„Fehler beim Generationswechsel gefährden Unternehmen in ihrer Existenz“

Im Interview erklärt die Wirtschaftsmediatorin, Autorin und Präsidentin des Symposium Wirtschaftsmediation Sandra Thaler, worauf es bei der Unternehmensnachfolge ankommt und warum es ein Buch dazu braucht.
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Sandra Thaler - Die Wirtschaftsmediatorin ist Top-Expertin auf dem Gebiet der Unternehmensnachfolge und hat nun ein Buch dazu veröffentlicht
(c) Sandra Thaler - Die Wirtschaftsmediatorin ist Top-Expertin auf dem Gebiet der Unternehmensnachfolge und hat nun ein Buch dazu veröffentlicht
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Irgendwann stellt sich in jedem Gründerin- oder Gründer- bzw. Eigentümerin- oder Eigentümer-geführten Unternehmen die Frage, wie es im Alter weitergeht. Generationswechsel bzw. Unternehmensnachfolge sind dabei keineswegs ein triviales Thema und bergen jede Menge Konfliktpotenzial.

Eine absolute Koryphäe auf dem Gebiet ist Wirtschaftsmediatorin Sandra Thaler. Die Juristin und Unternehmensberaterin beschäftigt sich in ihren Tätigkeiten seit vielen Jahren mit der Thematik und hat ihre Expertise nun unter dem Titel „Erfolgreiche Unternehmensnachfolge“ in einem Buch niedergeschrieben.

Im Interview haben wir Sandra Thaler unter anderem gefragt, welche Probleme beim Generationswechsel auftreten können und welche Tipps unbedingt beherzigt werden sollten.


Event-Tipp: Symposium Wirtschaftsmediation

Sandra Thaler ist Präsidentin des Symposium Wirtschaftsmediation, das dieses Jahr am 24. November online stattfindet. Auch dort ist die Unternehmensnachfolge zentrales Thema. Neben Sandra Thaler selbst treten etwa auch Matthias Strolz oder Xing-Österreich-Chefin Kristina Knezevic dort auf.

Sie sind Wirtschaftsmediatorin. Was hat Sie auf das Thema Unternehmensnachfolge gebracht?

Eigentlich fing alles 2004 an, als ich als nach meinem Gerichtsjahr und einigen Jahren als Rechtsberaterin meine Mediationspraxis eröffnet habe. Ich hielt viele Vorträge, danach konsultierten mich zahlreiche Familienbetriebe, um ihre Unternehmensnachfolge zu begleiten und Verhandlungen konsensual zu leiten. Es folgten Fachpublikationen und hunderte von Übergaben. Mit 2014 begannen die Schulungen, Trainings und Privatissimum/Seminare für Familienbetriebe.

Warum braucht es dazu jetzt ein Buch?

Ein Buch ist die ideale Vorbereitung auf die Unternehmensnachfolge, weil es Übergeber, Übernehmer und alle Beteiligten gut auf Personen und Themen einstimmen kann. Und damit verlaufen die Verhandlungen erfolgreicher. Das Buch ist ein Workbook mit Fallbeispielen, Checklisten, vielen praktischen Tipps und Interviews.

Was sind denn in der Unternehmensnachfolge die häufigsten Probleme in der Praxis?

Fehler beim Generationswechsel gefährden Unternehmen und deren Mitarbeiter in ihrer Existenz. Jede dritte Unternehmensnachfolge scheitert. Diese Fehler können vermieden werden, indem die Nachfolgefrage rechtzeitig – 2 bis 5 Jahre vor der geplanten Übergabe – gestellt wird. Wissen will frühzeitig weitergegeben und Kompetenzträger wollen aufgebaut werden. Statt Interessenkonflikten schaffen wir Klarheiten.

Bei Verkäufen (M&A) kommt es auf realistische Preisvorstellungen an. Bei firmeninternen Übergaben sind Abfindungen für weichende Erben ein sensibles Thema. Relevant ist auch die Frage der Finanzierbarkeit: Gibt es keinen Nachfolger, wären oft Mitarbeiter bereit, Firmenanteile zu kaufen. Viele scheitern aber am fehlenden Eigenkapital. Das gilt es vorab zu klären, ebenso wie bestehende Vorkaufsrechte oder verbleibende Gesellschafterrechte.

Wichtig ist: Die Nachfolge ist nicht als Stichtagereignis, sondern als Prozess zu verstehen. Daher ziehen unsere Klienten rechtzeitig Coachings oder eine Mediation hinzu.

