8,3 Millionen Euro Investment für E-Learning-Startup GoStudent

Left Lane Capital und DN Capital investieren insgesamt 8,3 Mio. € in GoStudent, Swoodoo und die HomeToGo Gründer steigen als strategische Partner ein.
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GoStudent
Felix Ohswald und Gregor Müller, Co-Founder von GoStudent. (c) GoStudent
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zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

  • Das Wiener E-Learning Startup GoStudent hat eine Series A Finanzierungsrunde in Höhe von 8,3 Millionen Euro abgeschlossen, die von Left Lane Capital aus New York angeführt wird.
  • Neben den bestehenden Investoren nimmt auch DN Capital aus London an der Finanzierungsrunde teil.
  • Darüber hinaus kommen die Gründer von Swoodoo und HomeToGo mit ihrem Investmentvehikel NFQ als strategische Partner mit an Bord.
  • GoStudent versteht sich als „eine digitale und globale Schule, die Schülerinnen und Schüler im Einzel- oder Gruppenunterricht mit den besten Lehrern weltweit verknüpft“.
  • Im Verlauf der letzten zwölf Monate hat das Startup ein monatliches Wachstum von 30 Prozent verzeichnet.

Das Wiener E-Learning Startup GoStudent hat eine Series A Finanzierungsrunde in Höhe von 8,3 Millionen Euro abgeschlossen, die von Left Lane Capital aus New York angeführt wird. Neben den bestehenden Investoren nimmt auch DN Capital aus London an der Finanzierungsrunde teil. Darüber hinaus kommen die Gründer von Swoodoo und HomeToGo mit ihrem Investmentvehikel NFQ als strategische Partner mit an Bord.

Das Geschäftsmodell von GoStudent

GoStudent versteht sich als „eine digitale und globale Schule, die Schülerinnen und Schüler im Einzel- oder Gruppenunterricht mit den besten Lehrern weltweit verknüpft“.

+++Wie GoStudent den Pivot zu einem funktionierenden Geschäftsmodell schaffte+++

Der Unterricht wird live in einem virtuellen Klassenzimmer abgehalten und kann in 6-, 12- oder 24-monatigen Abonnementpaketen gebucht werden. GoStudent bietet Lehrern und Schülern mit diversen integrierten Funktionen eine Infrastruktur, die es beiden Parteien ermöglicht, sich komplett auf den Unterricht zu konzentrieren. GoStudent arbeitet zudem datengetrieben und KI-basiert, etwa bei dem selektiven Auswahlverfahren und dem Onboarding der Lehrer und dem Matching, also der individuellen Wahl des passenden Lehrers für den einzelnen Schüler. Zudem bietet GoStudent einen kostenlosen Hausaufgaben-Chat an, in dem Schüler und Studenten schnell und einfach ihre Lernfragen mit anderen diskutieren können.

Wachstum bei GoStudent – schon vor der Coronakrise

GoStudent weist seit geraumer Zeit – also schon vor dem Elearning-Boom im Rahmen der Coronakrise – beeindruckende Wachstumszahlen auf. Im Verlauf der letzten zwölf Monate hat das Startup ein monatliches Wachstum von 30 Prozent verzeichnet. Derzeit werden jeden Monat etwa 55.000 Lerneinheiten des kostenpflichtigen Unterrichts von 1.100 aktiven Tutoren durchgeführt. Diese Entwicklung untermauert die Notwendigkeit und den Nutzen einer umfassenden, digitalen Lernplattform, denn auch wenn sich das globale Bildungssystem wieder normalisiert, wird der Zugang zu Online-Bildung in Zukunft immer wichtiger werden.

GoStudent expandiert weiter in Europa

Diese Zahlen und das Geschäftsmodell haben auch die Investoren überzeugt. Die Finanzierung soll vor allem dazu genutzt werden, die Akquisition neuer Kunden und Tutoren im deutschsprachigen Raum zu beschleunigen, weitere Investitionen in das Produkt zu tätigen und gleichzeitig in neue Märkte zu expandieren, um die Internationalisierung voranzutreiben. Nach Deutschland, Österreich und der Schweiz soll das Angebot demnächst auf weitere europäische Märkte ausgeweitet werden.

