Gesundheitssystem: Was wir (bislang) aus der Coronakrise gelernt haben

Noch mehr als jeden anderen Bereich hat die Coronakrise das Gesundheitssystem auf die Probe gestellt. In seinem Grünbuch "Covid-19 and beyond" arbeitet das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) die bisherigen Lehren aus der Pandemie heraus.
/fopi-gruenbuch-gesundheitssystem-coronakrise/

Zusammenfassung aus

Zusammenfassung ein

FOPI: Generalsekretär Thomas Haslinger - Grünbuch
(c) FOPI: Generalsekretär Thomas Haslinger
sponsored
Der Summary Modus bietet einen raschen
Überblick und regt zum Lesen mehrerer
Artikel an. Der Artikeltext wird AI-basiert
zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

Die Coronakrise ist noch nicht vorbei. Doch schon jetzt ist klar: Sie hat nicht nur Stärken sondern auch Schwächen im Gesundheitssystem aufgezeigt. Vor allem zu Beginn der Covid-19-Pandemie wurde dieses auf die Probe gestellt. Inzwischen hat die Aufarbeitung begonnen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei hierzulande das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI).

Grünbuch „Covid-19 and beyond“: Erkenntnisse aus dem gesamten Gesundheitssystem

Für ihr am 13. November erscheinendes Grünbuch „Covid-19 and beyond“ hat die heimische Interessenvertretung von 27 internationalen Pharmaunternehmen mit Fokus auf Forschung und Entwicklung Vertreter aller relevanten Stakeholder interviewt. „Wir haben uns viele Stunden in den unterschiedlichsten Gremien ausgetauscht. Wir haben wahrscheinlich hunderte Medienberichte und -Diskussionen verfolgt. Und wir haben erste wissenschaftliche Aufarbeitungen analysiert. Letztendlich wollten wir aber unseren konstruktiven Weg gehen und die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf unsere Weise bewerten“, erklärt FOPI-Generalsekretär Thomas Haslinger.

Man wolle mit dem Grünbuch aber nicht nur den Fokus der Pharmaindustrie widerspiegeln. „Denn da hätten wir keine neuen Erkenntnisse gewonnen“, so Haslinger. Vielmehr habe man möglichst breit Perspektiven einholen und die vielen Meinungen von Experten und Entscheidungsträgern hinterfragen wollen. „Deshalb haben wir uns auch nicht gescheut, prononcierte Kritikerinnen und Kritiker neben langjährigen Wegbegleitern einzubinden“, erzählt der Generalsekretär.

„Mut, alte Rollenbilder und Strukturen zurückzulassen und Neues zu entwickeln“

Haslinger gibt auch bereits einen Ausblick auf die Lehren für das Gesundheitssystem, die das FOPI aus den Recherchen zum Grünbuch zieht: „Kurz gefasst lassen sich die vielen Inputs auf einen Weg verdichten. Und der lautet: Wir müssen das Momentum der Krise nützen und unverzüglich mit der Veränderung, ja der Evolution des Gesundheitssystems beginnen“. Dazu brauche es eine neue Form der Zusammenarbeit mit gemeinsamer Verantwortung. „Und mit dem Mut, alte Rollenbilder und Strukturen zurückzulassen sowie Neues zu entwickeln“, so Haslinger. „Nur dann werden wir gestärkt aus dieser Krise hervorgehen“.

Die Präsentation des Grünbuchs findet am 13. November rein virtuell statt. Unter diesem Link ist die kostenlose Anmeldung möglich.

Weitere Insights zu den Ergebnissen im Grünbuch „Covid-19 and beyond“ gibt es in einer Video-Serie von brutkasten und FOPI mit den wichtigsten Vertretern des heimischen Gesundheitssystems:

Momcilo Nikolic

Bluecode-Gründer Christian Pirkner zu Zahlungsverkehr: „Wir Europäer spielen nicht mit“

Europa befindet sich mitten in einer Phase der Veränderung im Payment-Sektor. Covid-19 forcierte hierzulande kontaktloses Bezahlen, was einen kritischen Blick auf technologische und regulatorische Möglichkeiten im europäischen Ballungsraum nötig macht. Bluecode-Gründer Christian Pirkner, Gerald Gruber, Head of Business Development der niederländischen Bank "bunq" und Martin Sprengseis, Mit-Initiator des Payment-Festival gaben ihre Einsichten zum Zahlungsverkehr ab. Fußend auf einer Studie der Kommunikationsberatung Kraftkinz.
/bluecode-grunder-christian-pirkner-zu-zahlungsverkehr-wir-europaer-spielen-nicht-mit/
Zahlungsverkehr, Pirkner, Gruber, Kraft-Kinz, EPI, EU, Europa, Mastercard, Visa, Payment
(c) Kraftkinz - Experten der Szene besprachen mögliche Lösungen für einen kontinentalen Payment-Verkehr.

