„Future Village“-Contest: Einreichungen für Startups noch bis 17. Juni möglich

Seit Mitte April wird über den Startup-Wettbewerb "Future Village" europaweit nach innovativen Ideen für die über 2000 Gemeinden in Österreich gesucht. Im Zentrum stehen zukunftsweisende Projekte, die die alltägliche kommunale Arbeit durch Digitalisierung erleichtern sollen. Einreichungen sind noch bis 17. Juni 2019 möglich.
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Future Village, Gemeinde, Future Law, Lösungen
(c) Future Village - "Future Village“ such Startups mit Ideen für neue Lösungen im Bereich Gemeinde-Digitalisierung.
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„Future Village“ heißt das Startup-Programm, das vom Fachverlag Manz, dem Österreichischen Gemeindebund und von der Plattform Future Law ins Leben gerufen wurde. Das Projekt sucht im Rahmen eines Startup-Wettbewerbs innovative Lösungen im Bereich der Digitalisierung von Gemeinden. Der Themenbogen spannt sich dabei von der Kommunikation der Bürger mit Gemeindepolitikern über den Bereich der Kinderbetreuung und das Sozialwesen bis hin zur transparenten Verwaltung. Das Ziel sei es, mit digitalen Lösungen selbst im kleinsten Dorf die öffentlichen Aufgaben zu vereinfachen.

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„Future Village“-Contest: Sechs Kategorien

„Gut eingesetzt können digitale Lösungen zu mehr Nähe und besserer Organisation sowie kürzeren Wegen führen“, betont Sophie Martinetz, Managing Partnerin von Future Law. „Darin liegt eine große Chance gerade für Gemeinden“. Der Wettbewerb „Future Village“ ist anhand von sechs Kategorien ausgeschrieben. Zu diesen zählen: attraktiver Wohnraum, zukunftssichere Infrastruktur, Lean Administration, aktive Teilnahme, Qualitätspflege und sozialer Zusammenhalt.

Für vier Finalisten wartet „Summer School“

Startups können noch bis 17. Juni 2019 ihre Projekte einreichen, die besten vier stehen am 19. Juni fest. Die Sieger nehmen in der ersten Juliwoche kostenlos an der „Summer School“ von Manz teil. Dort werden sie von Experten aus Gemeinden begleitet und durch einen passenden Mentor bei einem Förderprogramm unterstützt.

Demo Day im Oktober

Beim „Demo Day“ am 2. Oktober 2019 werden die eingereichten Ideen präsentiert und zum Abschluss wird der Sieger des „Future Village“-Wettbewerbs gekürt. Die Expertenjury setzt sich aus Vertretern von Manz, dem Gemeindebund, Lena Gansterer vom IMac Hub sowie Clemens Wasner von AI Austria zusammen.

Lösungen finden

„Die Gemeinden müssen direkt vor Ort Lösungen für die Probleme der Menschen finden“, betont Walter Leiss, Generalsekretär des Österreichischen Gemeindebundes und fügt hinzu: „Hierfür sind innovative Projekte, die helfen, die Arbeit zu erleichtern, immer willkommen. Daher ist es uns ein Anliegen, bei diesem Projekt als Partner mitzuwirken und Startups und Jungunternehmen bei der Entwicklung dieser Lösungen zu unterstützen“. Leiss selbst wird als Mentor ein Startup begleiten.


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Dominik Perlaki

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Die Zielsetzung des vor mittlerweile fast drei Jahren von Uniqa und INiTS gestarteten Health Hub Vienna war und ist klar: Innovative Startups im Gesundheitssektor unterstützen – mit einem Accelerator-Programm im Kern. Dazu holte man sich von Beginn an eine ganze Reihe an Partnern aus dem gesamten Spektrum des Gesundheitsbereichs an Bord: Von Pharma-Konzernen über diverse öffentliche und teilöffentliche Institutionen und Verbände bis hin zu zahlreichen Unis und Hochschulen. Viele davon waren auch beim gestrigen Health Hub Vienna Meetup vertreten.

Weiterhin hohe Einstiegshürden für HealthTech-Startups

Im Rahmen der Initiative ist der Schulterschluss also schon einmal gegeben, über den innovative Startup-Lösungen für das Gesundheitssystem effizienter ausgerollt werden sollen. Doch auch nach dem Corona-Jahr 2020, das gesamtgesellschaftlich einen enormen Digitalisierungsboost brachte, bleibt eine Feststellung aktuell: HealthTech-Startups haben besonders große Einstiegshürden, um in den Markt zu gelangen.

