GEM 2018: „Unternehmerische Aktivität in Österreich leicht rückläufig“

Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) ist die größte internationale Vergleichsstudie zum Unternehmertum. Heute, Montag, wurden die Ergebnisse des österreichischen Länderberichts für 2018 im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) präsentiert.
/gem-2018-praesentation/

Zusammenfassung aus

Zusammenfassung ein

GEM 2018
(c) Martin Pacher / der brutkasten: (v.l.n.r.) Die Studienautoren des FH Joanneum Christian Friedl, Eric Kirschner und Bernadette Frech
Der Summary Modus bietet einen raschen
Überblick und regt zum Lesen mehrerer
Artikel an. Der Artikeltext wird AI-basiert
zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

Wie hat sich der Anteil an Jungunternehmern in Österreich verändert? Welchen Stellenwert hat Unternehmertum im Bildungsbereich? Welche Einstellungen vertreten die Österreicher gegenüber Unternehmertum? Das sind Fragen, auf die der österreichische Länderbericht des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Antworten liefert.

+++ Austrian Startup Monitor: 500 Founder befragt – das sind die Ergebnisse +++

Die internationale Vergleichsstudie wurde in über 80 Ländern weltweit durchgeführt. Seit 2005 obliegt die Durchführung in Österreich dem FH Joanneum mit ihrem Institut für Internationales Management. Dabei werden Gründungsaktivitäten, die Einstellung zur Unternehmensgründung sowie spezielle Charakteristika von Unternehmern erhoben.

Für den Bericht wurden in Österreich 4580 Personen zum Thema Unternehmertum befragt. Zudem flossen qualitative Befragungen von insgesamt 38 Experten mit ein, wobei diese die Rahmenbedingungen für Unternehmertum analysierten und bewerteten. Die Ergebnisse wurden heute, Montag, von den Studienautoren der FH Joanneum im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) präsentiert.

„Jungunternehmertum“ befindet sich auf Höchsstand

Wie die Studienautoren erläutern, zeige der Bericht, dass Österreichs Gründungslandschaft immer „dynamischer“ wird. Mit 10,9 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung befindet sich der Anteil an Jungunternehmer an der erwerbstätigen Bevölkerung auf einem neuen Höchststand. Damit nehme Österreich Platz drei im österreichischen Vergleich ein.“Die Rate des Jungunternehmertum ist mit fast elf Prozent auf einem Allzeithoch“, so Christian Friedl, Leiter des GEM Österreich Teams vom Institut für Internationales Management der FH Joanneum im Interview mit dem brutkasten.

Live von der Vorstellung des Global Entrepreneurship Monitors

Live-Talk von der Vorstellung des Global Entrepreneurship Monitors des FH Joanneum – International Management mit Christian Friedl, Dozent des FH Joanneums, Stefan Buchinger vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Bernadette Frech, CEO von Instahelp, Lisa Fassl, Geschäftsführerin der Austrian Angel Investors Association und Eric Kirschner von Joanneum Research.

Gepostet von DerBrutkasten am Montag, 17. Juni 2019

Unternehmertum in Österreich leicht rückläufig

Trotz diesen erfreulichen Wertes hinsichtlich des „Jungunternehmertums“ sei ein leichter Rückgang der gesamten „unternehmerischen Aktivität“ feststellbar – so stellte der GEM weniger etablierte Unternehmer und mehr Unternehmensausstiege fest. Dies sei unter anderem auf die gute Konjunktur zurückzuführen, die dazu führe, dass die Unselbständigkeit gegenüber der Selbständigkeit attraktiver geworden ist.

Frauenanteil bei Jungunternehmer nur 36 Prozent

Laut dem GEM sind Österreichs Jungunternehmer im Schnitt 37 Jahre alt. Der Frauenanteil beträgt lediglich 36 Prozent und hat sogar abgenommen. Im Bereich des Female Entrepreneurship gebe es laut Bernadette Frech, Co-Autorin der Studie und Gründerin des Startups Instahelp, massiven Aufholbedarf.

Fast zwei Drittel aller Jungunternehmer sind in Familienunternehmen aktiv. Die Rate an Jungunternehmer ist in Wien mit 14,1 Prozent am höchsten, gefolgt von Kärnten mit 13,4 Prozent und Salzburg mit 11,7 Prozent. Das Schlusslicht bilden die Steiermark und das Burgenland. (siehe Grafik)

(c) GEM 2018 FH JOANNEUM

GEM 2018: Bild des Unternehmertums ändert sich

Wie sich laut dem GEM weiters zeigt, ändere sich das öffentliche Bild des Unternehmertums laut den Studienautoren zum Positiven, wobei die Werte dennoch niedrig sind. So empfinden lediglich 50 Prozent „Gründen“ als eine erstrebenswerte Karrierewahl. Im Langzeitvergleich sei hier allerdings ein positiver Trend feststellbar, der unter anderem auf den Boom der Startup-Szene zurückzuführen sei. Allerdings haben 45 Prozent Angst vor dem „unternehmerischen Scheitern“. Die häufigsten Gründungsmotive sind der Wunsch nach „größerer Unabhängigkeit“ und die „Verbesserung des eignen Einkommens“.