Beim Zahlungsverkehr sind andere federführend. Verallgemeinerungen lassen sich in Europa zwar schwer treffen – Payment-Tech und deren Nutzung sind je nach Land unterschiedlich stark ausgeprägt -, doch eines lässt sich festhalten: Die Giganten in diesem Bereich sitzen in den USA und in China. Allerdings hat ein Virus eine Wende eingeleitet und damit Bewegung in eine bisher starre Thematik gebracht. Europa denkt über Lösungen beim Zahlungsverkehr nach.

Verzicht auf Bahrgeld beim Zahlungsverkehr

Vor gut einem Jahr dachte die Masse nicht daran, sich vom geliebten Bargeld zu trennen. Auch wenn es bereits seit geraumer Zeit Lösungen und alternative Zahlungsmöglichkeiten gab, die oft von Startups getrieben waren, so hat erst die Angst vor Ansteckung dazu gesorgt, dass hierzulande immer mehr auf Schein & Münze verzichtet haben.

Experten gehen davon aus, dass bargeldloses Bezahlen nach der Pandemie bleibt, wie es auch aus einer Studie von Kraftkinz hervorgeht (hier zum Download).

Demnach sehen 83 Prozent der Befragten Österreich im Mittelfeld innovativer Zahlungssysteme, während 82 Prozent glauben, das aktuelle Bezahlverhalten werde Post-Covid bleiben – und 85 Prozent für eine europäische Lösung urgieren.

„Lebensblut einer Volkswirtschaft“

Bluecode-Gründer Christian Pirkner nennt Payment „Das Lebensblut einer Volkswirtschaft“ und erkennt, dass aktuell die Leute seltener einkaufen gehen, dafür aber mehr kaufen. Eine weitere, und noch wichtigere Erkenntnis ist dem Gründer zufolge, zu verstehen, wer die Regeln schreibt, wenn kontaktlos und digital bezahlt wird: „Das sind nicht häufig wir Europäer“, sagt er und nennt in einem Atemzug die Big Boys der Branche: Mastercard, Visa, Apple, seit neuestem Google, WeChat und andere. „Wir bestimmen momentan wenig aktiv mit. In Brüssel jedoch tut sich viel“, so Pirkner weiter.

Plan B europäischer Prägung

Die Europäische Union hat die Gunst der Stunde genutzt und sich die Suche nach Alternativen zu den oben genannten Möglichkeiten beim Zahlungsverkehr auf die Fahnen geschrieben. „Es geht darum, einen Plan B zu kreieren. Die bisherigen Produkte sind großartig, doch wir Europäer spielen nicht mit“, sagt Pirkner, der aber einen Hoffnungsschimmer bei dieser Thematik ins Feld führt.

Europaweiter Zahlungsstandard beim Zahlungsverkehr gesucht

Genauer gesagt sind es derer drei. Drei zentrale Projekte, an der die EU werkelt. EPI ist eine europäische Initiative mit dem Ziel, zum neuen europaweiten Zahlungsstandard für alle Arten von Zahlungsvorgängen zu werden. Dazu haben sich 16 große Banken aus Europa zusammengetan und versuchen, so Pirkner, „von Null auf weg ein europäisches Schema zu erschaffen, dass in einer europäischen Karte münden soll.“

Um tatsächlich in naher Ferne einen Brief von der eigenen Bank mit einer solchen Karte zu erhalten, die sich ohne große Komplikationen europaweit nutzen lässt, braucht es laut dem Bluecode-Gründer vor allem Akzeptanz, oder einfacher gesagt, sie muss im Handel funktionieren.

Kollaboration und Best Case-Fallbeispiele

Dafür wird es aber ein großes Maß an Kollaboration brauchen, das auf einer höheren Ebene als bisher, einer europäischen Ebene, stattfinden muss. Was uns wiederum zum zweiten zentralen EU-Projekt führt, der EMPSA.

