in der IT, die hervorstechen. Um ein paar Namen zu nennen: Juliana Rotich, Mitbegründerin von Ushahidi, Meg Whitman, ehemalige CEO und Präsidentin von Hewlett-Packard, oder Stacy Brown-Philpot, CEO von TaskRabbit. Diese Erfolgsgeschichten brauchen viel mehr Visibilität. Es ist wichtig, dass erfolgreiche Frauen aus der IT-Branche bei Veranstaltungen, wie dem 4GAMECHANGERS Festival, auf der Bühne stehen. Das hat auch einen großen Effekt auf junge Menschen. 

Was würden Sie einem 15-jährigen Mädchen mit auf den Weg geben, das sich für eine künftige Karriere in der IT-Branche interessiert?

Ich würde ihr mitgeben, dass sie unendliche Möglichkeiten hat und in einer sehr spannenden Zeit lebt. Sie soll neugierig und offen sein. Zudem soll sie sich die nötigen „Werkzeuge“ besorgen, um die Welt aktiv mitzugestalten.

Redaktionstipps

die Redaktion

domonda und Adam kämpfen gemeinsam gegen die Wirtschaftskrise

In einer Startup-Startup-Collaboration schaffen domonda und Adam gemeinsam eine "virtuelle Finanzabteilung", die vor allem KMU unter die Arme greifen soll.
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Bernhard Frühlinger, CEO von Adam. (links) und Mathias Kimpl, CEO von domonda (rechts), im Gespräch. © Johan van der Merwe

Die aus dem Corona-Lockdown entstandene Wirtschaftskrise zwingt Unternehmen jeder Größe, ihre Prozesse zu optimieren – was in den meisten Fällen Hand in Hand mit der Digitalisierung geht. Die beiden heimischen Startups Adam und domonda vertreiben daher ihre Produkte gemeinsam, um so zusammen eine „virtuelle Finanzabteilung“ zu schaffen.

Die Kernkompetenzen von domonda und Adam

Wie das funktioniert? domonda ist eine Lösung, mit der die Buchhaltung digitalisiert wird: Belege werden automatisch erfasst und mithilfe von künstlicher Intelligenz ausgelesen und vorkontiert. Rechnungsfreigabeprozesse können einfach implementiert werden und durch die Verknüpfung Ihres Bankkontos lassen sich auch Zahlungen, etc. automatisiert. Unter anderem zählt auch der brutkasten zu den Kunden von domonda.

Adam hingegen analysiert die entsprechenden Daten und hilft somit unter anderem dabei, einen Forecast zu erstellen und darauf basierend die jeweiligen Management-Entscheidungen zu treffen. Unter anderem geht es dabei darum, die Liquidität zu steigern – was gerade in Zeiten wie diesen wichtig ist. Dabei kommt nicht nur die Software zum Einsatz, sondern auch beratende Experten mit jahrelanger Controllingerfahrung. Gemeinsam bieten die beiden Startups also ein Paket, das Unternehmen zu mehr Effizienz und Überblick bei ihren Finanzen verhilft – und somit in manchen Fällen ihr Überleben in der Wirtschaftskrise sichern kann.

Startup-Startup-Collaboration in der Buchhaltung

„Vieles wird nach der Krise anders sein als zuvor, dazu zählt vor allem die Art und Weise wie Unternehmen arbeiten“, sagt Mathias Kimpl, Geschäftsführer von domonda: „Obwohl Österreich für seine innovativen Firmen und Weltmarktführer bekannt ist, hinken wir in der Digitalisierung stark hinterher.“ Neue Formen der Zusammenarbeit und die Digitalisierung verschiedenster Bereiche seien somit kein „Nice-to-Have“ mehr, sondern überlebenswichtig.

„Wir haben uns bewusst dazu entschieden, zu kooperieren. Durch unsere Zusammenarbeit stehen wir österreichischen Unternehmen mit maßgeschneiderten Lösungen zur Hilfe und halten gleichzeitig die Wertschöpfung, Jobs und die Innovationskraft in Österreich“, sagt Bernhard Frühlinger, Geschäftsführer von Adam.

KMU als Zielgruppe für Adam und domonda

Besonders KMU sind den Geschäftsführern zufolge eine wichtige Zielgruppe. Denn bei der steigenden Geschwindigkeit und Komplexität der Wirtschaft ist es für Führungskräfte besonders relevant, die wichtigsten KPIs immer im Blick zu haben, Risiken rasch zu erkennen und datengetriebene Entscheidungen treffen zu können. Was in Großunternehmen dank integrierter ERP- und BI-Systeme automatisiert abläuft, ist für KMU meistens noch immer die handgestrickte Excel-Tabelle, heißt es von den Unternehmen in einer Presseaussendung.

Gerade dort setzt die Kooperation von domonda und Adam an, denn die Kombination der beiden Plattformen ermöglicht laut Eigenangabe, „eine datengestütze und digitale Unternehmenssteuerung einfach zu etablieren“. domonda übernimmt dabei die Digitalisierung der Finanzprozesse. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz werden aufwändige manuelle Finanzprozesse rund um Belegerkennung, Verbuchung, Rechnungsfreigabe und Bankkontenabgleich automatisiert. Adam setzt im Controlling an. Die Plattform automatisiert das Finanz-Reporting für KMU und die Controlling Experten des Adam Teams agieren als externer Sparringspartner für Analyse, Optimierung und Planung.

„Die strukturierte digitale Aufbereitung und Analyse der finanziellen Daten im Unternehmen ist einer der Schlüsselfaktoren, die entscheiden wie gut Unternehmen die nächsten Monate bewältigen können.“, sagt Frühlinger. Und Kimpl ergänzt abschließend: „Mit diesem neuartigen Angebot helfen wir österreichischen Unternehmen dabei, mit voller Kraft in die Zukunft zu steuern.“

==> zur Website von domonda

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