Förderprogramme „top“, soziokulturelle Normen „flop“

Neben Gründungsmotiven und der Einstellung der Österreicher gegenüber „Unternehmertum“ wurde zudem erhoben, wie Unternehmertum in Österreich finanziert wird. Österreich sei laut dem GEM bei öffentlichen Förderungen im europäischen Vergleich führend, wobei Bürokratie und Steuern als ein „Hemmnis“ wahrgenommen werden.

Ein weiteres Hemmnis stellen laut dem GEM die hiesigen „soziokulturellen Normen“ dar, sprich die österreichische Kultur. Dazu heißt es: „Die Österreichische Kultur wird als nicht Entrepreneurship-fördernd eingestuft. Die Übernahme unternehmerischen Risikos wird durch die vorherrschende Kultur am wenigstens gefördert.“ Im europäischen Vergleich mit 19 teilnehmenden Ländern befindet sich Österreich lediglich an 14. Stelle.


=> zum Global Entrepreneurship Monitor Austria

Redaktionstipps

die Redaktion

Lumos Ultra: Fahradhelm sammelt über 1,8 Millionen Euro auf Kickstarter

Lumos hat mit dem Lumos Ultra einen smarten Fahradhelm entwickelt, der auf Kickstarter das Fundingziel von rund 50.000 Euro in vier Minuten erreicht hat. Nun steht das Startup bei etwas mehr als 1,8 Millionen Euro und über 17.000 Unterstützern. Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum 20. Juli.
/lumos-ultra-fahradhelm-sammelt-uber-18-millionen-euro-auf-kickstarter/
Lumos Ultra, Helm, Radhelm, Fahrradhelm, Kickstarter
(c) Lumos/FB - Der smarte Helm Lumos Ultra konnte sein Fundingziel auf Kickstarter weit übertreffen.

Rund fünf Millionen Österreicher nutzen laut VCÖ, einer gemeinnützigen Organisation „für ökologisch verträgliche, sozial gerechte und ökonomisch effiziente Mobilität“, das Fahrrad zumindest gelegentlich als Verkehrsmittel. Der Umsatz der deutschen Fahradindustrie lag im Jahr 2017 bei 2,69 Milliarden Euro und stieg im Jahr danach auf 3,16 Milliarden. Global werden laut dem „International Bicycle Fund“ jährlich 130 Millionen Fahrräder verkauft. Es sind Zahlen, die sich auch in einer Crowdfunding-Kampagne für den smarten Fahrradhelm Lumos Ultra widerspiegeln.

Lumos Ultra: Über 50.000 Euro in vier Minuten

Das Hongkonger Startup hat mit seinem Produkt einen intelligentem Fahrradhelm mit Vorder-, Rück- und Bremslicht, sowie Blinker geschaffen. Insgesamt 48 LEDs sind in den Helm integriert und sollen so für mehr Sichtbarkeit sorgen. Die Kickstarter-Kampagne läuft seit Ende Mai und hatte ursprüngliche Ziel, rund 50.000 Euro zu generieren. Diese Hürde wurde jedoch innerhalb von vier Minuten erreicht und die Kampagne steht jetzt bei etwas mehr als 1,8 Millionen Euro und 17.200 Supportern.

+++ Bikemap-GF Natmessnig: „Zeiten des Rads als reine Wochenendbeschäftigung sind vorbei “+++

Konkret hat der Helm auf der Vorderseite eine LED-Leuchte, hinten sind es zwei rote LED-Module, die als Blinkzeichen genutzt werden können. Die Blinkfunktion kann auch per App oder Apple Watch aktiviert werden. Die Akkulaufzeit des Lumos Ultra beträgt zehn Stunden bei einem Gewicht von 380 Gramm.

Oprahs Liebling

„Wir sehen eine Welt, in der jeder Radfahrer Zugang zu Sicherheits-Equipment hat, das ihn so sichtbar wie möglich macht. Ultra ist dazu der Schlüssel“, sagt Eu-wen Ding, CEO und Mitgründer von Lumos. Interessierte können sich den Lumos Ultra, der unter anderem den „Oprah’s Favorite Things 2018-Award“, den „Red Dot Design Award 2017“ und auch den „German Design Council’s Bicycle Brand Contest 2017“ gewonnen hat, noch bis zum 20 Juli via Kickstarter vorbestellen. Ausgeliefert werden soll ab November 2020.


⇒ Zum Startup

⇒ Kickstarter-Kampagne

Redaktionstipps
Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.
Möchtest du in Zukunft mehr von diesen Artikeln lesen?

Dann melde dich für unseren Newsletter an!

Leselisten zum Schmökern

Neueste Nachrichten

jungesgeld
vor 13 Stunden

Summary Modus

GEM 2018: „Unternehmerische Aktivität in Österreich leicht rückläufig“

Es gibt neue Nachrichten

Auch interessant