Hiebei handelt es sich um einen Ansatz, der die Zusammenarbeit fördern und die Nutzung verschiedener mobiler Zahlungssysteme auf internationaler Ebene ermöglichen soll. Konkret geht es darum, sich jene Länder herzunehmen, die innerstaatlich gute Lösungen beim Zahlungsverkehr haben, weil Banken und Handel gut kollaborieren.

Ähnlich den Telcos

Bisher sind bei dieser Initiative zwölf Länder dabei, darunter Schweden, die Schweiz oder Norwegen. Die Union versucht, als zweiten Weg in Richtung europäischem Payment, mit den einzelnen Lösungen Ähnliches hinzubekommen, wie die Telekommunikationsanbieter mit dem Roaming-Agreement.

„Es geht darum, von einem System mit Echtgeld in ein anderes zu bezahlen“, fasst Pirkner die Vision zusammen: „Europäer müssen die Besten werden beim Kollaborieren.“

„Europa macht es sich selbst schwer“

Dem stimmt Gerald Gruber zu, der mit seiner Außensicht als Head of Business Development der niederländischen Challenger Bank „bunq“ meint, dass wir in Europa mehr Vereinheitlichung besonders im regulativen Bereich brauchen.

„Wir sind mit Niederlassungen in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Regeln konrontiert. Wir machen es uns als Europa selbst schwer. Wir brauchen große Räume, die den selben Standard haben“, sagt er. Dafür brauche es ein Zusammenspiel von Banken, Handel und der Politik.

Führende Köpfe müssen verstehen

Dem stimmt auch Martin Sprengseis zu, wenn er sagt, dass Technologien und Chancen von unseren führenden Köpfen verstanden werden müssen. Der Mit-Initiator des Payment Festivals sieht es daher die Aufgabe, auf Innovation und Entwicklungen aufmerksam zu machen: „Um Wissen darüber in Österreich aufzubauen“, wie er sagt.

Das EPC (European Payments Council), um den letzten zentralen Punkt noch aufzugreifen, hat wiederum den Europäischen Zahlungsraum auf der Agenda und widmet sich technischen Fragen.

„Alle bezahlen“

Pirkner ruft dazu auf, dieses essentielle Thema als Ganzes in Österreich stärker zu besetzen und in den breiten Diskurs zu stellen, denn was Menschen alle gemeinsam hätten, ist, dass „alle bezahlen“. Am Ende gehe es darum, wer welchen Endkunden mit welchem Service bespielt.

Der wichtige Begriff hierbei, „Akzeptanz“, beinhaltet in erster Linie die Kooperation von Handel, Banken und anderen Key-Playern der Szene, auf der Metaebene jedoch vor allem den Kunden, nähert man sich der Frage, wie so ein umfangreiches Unterfangen wie eine gesamteuropäische Lösung gelingen kann.

Kunde hat nie Payment als Ziel

Pirkner nennt es die „customer journey“ und fordert einen offensichtlichen Mehrwert: „Für den Kunden ist Payment nie das Ziel, sondern Essen bestellen oder Einkaufen. Die Lösung muss von Anfang bis zum Ende so einfach gestaltet werden, dass der Kunde aus dem Geschäft geht und nicht merkt, dass er bezahlt'“, erklärt Pirkner überspitzt, der darauf hinaus will, dass die Player dem Kunden die Erfahrung geben müssen, dass die neue Lösung besser ist als die alte.

Die brutkasten KMU-Roadshow 2020 geht auch heuer als digitale Eventreihe in die zweite Runde. Unser Leitthema: KMU – Unternehmerische Zukunft gestalten.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.
Möchtest du in Zukunft mehr von diesen Artikeln lesen?

Dann melde dich für unseren Newsletter an!

Leselisten zum Schmökern

Neueste Nachrichten

Gesundheitssystem: Was wir (bislang) aus der Coronakrise gelernt haben

12.11.2020

FOPI: Generalsekretär Thomas Haslinger - Grünbuch
(c) FOPI: Generalsekretär Thomas Haslinger

Noch mehr als jeden anderen Bereich hat die Coronakrise das Gesundheitssystem auf die Probe gestellt. In seinem Grünbuch "Covid-19 and beyond" arbeitet das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) die bisherigen Lehren aus der Pandemie heraus.

Summary Modus

Gesundheitssystem: Was wir (bislang) aus der Coronakrise gelernt haben

FOPI: Generalsekretär Thomas Haslinger - Grünbuch

Gesundheitssystem: Was wir (bislang) aus der Coronakrise gelernt haben

Es gibt neue Nachrichten

Auch interessant