Gehaltserhöhung fordern trotz Corona? Diese 3 Dinge sind zu beachten

Kann man auch im Krisenjahr 2020 vom Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung fordern? Durchaus, meint StepStone-Gehaltsexperte Conrad Pramböck und nennt drei Bedingungen, die erfüllt sein müssen.
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Conrad Pramböck - Gehaltserhöhung trotz Corona?
Experte Conrad Pramböck gibt Tipps für die Gehaltsverhandlung. (c) Conrad Pramböck
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  • Schon seit einigen Monaten ist klar: Die Coronavirus-Pandemie hat der Welt und damit auch Österreich die größte Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten beschert.
  • Doch tatsächlich ist nicht jedes Unternehmen betroffen – einige erleben sogar einen Boom.
  • Um als Arbeitnehmer in der Frage, ob eine Gehaltserhöhung gefordert werden kann, oder nicht, auf der sicheren Seite zu sein, fasst Experte Conrad Pramböck drei Dinge, die beachtet werden sollten, zusammen:
  • Es geht darum zu belegen, woran mein Chef festmachen kann, dass ich herausragende Performance gezeigt habe.
  • Jede Übernahme von mehr Verantwortung ist ein besonders guter Grund, um wegen einer Gehaltserhöhung anzufragen.
  • Wenn das Unternehmen in großen finanziellen Nöten steckt, ist es eher angebracht stillzuhalten und zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen, wenn die Zeiten wieder besser sind.

Schon seit einigen Monaten ist klar: Die Coronavirus-Pandemie hat der Welt und damit auch Österreich die größte Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten beschert. Mitunter könnte es also als ziemlich unangebracht, oder dreist wahrgenommen werden, genau jetzt an die Tür der Chefin zu klopfen und eine Gehaltserhöhung einzufordern. Doch muss man sich 2020 deswegen damit abfinden, beim Gehalt auf der Stelle zu treten?

Nein, meint StepStone-Gehaltsexperte Conrad Pramböck und erläutert: „Entscheidend ist die persönliche Verhandlungssituation: Wie gut geht es meinem Arbeitgeber wirtschaftlich, und wie einzigartig ist meine Position? Wer weitgehend austauschbar ist und in einem Unternehmen arbeitet, das kurz vor der Insolvenz steht, kann nicht mit einer Gehaltserhöhung rechnen. Wer hingegen über besonderes Wissen und Können sowie über ein besonderes berufliches Netzwerk verfügt und in einem florierenden Unternehmen arbeitet, für den laufen die guten Zeiten fast ungebremst weiter“.

Zwischen „Corona-Schere“ und Krise als Totschlagargument

Es habe sich eben eine „Corona-Schere“ aufgetan, zwischen Branchen, die hart getroffen werden und solchen, die genau wegen der Pandemie Rekordgewinne schreiben. Selbiges gelte auch für die Position einzelner Arbeitskräfte. So seien etwa gering Qualifizierte und Berufseinsteiger weit stärker betroffen als IT-Fachkräfte oder Techniker.

Doch auch in wenig von der Krise betroffenen Unternehmen muss Corona derzeit teilweise als Totschalgargument herhalten, legt Pramböck nahe: „Teilweise ist das Argument berechtigt, keine Gehaltserhöhungen geben zu wollen, wenn der Arbeitgeber massive Umsatzeinbrüche erlebt hat. In anderen Fällen habe ich auch schon erlebt, dass sowohl der Vorstand als auch die Mitarbeiter alle Programme mittragen, solange nur dabeisteht: ‚Wegen Corona‘. Unter diesem Stichwort gehen derzeit manche Aktionen durch, bei denen es noch im vergangenen Jahr massiven Widerstand gegeben hätte“.

Gehaltserhöhung fordern: 3 Dinge, die man beachten sollte

Um als Arbeitnehmer in der Frage, ob eine Gehaltserhöhung gefordert werden kann, oder nicht, auf der sicheren Seite zu sein, fasst Pramböck drei Dinge, die beachtet werden sollten, zusammen:

  1. Wie gut kann ich derzeit meine persönliche Leistung herausstreichen? Es geht darum zu belegen, woran mein Chef festmachen kann, dass ich herausragende Performance gezeigt habe.
  2. Wo habe ich meinen Verantwortungsbereich deutlich vergrößert? Jede Übernahme von mehr Verantwortung ist ein besonders guter Grund, um wegen einer Gehaltserhöhung anzufragen.
  3. Wie geht es meinem Arbeitgeber finanziell? Eine gelungene Gehaltsverhandlung ist auch eine Frage des guten Timings. Wenn das Unternehmen in großen finanziellen Nöten steckt, ist es eher angebracht stillzuhalten und zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen, wenn die Zeiten wieder besser sind.

Martin Pacher

Praxis-Insights: Wie OKRs auch während der Coronakrise implementiert werden können

Die NGO Light for the World setzt sich mit lokalen Partnern auf der ganzen Welt mit Schwerpunkten auf Burkina Faso, Äthiopien, Mosambik, Uganda und Südsudan für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Mit Anfang des Jahres hat die Organisation begonnen, OKRs zu implementieren. Wir haben mit Eva Hammer, die den Bereich Controlling und Reporting bei Light of the World verantwortet, über die Learnings gesprochen, die ihre Organisation im Zuge der Implementierung der OKRs gemacht hat.
/okrs-light-for-the-world/
OKRs
Eva Hammer verantwortet die Umsetzung der OKRs bei Light for the World | (c) Light for the World
kooperation

Die NGO Light for the World hat mit Anfang 2020 schrittweise begonnen OKRs in ihrer Organisation zu implementieren. Die Implementierung erfolgte im Zuge der Coronakrise und soll im September evaluiert werden.