Es gibt Unternehmerinnen und Unternehmer, die überhaupt nicht aufhören wollen. Wann ist denn der richtige Zeitpunkt für die Übergabe?

Das ist immer individuell – Corona beschleunigt jedenfalls die Nachfolgeprozesse. Die übergebende Generation muss bereit sein, loszulassen. So wie Ingeborg Bachmann einmal über die Kunst des Loslassens sagte: „Loslassen können ist keine Schwäche, sondern eine Stärke“. Das trifft allemal für unternehmerische Generationenübergaben zu. Dort, wo die ältere Generation loslassen muss, müssen die Jungen beherzt und respektvoll anpacken – auf ihre eigene Art und mit ihrer vollen Leidenschaft für die Sache. Sie nehmen sich ihre eigene Freiheit und übernehmen Verantwortung.

Wenn die „Alten“ es den „Jungen“ zugestehen, ihre eigene Spur zu ziehen und dass sie es anders machen, gelingt es, die Unternehmensidee in ein zeitgemäßes Gefäß zu füllen. Die junge Generation zeigt idealerweise Dankbarkeit und Respekt für das, was war und ist, sowie Mut und Entschlossenheit, den eigenen Weg zu gehen. Mit dieser Mischung ebnen wir gute Wege für die Zukunft.“

In manchen Fällen gibt es ein Kind, das übernehmen will, oder einen langjährigen Mitarbeiter. Aber wie findet man die richtige Person, wenn das nicht der Fall ist?

In vielen Traditionsbetrieben ist der Wunsch stark, den Betrieb in der Familie zu halten. Im neuen Buch ist das in den Interviews besonders deutlich. Wenn das nicht möglich ist, dann ist unser Netzwerk entscheidend. Natürlich kommen auch Mitarbeiter in Frage, die das Unternehmertum in sich tragen.
Im Buch finden Sie Checklisten, Fallbeispiele und Interviews, wie es Unternehmern gelingt, die passende Person zu finden und Übernehmern gelingt, die Mitarbeiter für sich zu begeistern.

Sie beschreiben im Buch „5 Schritte jeder erfolgreichen Unternehmensnachfolge“. Können Sie uns einen kleinen Vorgeschmack geben?

Die 5 Kernelemente sind anschaulich beschrieben, mit vielen Fallbeispielen. Erstens: „Wer führt das Unternehmen weiter?“ Es geht darum, den passenden Nachfolger zu finden. Zweitens: den richtigen Zeitpunkt dafür zu wählen. Wir haben durch Corona natürlich andere Bedingungen, insbesondere, wenn ein Unternehmen verkauft werden soll. Drittens: Wie können wir die weichenden Erben mit Fingerspitzengefühl in den Prozess einbinden? Im vierten Schritt folgt das neue Unternehmenskonzept. Und ich hab das in den letzten Jahren miterlebt: Die Digitalisierung bietet hier Chancen, sich neu aufzustellen. Und letztlich der fünfte Meilenstein in der Unternehmensnachfolge: tragfähige Verträge und Vereinbarungen. Hier gibt es vieles, das in der Vorbereitung wichtig ist, daher gibt es auch einen Onlinekurs „Erfolgreiche Nachfolge“ den wir für die Vorbereitung auf die Unternehmensnachfolge entwickelt haben.

die Redaktion

Alpin Loacker: Wie ein Familienbetrieb mit Online-Handel zum Global Player wurde

Mit Hilfe von Amazon führte Felix Loacker den Familienbetrieb Alpin Loacker in die Welt des Online-Handels. Mittlerweile werden die nachhaltig hergestellten Produkte des Outdoor-Ausstatters von Vorarlberg bis nach Japan exportiert.
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Felix Loacker, Geschäftsführer von Alpin Loacker.
Felix Loacker, Geschäftsführer von Alpin Loacker. (c) Alpin Loacker
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Felix Loacker kommt ganz nach seinen Eltern: Die beiden ambitionierten Bergsteiger haben ihren Sohn seit seiner Kindheit mit in die Berge genommen – zum Wandern, Bergsteigen, Klettern, Biken oder um auf Skitouren zu gehen. Kein Wunder also, dass der natur- und sport-begeisterte junge Mann das Unternehmen Alpin Loacker, das seine Eltern vor 27 Jahren gegründet haben, mit der gleichen Begeisterung führt. Der Anspruch der Unternehmer-Familie: Dank jahrelanger Erfahrung die besten Produkte für jedes Outdoor-Abenteuer anzubieten.

