Fuckup Nights Vienna: Das Leben mit dem Scheitern

Seit 2014 gibt es die sogenannten Fuckup Nights Vienna. Darin erzählen gescheiterte Unternehmen vor Publikum ihre Geschichte. Aus Fehlern lernt man, sagt auch Initiator und Serial-Entrepreneur Dejan Stojanovic.
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Stojanovic über Fehlerkultur und Scheitern
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Gibt es Erfolg ohne Scheitern? Ist Erfolg ohne davor gescheitert zu sein überhaupt reproduzierbar? Die Fuckup Nights Vienna (und in 60 anderen Ländern der Welt) lässt Start ups und Unternehmer offen über Misserfolge sprechen. Diese Offenheit kennt man so nicht. Meist steht der Erfolg im Vordergrund. Auch das macht die Faszination dieser Meetings aus.

+++„Crashkurs“: Event zur Kunst des Scheiterns +++

Untypisch österreichisch

„Österreich braucht eine Fehlerkultur,“ sagt Mag. Dejan Stojanovic, der die Fuckup Nights in Wien organisiert. Vielen Unternehmern ist mittlerweile klar, dass man aus Fehlern lernt bzw. dass man mit dem ersten Anlauf selten erfolgreich ist, sondern meist einen zweiten oder dritten braucht.“ Was laut Stojanovic fehlt, um dennoch Mut zur Innovation zu haben, sind die Rahmenbedingungen. „Ich habe im Silicon Valley gelebt. Dort gibt es Leute, die Mut zum Ausprobieren haben. Aber auch eine offene Zivilgesellschaft und Investoren, die Neuem eine Chance geben. Das ist eine Aufwärtsspirale, die wir auch hierzulande benötigen.“

In Österreich, wo man neuen Dingen eher verhalten gegenübertritt, wenn man nicht gerade selbst Unternehmer ist, muss laut Stojanovic ein Mindset-Wechsel stattfinden. Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, damit das Scheitern zum Erfolg einfach dazugehört, ohne dass man dafür von verschiedenen Seiten geächtet wird.

Wer spricht über das eigene Scheitern?

Bei den Fuckup Nights sprechen sowohl Start ups, als auch etablierte Unternehmen offen über Erfolg und Misserfolg. Manche reden lieber über Fehler, wenn diese bereits weiter zurückliegen, andere trauen sich auch mitten in schwierigen Zeiten über ihre Firma zu sprechen. Das begeistert Stojanovic. „Wir hatten schon Vortragende, die mitten im Prozess des ‚Scheiterns’ waren, aber auch Leute wie etwa Christoph Richter von Zoomsquare, der die ganze Reichweite zwischen seinen Höhen und Tiefen dargelegt hat. Es geht einfach auch um Quantität. Wir wollen viele Geschichten zum Scheitern, damit es endlich enttabuisiert wird.“

Nach seiner Lieblingsgeschichte befragt zögert Stojanovic. „Es waren so viele tolle Geschichten. Emotional bewegt hat mich eine junge Dame, die es in der männerdominierten Ölindustrie richtig geschafft hat. Bei all dem Hype hat sie aber völlig auf die Signale ihres Körpers vergessen und musste dann in Behandlung gehen. Auch Oliver Holle war ein toller Speaker. Er hat so ehrlich und offen gesprochen. Solche Erfolgsmenschen könnten über Scheitern auch souverän herumreden, aber er hat seine Geschichte wirklich offen präsentiert. Das freut mich am meisten, dass solche Leute über das Scheitern reden wollen. Offen und sachlich. Weil es eben dazugehört.“

Die Fuckup NIghts sind immer ausgebucht

Community is king

In Österreich gibt es bereits in fast allen Landeshauptstädten Fuckup Nights. Die Organisatoren tauschen sich auch mit den Schwesterveranstaltungen in anderen Ländern aus. Die Veranstaltungen kommen gut an, sind meist nach wenigen Stunden ausgebucht. Das Thema interessiert. „Wir haben das beste Publikum. Diese Events funktionieren weltweit, weil es Menschen gibt, die das mit Herz organisieren bzw. vortragen und natürlich einem Publikum, die sich jedes Mal einbringen wollen.“ Zuletzt kam ein Entrepreneur auf Stojanovic zu und meinte, er hätte dank der Fuckup Nights schon viele Fehler in seiner Firma frühzeitig erkannt und damit verhindern können. Der regelmäßige Besucher heißt Dimitros Prodromou, CTO bei Humanizing Technologies.