Das wurde beim Health Hub Vienna Meetup bereits klar, als Health Hub Community Managerin Sabria Lagoun zu Beginn den Stand der Dinge im Startup-Programm beschrieb. „Wir wollen als neutrale Plattform für Open Innovation Startup-Lösungen testen und verbreiten. Wir wollen die Pilotprojekte so schnell wie möglich off the ground bekommen“, erklärt Lagoun. Man habe daher eine ganze Reihe von Mechanismen und Regeln, die für mehr Effizienz in dem Vorgang sorgen sollen. Eine davon ist die „Austria-Readyness“, also die Konformität der Startup-Lösung mit den rechtlichen Bedingungen in Österreich, als Voraussetzung.

Rollout Spital für Spital

Doch auch wenn diese rechtliche Hürde beseitigt ist, ist die Frage des Rollouts noch nicht geklärt. Wenn mit der HealthTech-Lösung direkt Gesundheitspersonal adressiert wird, muss der Markt oftmals in langsamen Schritten Spital für Spital erschlossen wird. Und eine neue Roland Berger-Studie zeige: Nur eine sehr kleine Zahl von heimischen Krankenhäusern arbeitet mit Startups zusammen, gibt Lagoun zu bedenken.

Eines der Startups, dass schon einige Spitäler als Kunden gewinnen konnte, ist Health Hub Alumnus ThinkSono aus dem Vereinigten Königreich. Mit seiner AI-Lösung, die auch nicht-spezialisiertem Gesundheitspersonal Ultraschall-Untersuchungen ermöglicht, müsse ihm erfahrungsgemäß vor allem eines gelingen, um Neukunden zu überzeugen, erklärt CEO Fouad Noor in seiner Keynote: „Man muss den Benefit der Technologie klar machen – nicht nur für die Patienten sondern vor allem auch finanziell für die einzelnen Spitäler“.

Podium beim Health Hub Vienna Meetup: Daten-Frage steht zwischen Privaten und Öffentlichen

Der Health Hub Vienna soll als Zusammenschluss freilich dafür sorgen, dass genau dieser umständliche Sales-Prozess abgekürzt wird, indem große Partner den Startups zur Hilfe kommen. Doch dass hier weitere Hürden warten, wurde beim gestrigen Health Hub Vienna Meetup bei einer von Irene Fialka moderierten Panel-Diskussion unter dem Titel „How to Really Benefit Doctors and Care Workforce“ klar.

Denn auch wenn die Diskutanten, Sarah Walters, Österreich-Präsidentin des Pharma-Konzerns Astra Zeneca, Sozialversicherungs-Chef Martin Brunninger, MedUni Wien-Professor und Programmdirektor Telemedizin und E-Health, Alexander Gaiger, und Ulrich Mühlner, Co-Founder des Startups docdok.health freundlich im Ton waren, zeigten sich klare Auffassungsunterschiede.

Im Zentrum stand dabei ein Thema, dass im Gesundheitsbereich generell viel Diskussionsstoff bietet: Daten. So schwärmt Astra Zeneca-Chefin Walters von der Möglichkeit, mit digitalen Lösungen Daten zu sammeln, etwa Audio-Aufnahmen von Asthma-Patienten im Schlaf. Die Skepsis verfliege hier meist schnell: „Ärzte sehen bald die Vorteile und die Patienten folgen ihnen bei Akzeptanz digitaler Tools“, so Walters. Auch Startup-Gründer Ulrich Mühlner erklärt seine neue App, die etwaige Nebenwirkungen der Corona-Impfung über das Sammeln und Auswerten von Patientendaten aufspüren soll.

Uni-Professor Alexander Gaiger stellt hingegen klar: „Ich würde prinzipiell medizinische Apps von privaten Anbietern nur nutzen, wenn sie von öffentlichen Anbietern, Sozialversicherung etc. zertifiziert sind“. Besonders wichtig sei, dass die Daten gut geschützt sind: „Sie dürfen nicht bei privaten Unternehmen liegen“. Auch Martin Brunninger will die Daten nicht bei Privaten sehen. So werde von den Sozialversicherungen etwa bald eine eigene Video-Consultation-Lösung gelauncht, damit die Daten nicht den Weg über Unternehmen gehen. Mühlner beschwichtigt in seinem Fall: „Wir sind ein Facilitator. Nicht wir besitzen die Daten, sondern die Ärzte bekommen sie, um etwas daraus zu machen“.

Und letztlich stimmen auch Gaiger und Brunninger zu, dass die Mechanismen zum Rollout von Startup-Innovationen noch verbessert werden müssen. Während Gaiger einen „Innovation Market Place“ im Sinne des Health Hub als „hilfreich“ ansieht, gesteht Brunninger: „Was wir wirklich besser machen müssen ist, dass Unternehmen mit Innovationen kommen können und es einen Dialog gibt“. Hier müsse man von guten Systemen weltweit lernen.

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