Familienunternehmen mit Online-Vertrieb

Was als stationäres Geschäft in Götzis, Vorarlberg, begann, ist mittlerweile ein stark wachsendes Multi-Channel-Unternehmen mit eigener Produktion und 600 Quadratmeter Lagerfläche. Felix Loacker bereitet es Spaß, neue spannende Ideen für den Familienbetrieb zu entwickeln: „Der Online-Vertrieb eröffnet uns ein chancenreiches neues Standbein, um unsere Eigenmarke Alpin Loacker weiter auszubauen und das Unternehmen zukunftsfit zu machen.“

Eines der Outdoor-Produkte von Alpin Loacker: Eine Lunchbox mit integriertem Holz-Schneidebrett. (c) Alpin Loacker

Vor drei Jahren hat er Alpin Loacker mit Hilfe von Amazon in eine neue, digitale Ära geführt: „Im ersten Jahr erzielten wir 40.000 Euro Umsatz mit dem Online-Verkauf über Amazon. Im Jahr darauf war es bereits eine halbe Million Euro. Mittlerweile machen wir fast 2 Millionen Euro Umsatz online,“ berichtet der junge Unternehmer, der mittlerweile die Geschäftsführung von den Eltern übernommen hat, stolz.

Alpin Loacker ist „Big in Japan“

Über seine Online-Kanäle macht das Unternehmen in Deutschland sogar mehr Umsatz als in Österreich. „Das ist ein großer Markt, quasi vor unserer Haustüre,“ sagt Loacker. Aber auch im fernen Osten ist Qualität „Made in Austria“ beliebt, wie Loacker sagt: „Uns hat überrascht, dass unserer Produkte sich auch in Japan größter Beliebtheit erfreuen. Deshalb verkaufen wir jetzt auch verstärkt auf Amazon Japan.“  

Amazon mit KMU-Aktion zum Prime Day

Ergänzend zu den Vertriebsmöglichkeiten für Händler bietet Amazon zum aktuellen Prime Day außerdem eine Aktion, von der KMU profitieren. Prime-Mitglieder, die zwischen dem 28. September und 12. Oktober Produkte von kleineren und mittleren Verkaufspartnern im Mindestwert von 10 Euro erwerben, erhalten im Gegenzug ein Guthaben von 10 Euro zum Shopping an Prime Day.

Im Vorfeld des Prime Day wird zudem reichweitenstarke Aufmerksamkeit erzielt durch extra eingerichtete Storefronts, in denen KMU-Produkte präsentiert und in den Fokus der Kunden gerückt werden. Abrufbar sind diese unter Amazon.de/storefronts. Insgesamt investiert Amazon in die Bewerbung und Vermarktung von KMU-Produkten zum Prime Day und zur Weihnachtssaison 85 Millionen Euro.

Wie Alpin Loacker auf Nachhaltigkeit achtet

Doch Umsatzwachstum ist nicht alles für den Familienbetrieb: „Bei all unseren unternehmerischen Aktivitäten steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund,“ sagt Loacker. So weitet Alpin Loacker die Produktion der eigenen Marke in Österreich aus, um Transportwege zu reduzieren und dadurch den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Bei der Produktion selbst wird auf nachhaltige, hochqualitative Materialien geachtet, außerdem werden Reparaturen durch die hauseigene Werkstätte angeboten.

„Wir versuchen unseren Kunden bewusst zu machen, dass kaputte Ausrüstung nicht gleich in den Müll muss, denn umso länger ein Produkt im Kreislauf bleibt, umso weniger belasten wir die Umwelt“, erklärt Felix Loacker. Im Bereich Logistik wickelt man den Warenversand nahezu plastik-frei ab. Außerdem wird anfallender Abfall wie Karton und Plastik intern wiederverwertet, um die Abfallmengen bestmöglich zu reduzieren.   

Felix Loacker: Wollen nachhaltigste Outdoor-Marke Europas werden

„Mein erklärtes Ziel ist es, dass wir die nachhaltigste Outdoor Marke in Europa werden, die gleichzeitig das beste Preis-Qualitäts-Verhältnis bietet,“ sagt Felix Loacker. Wie wichtig es ihm ist, hierfür auch seine Mitarbeiter zu motivieren, formuliert er so: „Wenn nicht nur ich, sondern auch meine Mitarbeiter am Morgen mit Freude aufstehen, dann bin ich wunschlos glücklich.“

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