Bereits im März diesen Jahres wählte eine Jury mit Vertretern aus dem Biodiversitätsbereich und der Startup-Szene aus knapp 90 Einreichungen die sechs besten Geschäftsideen für den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt. Darunter Kommunikationsexpertin­ Saskia Wallner, Biodiversitätsexperte Thomas Wrbka, Finanzexpertin Christa Maier, Startup-Berater Jens Köster und der aus der TV-Show “2 Minuten 2 Millionen” bekannte österreichische Investor Heinrich Prokop. Die Siegerteams wurden aus den Kriterien “Biodiversitäts-Impact”, “Business-Modell”, “Innovation” und “Team” bestimmt. Nun steht am 27. September das große Finale von Innovate4nature an.

+++ Nature of Innovation»: der erste Wissenschaftspark, der von der Natur inspiriert ist +++

Das sind die Finalisten von Innovate4nature

Alle sechs Teilnehmer haben bereits 5000 Euro Preisgeld erhalten und dürfen beim Programm für Gründer im Impact Hub Vienna mitmachen. Dazu gehört das Startup “Alles Powidl im Zwetschkenreich”, das die Vielfalt an österreichischen Primitivpflaumen erhalten will, “almgrün”, das sich für eine solidarische und biologische Landwirtschaft einsetzt und “markta”, ein digitaler Bauernmarkt, der regionale Lebensmittelproduzenten mit regionalen Konsumenten verbindet.

Weiters hat es das Unternehmen “Pflanzen-Urinal” ins Finale geschafft. Das Team möchte ein öffentliches Urinal mit integrierter vertikaler Pflanzenkläranlage produzieren. “Alpengummi” entwickelt einen 100% natürlichen Kaugummi, der rein aus nachwachsenden regionalen Rohstoffen besteht. Und “Seedpap” hat im Sinn, eine blühende nachhaltige Verpackung zu entwerfen.

“Unternehmen müssen Teil der Lösung sein”

“Die Idee, einen Startup-Wettbewerb zu veranstalten, begleitete den WWF schon länger. Als Umweltschutzorganisation, die auch mit Unternehmen zusammenarbeitet, um ein nachhaltigeres Wirtschaften zu fördern, wissen wir ob den Einfluss, den Unternehmen auf Natur- und Artenvielfalt haben können. Wir als WWF verfolgen die Philosophie, dass Unternehmen als Mitverursacher der Übernutzung unseres Planeten auch Teil der Lösung sein müssen”, erklärt Elisa Gramlich, inwieweit Startups in Sachen Nachhaltigkeit etwas beitragen können.

Tolle Ideen, aber Mangel an Kapital

“Während etablierte Unternehmen aufgrund ihrer Größe über einen enormen Hebel zur Verbesserung der Situation verfügen, erleben wir, dass es oft Startups und kleine Unternehmen sind, die innovativ und mutig als Vordenker und Vorreiter in Sachen Umwelt- und Naturschutz agieren. Uns war es wichtig eine Möglichkeit zu finden, diese Startups auf ihrem Weg zu erfolgreichen Unternehmen zu unterstützen – denn oft gibt es ganz tolle Ideen, denen es dann aber an Geld für die Umsetzung fehlt”, so Gramlich weiter.

“Wir verbrauchen eineinhalb Mal so viele Ressourcen, wie wieder nachwachsen können.”

Zu den größten Problemfelder des Biodiversitätsschutzes zählen Ressourcenverbrauch und Zerstörung der Lebensräume, wie Aschauer ausführt: “Wir verbrauchen global gesehen eineinhalb Mal so viele natürliche Ressourcen unserer Erde, wie wieder nachwachsen können. Die Biodiversität – also die Vielfalt an Arten und Lebensräumen sowie die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Arten – steht dabei enorm unter Druck. Durch intensive Land- und Forstwirtschaft, Bodenversiegelung und Landschaftszerschneidung wird der Zustand von wertvollen, einzigartigen Lebensräumen verschlechtert oder sie werden ganz zerstört. Aufgrund von einer Überfischung der Meere, nicht nachhaltiger Jagd und Fischerei sowie Wilderei und illegaler Verfolgung gefährdeter Arten, geraten viele Tierarten in Bedrängnis oder werden  im schlimmsten Fall sogar ausgerottet.”

Nachhaltigkeit als Credo

Es gelte jetzt den Zustand der bereits geschädigten Lebensräume zu verbessern, so Aschauer weiter. “Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei müssen nachhaltig betrieben werden. Umgelegt auf Unternehmen, braucht es ein viel verantwortungsvolleres Wirtschaften und auch Mut zu Innovationen und neuen, naturverträglicheren Konzepten. Als  Konsument braucht es ein Commitment zu vernünftigem Konsum. Egal, ob beim täglichen Einkauf, der am besten bio-regional und saisonal sein sollte, oder bei der Gestaltung unseres Alltags mittels umweltfreundlichen Mobilitätslösungen und naturverträglichen Energiekonsums”, sagt er.

Wichtige Rolle für Startups

In diesem Sinne komme besonders Unternehmen und Startups eine gewichtige Rolle zu. “Wir als WWF setzen alles daran, Naturzerstörungen Einhalt zu gebieten. Dabei können wir gar nicht genug Unterstützer haben. Am effektivsten funktioniert Umweltschutz immer, wenn alle an einem Strang ziehen. Dazu zählen Non Profits, die Zivilgesellschaft, die Politik aber auch Unternehmen. Innovative, mutige Startups können als ‚first mover‘ agieren, die den Markt mit neuen Ideen im Idealfall revolutionieren und ihn so von innen im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes verändern”, sagt Gramlich.

Über Innovate4nature

2015 wurde der innovate4nature Startup-Wettbewerb ins Leben gerufen. Mit dem Impact Hub Vienna und dem BMNT im Rahmen der Biodiversitäts-Initiative vielfaltleben, unterstützt von SPAR Österreich.

Programm des Final-Events

17:00 – 18:30 | Innovate4nature Jury-Pitches
18:30 – 19:30 | “Venture fair”
19:30 – 19:45 | Startup-Pitches
19:45 – 20:15 | Preisverleihung: € 10.000 für den Siegerpitch.
20:15 | Networking

Hard Facts

Wann: 27. September 2018 | 17 –  22 Uhr
Wo: Impact Hub Vienna | Lindengasse 56, 1070 Wien
Kostenlose  Registrierung & mehr Infos unter Eventbrite
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