Für die Umsetzung der OKRs ist Eva Hammer verantwortlich, die bei Light for the World für den Bereich Controlling & Reporting zuständig ist. In einem Interview hat Hammer dem brutkasten erläutert, welche Learnings ihre Organisation im Zuge der Implementierung der OKRs gemacht hat.

Als OKR-Expertin wird Hammer zudem am OKR-Forum 2020 sprechen, das am 30. Juni stattfinden wird.

+++ Hier geht’s zur Anmeldung zum OKR Forum 2020 +++


Seit wann kommen bei Light for the World OKRs zum Einsatz und wie erfolgte die Implementierung?

Light for the World hat mit der Einführung von OKRs Anfang 2020 in einem schrittweisen Prozess begonnen. Im April wurde das erste OKR-Set für die Gesamtorganisation vom internationalen Management-Team definiert, für den Zeitraum Mai – September 2020.

Dieses OKR-Set bezieht sich vor allem auf die Prioritäten, welche aufgrund der COVID-19 Pandemie notwendig wurden. Es wurde im April genehmigt und im Mai organisationsweit kommuniziert.

Zusätzlich zu dem organisationsweitem OKR-Set werden OKRs auch in fünf Pilot Hubs/ Teams implementiert. Bewusst haben wir uns für die Definition der OKRs in den Pilot Hubs etwas mehr Zeit genommen, sie wurden im Zeitraum Mai/Juni definiert und werden von Juli bis September implementiert.

Im September wird es eine inhaltliche und prozesstechnische Evaluation der OKRs geben, um das weitere Roll Out zu planen.

Was hat bei der Implementierung am Anfang gut geklappt, was nicht und welche Learnings habt ihr dabei gemacht?

Grundsätzlich haben wir festgestellt, dass die stufenweise Einführung der OKRs in den Pilot Hubs und auf Management Level den Prozess erleichtert und Druck raus nimmt. Darüber hinaus können wesentliche Learnings gesammelt werden, um diese im Rollout für die Gesamtorganisation zu berücksichtigen.

Die Anfangsphase wurde von Wonderwerk begleitet, dies war sehr hilfreich, um intern ein erstes Verständnis für OKRs aufzubauen und offene Fragen zu klären. Im Laufe der Zeit wurden und werden die Austauschforen (vor allem auch in kleinen Gruppen und auf individueller Ebene) intensiviert. Ein wesentliches Learning ist, dass der Austausch vor allem auch in kleineren Gruppen wesentlich ist, um spezifischer auf Fragen einzugehen sowie Ängste und Sorgen offen anzusprechen, welche in größeren Foren oft untergehen.

Herausfordernd war die Priorisierung in den einzelnen Hubs/ Teams, auch das „Loslassen“ von Themen die für diesen Zeitraum keine Priorität haben. Oft war nicht klar was der Unterschied zwischen der eignen To-do-Liste und OKRs ist und ob OKRs nicht zu einer Verdoppelung des Planungsaufwandes beitragen.

Um diesen Sorgen zu begegnen, versuchen wir sehr stark die OKR-Logik in existierende Planungsprozesse zu integrieren und dabei auch auf Unterschiede zwischen den Hubs einzugehen, um für den jeweiligen Hub funktionierende aber auch zwischen den Hubs abgestimmte Lösungen zu finden. Dies zu optimieren, ist ein laufender Prozess.

Wie trägt ihr die OKRs in die Organisation hinein und holt die Mitarbeiter an Bord?

Wir haben von Anfang an versucht eine offene Kommunikation über OKRs zu führen. Vor allem in den Pilot Hubs aber auch darüber hinaus bieten wir unterschiedliche Trainings und Austausch-Foren an.

Darüber hinaus haben wir eine interne Kommunikationsstrategie entwickelt, welche drei Phasen bzw. Ziele abdeckt. Diese umfassen erstens Information, zweitens Austausch und Interaktion sowie drittens Begeistern und Motivieren.

Dafür werden unterschiedliche Aktivitäten, wie zum Beispiel Trainings, Vorträge von externen Speakern, laufendes Reporting über die Implementierung der derzeitigen OKRs und das Feiern der Erreichung von Meilensteinen durchgeführt bzw. geplant.

Welche Tools verwendet ihr für die Implementierung?

Wir haben uns derzeit für eine sehr einfache Lösung entschieden. Für das Reporting verwenden wir standardisierte Google Docs, die von allen Team-Mitgliedern befüllt werden. Darüber hinaus gibt es FAQs und wesentliche Information zu OKRs in unserem Intranet. Die definierten OKRs werden im Intranet digital und in den Büroräumlichkeiten analog dargestellt.

Hättest du für Startups und Unternehmen, die planen OKRs in ihren Unternehmen zu implementieren, drei Tipps?

  1. Das volle Commitment vom Management Team für die Implementierung von OKRs einholen, bevor der Prozess beginnt.
  2. Sich Zeit nehmen, den OKR-Prozess an die Gegebenheiten im eigenen Unternehmen anzupassen und bei Bedarf zu adaptieren.
  3. Einen offenen Austausch fördern, der Ängste nimmt, offen Fragen klärt und Interesse für das Thema OKR weckt.

=> zum OKR-Forum 2020

*Disclaimer: Der brutkasten ist offizieller Kooperationspartner des OKR Forum 2020 von Wonderwerk

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vor 9 Stunden

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  • Es geht darum zu belegen, woran mein Chef festmachen kann, dass ich herausragende Performance gezeigt habe.
  • Jede Übernahme von mehr Verantwortung ist ein besonders guter Grund, um wegen einer Gehaltserhöhung anzufragen.
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