+++Alle Startup-Investments im Überblick+++

„Wir freuen uns über die erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde und die erfahrenen Investoren und Partner, die wir von unser Mission überzeugen konnten. Nicht nur die aktuelle Krise zeigt deutlich, dass wir die Digitalisierung des Unterrichts und der Schulen vorantreiben müssen“, sagt GoStudent Gründer und CEO Felix Ohswald: „Für uns ist das Investment vor allem eine strategische Weichenstellung für die Zukunft. Unser Plan ist es, bis zum Ende des Jahres über den deutschsprachigen Raum hinaus zu expandieren.“

GoStudent gegen das „Stigma“ des Nachhilfeunterrichts

„Wir sind begeistert, mit solch bescheidenen und motivierten Gründern zusammenzuarbeiten, um gemeinsam ein Ed-Tech-Unternehmen der nächsten Generation aufzubauen. Der Markt erlebt eine schnelle und permanente Verlagerung hin zum Online-Lernen und GoStudent löst sein Versprechen ein, Nachhilfeunterricht für die breite Masse anzubieten“, sagt Harley Miller, Managing Partner bei Left Lane Capital:  „Das Produkt, das sie anbieten, ist wesentlich erschwinglicher und dennoch effizienter als der Status quo.“ Anders als in Asien und in geringerem Maße auch in den USA, sei Nachhilfeunterricht in Europa historisch gesehen stigmatisiert worden. „Aber GoStudent hat das Paradigma geändert und positioniert Nachhilfeunterricht als einen proaktiven Ansatz, den alle Schüler ausüben können und sollten“, so Miller.

„Wir sind sehr beeindruckt von der Qualität des Teams und der bisherigen Performance von GoStudent“, sagt auch Nenad Marovac, Managing Partner & CEO von DN Capital: „Mit positiven Zufriedenheitswerten bei Kunden und Tutoren, einem starken Fokus auf bessere Lernergebnisse und wirtschaftlichen Erfolg, ist das Unternehmen gut positioniert, um eine der erfolgreichsten, europäischen Plattformen für Online-Tutoring zu werden.“

BDO begleitet das GoStudent-Investment

Begleitet wurde das Investment von BDO, welche mit mehr als 800 Mitarbeitern an den Standorten Wien, Oberwart, Bruck/Leitha, Linz, Eferding, Salzburg, Graz und Judenburg  zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften Österreichs gehört. Die BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft ist Mitglied des internationalen BDO Netzwerks, das mit über 88.000 Mitarbeitern in 167 Ländern an insgesamt 1.809 Standorten vertreten ist.

BDO Österreich hat eine eigene Startup-Abteilung, welche die Gründer von Anbeginn an über die gesamte Laufzeit begleiten. „Wenn man ein Startup seit den frühen Anfängen steuerlich begleitet, dann freut man sich über den Einstieg eines solch namhaften, internationalen Investors besonders,“ sagt Martin Mertel, Steuerberater und Director von BDO Austria GmbH über die Transaktion.

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Redaktionstipps

Nikolaus Jilch

Der Sparefroh: Ein Kultstar in der Sinnkrise

Ein landesweit bekanntes Spar-Maskottchen gibt es natürlich nur in Österreich. Der Sparefroh muss aber seine Rolle erst wieder finden. Es gäbe viel zu tun.
/sparefroh-weltspartag/
Der Sparefroh kommt ursprünglich aus Deutschland.
Der Sparefroh kommt ursprünglich aus Deutschland. (c) sparkasse/Georg Schober
jungesgeld

Früher war nicht alles besser. Aber der Weltspartag schon. In den 1960er- und 1970er-Jahren war das ein Event. Der Sparefroh, das offizielle Maskottchen der heimischen Sparer, war damals bekannter als der amtierende Bundespräsident. Bevor jemand fragt: Ja, Österreich ist das einzige Land der Welt, wo das Maskottchens des Weltspartags bis heute große Bekanntheit und Kultstatus genießt.

Es gab Lieder über ihn und eine Zeitschrift, die von mehr als der Hälfte der heimischen Schüler gelesen wurde. Der Sparefroh mit dem roten Hut und einer Münze als Rumpf hat mehrere Wirtschaftskrisen überstanden und sogar einige Banken überlebt, die ihn einst groß gemacht haben. Wie die Zentralsparkasse, die in den 1990ern in der Bank Austria aufging. Der ursprünglich aus Deutschland eingewanderte Sparefroh – er wurde vom Sparkassenverlag Stuttgart erfunden – steht für eine Epoche, in der Finanzbildung für Kinder offenbar ernster genommen wurde als heute.

Sparen kann auch froh machen

Alleine der Name des Sparefroh, der heuer schon 64 Jahre alt wird, vermittelt die Botschaft. „Sparefroh ist das Symbol für eine bestimmte Einstellung. Sparen ist nicht immer mit Freude verbunden, sondern mit Entbehrungen. ‚Froh sparen‘ kann man jedoch, wenn man den künftigen Sparnutzen stärker im Auge hat als die gegenwärtigen Entbehrungen. Und dafür steht der Sparefroh“, erklärt der Meinungsforscher Fritz Karmasin laut Wikipedia. Früher wurde an Lehrer, die sich in Sachen Wirtschaftsbildung hervorgetan haben, sogar der „goldene Sparefroh“ verliehen. Gold und Sparen in einer Figur. Das ist die österreichische Zweifaltigkeit. Im dritten Bezirk, wo die Zentrale der Zentralsparkasse mal stand, erinnert sogar eine Sparefrohgasse an ihn. Eine Ehre, die in Wien sonst nur Toten zu Teil kommt.

