Fruchtbarkeitstests gibt es bereits einige am Markt. “Jene, die mit Messung der Temperatur funktionieren sind aber ungenau. Und jene, die mit Urin funktionieren, sind umständlich”, sagt Lisa Krapinger, CMO beim Grazer MedTech Carbomed. Mit ILO – kurz für “I love” bringt das Startup eine komplett neue Lösung: Einen Fruchtbarkeitstest über die Atemluft. “Frauen sind üblicherweise sechs Tage lang empfängnisbereit. Unser Gerät kann gemeinsam mit unserer App fünf davon identifizieren”, sagt Krapinger.

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CO2-Gehalt ausschlaggebend

Die Technologie basiert dabei auf einer Messung des CO2-Gehalts in der Atemluft über das ILO-Gerät. Über die dazugehörige App werden zusätzliche Informationen aufgenommen. “So lernt die App pro Zyklus immer mehr dazu”, sagt Krapinger. ILO sei daher auch interessant für Menschen, die mehr über ihren eigenen Körper lernen wollen. Zur Empfängnisverhütung könne man das Produkt hingegen derzeit noch nicht anbieten. “Die Frage nach der Verhütung bekommen wir sehr oft. Die liegt natürlich auf der Hand. Damit ILO aber tatsächlich als nicht-hormonelles Verhütungsmittel zugelassen werden kann, bedarf es noch weiterer Schritte. Wir forschen in die Richtung”, erklärt die Marketing-Chefin.

Carbomed: ILO in Aktion

(c) Carbomed: ILO in Aktion

Drei Millionen Euro Kapital

Stichwort Forschung: Hinter ILO steht eine lange Entwicklungsphase. Die Idee dazu hatte der Gynäkologe Ludwig Wildt, Professor an der MedUni Innsbruck, bereits 1997. Später lernte er seinen Co-Founder, den heutigen Carbomed CTO Horst Rüther kennen. Die beiden forschten weiter an der praktischen Umsetzung. 2016 gab es den ersten Prototypen. “Dann haben wir mehrere Studien durchgeführt, die letzte mit 60 Frauen. Wir konnten beweisen, dass ILO auch bei irregulären Zyklen funktioniert”, sagt Lisa Krapinger. Ab 2017 und einem weiteren Prototypen sei klar gewesen, dass man bereit für den Markt sei. Insgesamt rund drei Millionen Euro an Eigenkapital – es sind einige InvestorInnen an Bord – und Förderungen (ua. aws und FFG) flossen bislang in das Projekt.

ILO: In Kärnten produziert, USA als wichtigster Zielmarkt

Nun steht man bei Carbomed knapp vor der Serienproduktion. Als Partner dafür hat man ein Kärntner Unternehmen gefunden. Kommenden Februar will man ausliefern. Für die EU und die USA liegen Zertifizierungen vor, entsprechend sind das auch derzeit die Zielmärkte. Einen ersten großen Push soll nun eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo geben, die heute startet. “Wir arbeiten dazu mit einer US-Agentur zusammen, die darauf spezialisiert ist”, sagt die CMO. In den USA erwarte man sich auch die meisten Verkäufe.

“Mindestens 30.000 Dollar”

Das Funding-Ziel wurde flexibel festgelegt. Krapinger nennt dennoch ein Ziel: “Wir wollen bei der Kampagne mindestens 30.000 Dollar umsetzen”. Die ersten 50 Stück sind als “Super Early Bird” um 59 Prozent auf einen Verkaufspreis von 159 US-Dollar reduziert. Danach erfolgt eine Staffelung. Im Handel soll das Gerät samt Zugang zur App letztlich 390 US-Dollar kosten.

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