Kosten sparen, Fehler vermeiden

Darum geht es dann schließlich auch bei den Meetups. „Wir wollen den Firmen Kosten sparen und warum sollte man Fehler zwei Mal machen?“ Deshalb bietet Stojanovic auch Vorträge an, wo man gezielt nach Fehlervermeidung fragen kann.

Abschließend wollen wir von dem Entrepreneur wissen, ob er schon einmal gescheitert ist. „Ich habe mit meinem damals besten Freund ein Unternehmen gegründet. Das war eine harte Zeit, weil wir versucht haben in der konservativen Auto-Branche versucht haben mit Innovation zu punkten. Die Freundschaft ist in dieser Zeit leider zerbrochen. Nach meiner Zeit im Silicon-Valley haben wir dann an den richtigen Schrauben gedreht, aber bis dahin haben wir viel Geld verbrannt. Jetzt habe ich die Anteile verkauft. Es war eine lehrreiche Zeit, aber sicher ist nicht alles perfekt gelaufen.“

-> Link zu den Fuckup Nights Vienna

Die nächsten Fuckup Nights Vienna

Am 20.3. findet eine reguläre „Nacht“ statt – im Rahmen des World Summit Award. Zusätzlich wird es am 1. März ein Special im Rahmen der Urban Future Conference (via Konferenz-Ticket) geben. Drei Politikerinnen, aus drei verschiedenen Ländern, werden auf der Bühne, wo es um Mobilität und Kommunikation in Städten geht, über ihr Scheitern in Projekten sprechen.

Dominik Perlaki

IT Soforthilfe: OÖ-„Corona-Startup“ holt sich Investment von Ex-Konzern-CEO

Im April gegründet holt sich das Startup IT Soforthilfe mit Sitz in Ried im Innkreis (Oberösterreich) ein Angel-Investment von Reiner Thalacker, dem ehemaligen CEO des Maschinen- und Anlagenbau-Konzerns Wintersteiger.
/it-soforthilfe-oo-corona-startup-holt-sich-investment-von-ex-konzern-ceo/
IT-Soforthilfe: Reiner Thalacker (l) steigt als Business Angel beim
(c) IT-Soforthilfe: Reiner Thalacker (l) steigt als Business Angel beim "Corona-Startup" von Christian Reich (r) ein

Mit Technologieengel Consulting betreibt Christian Reich bereits seit mehr als fünf Jahren ein gut laufendes Beratungsunternehmen. Doch dann kam Corona. „Als es Anfang März schon absehbar war, dass wir im Beratungsgeschäft unter Umständen mit gravierenden Umsatzeinbußen rechnen müssen, brauchten wir neue Ideen und das Konzept der IT Soforthilfe schwirrte mir schon länger im Kopf“, erzählt Reich. So gesehen sei sein neues, im April gegründetes Unternehmen, ein „Corona-Startup“. IT Soforthilfe soll über eine Online-Plattform „Selbstständigen und Kleinstbetrieben rasche und kompetente Unterstützung bei Problemen rund um Computer und Smartphones“ liefern.

+++ Ticker: Aktuelle Startup-Investments in Österreich +++

IT Soforthilfe: Selbstständige und Kleinstbetriebe als Zielgruppe

Vor allem Selbstständige und Kleinstbetriebe stünden häufig vor der Herausforderung, fähige Unterstützung zu finden, wenn Computer oder Smartphone einmal nicht mehr so funktionieren, wie sie sollen. Hier setze man mit IT Soforthilfe an und biete IT-Experten mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur einfachen Onlinebuchung an.

EX-Wintersteiger CEO Reiner Thalacker steigt als Business Angel ein

Schon knapp nach dem Start im April habe man den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Maschinen- und Anlagenbau-Konzerns Wintersteiger AG, Reiner Thalacker, der aktuell mit seinem eigenen Unternehmen als Unternehmensberater tätig ist, als Kunden gewonnen. Dieser stieg nun auch mit einem nicht näher genannten Betrag als Business Angel ein. „Reiner war so begeistert, dass es gleich darauf Gespräche über eine Investition von ihm in die IT-Soforthilfe-Idee gab, da wir diese stark ausbauen und verbreiten wollen. Dafür brauchen wir natürlich zum einen Kapital, aber auch umfangreiches Wissen, warum ich sehr froh bin, dass uns Reiner mit beidem unterstützt“, kommentiert Gründer Reich.

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