Aber der Sparefroh ist nicht umzubringen. Als die Banken in den 80er- und 90er-Jahren neue Sparformen entwickelten und Aktien erstmals populär wurden, wollte man sich von dem alten Herrn langsam verabschieden. Der Raiffeisensektor stieg auf die Sumsi-Biene um. Die Sparkassen bedienten sich erneut in Stuttgart und machten „Knax“ zur neuen Leitfigur. Der sollte nicht mehr so viel aufklären, sondern eher unterhalten.

Der Sparefroh ist bekannt und beliebt wie eh und je

Aber die Marketingexperten hatten die Rechnung ohne die sturen Österreicher gemacht. Zum 50. Geburtstag des Sparefroh im Jahr 2006 gaben Erste Bank und Sparkassengruppe eine Untersuchung in Auftrag und stellten fest: Der Sparefroh ist immer noch extrem bekannt und beliebt. Vor allem bei denen, die in der Nachkriegszeit Kinder waren. Also wurde die Figur im Retrostil neu entworfen und am Rumpf hielt der Euro Einzug.

Aber die Zeiten, in denen Kinder mit gefüllten Sparschweinen Ende Oktober am Weltspartag in eine Bankfiliale pilgern, sind trotzdem lange vorbei. Heuer wird es erstmals seit Jahrzehnten gar keinen Weltspartag geben, sondern zwei Weltsparwochen. Schuld ist natürlich die Pandemie. Die hat zwar die Sparquote nach oben getrieben. Aber auch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sparefroh heute trotz seiner anhaltenden Popularität in einer Sinnkrise steckt.

Geld am Sparbuch ist heute arm dran

Seine Botschaft ist zwar zeitlos aktuell. Sparen ist wichtig, um Kapital aufzubauen. Für Anschaffungen, Investitionen, schwere Zeiten oder den Ruhestand. Aber das bekannteste Mittel zum Zweck, das Sparbuch, taugt dafür kaum noch. Schon seit Anfang der 2000er-Jahre sind die so genannten Realzinsen negativ. Heißt: Das Geld wächst am Sparbuch langsamer als die Inflation seine Kaufkraft erodiert. Oder einfacher: Wer am Sparbuch spart, verliert.

Dem Sparefroh steht sein eigener Erfolg im Weg. Schon zu seinem 60. Geburtstag 2016 versuchten die Banken einen kleinen Vorstoß, um die sturen heimischen Sparer in neue Produkte zu lenken. Heute sprechen wir vom „Fondssparen“ und „Aktiensparen“. Aber viele sind skeptisch. Wer am Sparbuch spart, verliert stetig ein bisschen. Aber wer in Produkte investiert, bei denen er das Risiko nicht versteht, kann rasch viel verlieren. Die Österreicher waren in den vergangenen Jahrzehnten leider bei jedem Blödsinn dabei, den es so gab. Von Franken- und Yenkrediten über geschlossene Schifffonds bis zu Bitcoin-Pyramidenspielen wie Optioment. Selbst die Fonds des Jahrhundertbetrügers Bernie Madoff würden in Bankfilialen an heimische Sparer verkauft. Die Skepsis ist also verständlich.

Die Zinsen feiern lange kein Comeback

Und doch wissen wir seit Corona: Die Zinsen werden weiter unten bleiben. Je länger das so bleibt, wird der Sparbuchsparer nicht froh – egal was das populäre Maskottchen sagt. Global haben die Anleger die Flucht nach vorne längst begonnen. Smartphone und Globalisierung haben für günstigere und transparentere Produkte gesorgt: ETFs, Indexfonds, Roboadvisors, Handybroker etc. Die großen Banken sind auch bemüht, günstige Fonds aufzulegen. Gold bleibt ein Evergreen. Und Bitcoin (ohne Pyramidenspiel!) setzt sich immer stärker durch.

Der Sparefroh könnte sich hier nützlich machen. Nicht als Werbefigur, sondern als Aufklärer. So wie vor 50 Jahren, als er noch jung und voller Energie war. Denn auch wenn es schon ein Sparefroh-Museum gibt, eigentlich gehört er nicht dorthin.

Über den Autor

Niko Jilch ist Wirtschaftsjournalist, Speaker und Moderator. Nach acht Jahren bei der „Presse“ ging er Ende 2019 zum Thinktank „Agenda Austria“, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Bereiche „Geldanlage und digitale Währungen“ abdeckt, sowie digitale Formate aufbaut, etwa einen neuen Podcast. Twitter: @jilnik

Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information und geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von derbrutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.

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