Wie man das Ergebnis besserer Employee Experience misst

Unter Employee Experience versteht man, den Mitarbeitern ein besseres "Erlebnis Job" zu ermöglichen. Doch wie kann ein Arbeitgeber messen, ob sich das Investment in glücklichere Mitarbeiter wirklich rechnet? Experte Maximilian Lammer zeigt im akutellen Teil seiner Serie über EX harte Fakten auf.
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Jedes Investment soll/muss einen Gewinn bringen. So natürlich auch das Investment in Employee Experience (EX). Kaum etwas rechnet sich auch so sehr wie ein Investment in verbesserte Employee Experience – so viel sei vorweg genommen. Die gefühlte Verbesserung des „Erlebnisses Job“ lässt sich in verschiedenen Zahlen klar ausdrücken – Zahlen, die von allen einfach und deutlich verstanden werden.

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Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Initiative zur Verbesserung der Employee Experience aus einer Abteilung oder Projektgruppe des Unternehmens kommt und nicht von der obersten Führungsetage angestoßen bzw. initiiert wird. Eine Reihe von Kennzahlen werden das C-Level überzeugen und das nötige „buy-in“ für Employee Experience Design und die notwendigen Maßnahmen ermöglichen.

Harte KPIs und softe(re) KPIs für die Employee Experience

Um den Erfolg von Maßnahmen für verbesserte Mitarbeitererfahrung in Zahlen auszudrücken, dienen folgende Entwicklungen und Erhebungen als Indikatoren für Verbesserungen. In erster Linie sind es Personalentwicklungszahlen, die jedes Unternehmen bereits jetzt feststellt:

  • Allgemeine Fluktuationsrate unter den Mitarbeitern – damit verbunden ist nicht nur der Wert der ständigen Abwanderung oder Neueinstellung als absolute Größe, sondern vor allem die direkten und indirekten Kostenfaktoren, die mit dem Abgang von Mitarbeitern verbunden sind – wie beispielsweise Recruiting, Vakanz, Know-How-Verlust, Einarbeitungszeit, Fehlbesetzung, Werbung, etc. Im Schnitt spricht man aktuell von rund 30.000 Euro pro Stelle, viele inzwischen sogar von deutlich mehr.
  • Anzahl der verhinderten Kündigungen bzw. Abgänge. Durch genaue Auswertung hat Google beispielsweise festgestellt, dass nach ca. drei Jahren der Karriereknick erfolgt und insbesondere die besten Köpfe das Unternehmen verlassen. Seit dieses Problem auch in einer zeitlichen Dimension klar erkannt wurde, gibt es spätestens nach drei Jahren ein Perspektivengespräch, um einen Verbleib der MitarbeiterInnen sicher zu stellen.
  • Die Entwicklung der Krankenstandstage pro Mitarbeiter sind ebenfalls ein Indiz für eine Verbesserung der Employee Experience.

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Etwas softer sind jene Kennzahlen, die über den reinen Personalstand hinausgehen – insbesondere folgende Zahlen geben Auskunft über gute Employee Experience:

  • Zeitdauer für Stellenbesetzung und des Recruitingprozesses – was sehr viel mit dem Ansehen und dem Ruf des Unternehmens als Arbeitgeber zu tun hat.
  • Der vorherige Punkt manifestiert sich unter anderem über Ratings auf Bewertungsplattformen wie kununu oder glassdoor und wird immer mehr zu einem entscheidenden Kriterium für potenzielle Bewerber – insbesondere, weil mehr als 90 Prozent der Menschen keinen Wunscharbeitgeber haben. Andererseits haben wir durch andere digitale Bereiche, in denen wir uns täglich bewegen, unser Verhalten und unsere Ratio insofern verändert, als wir Bewertungen immer mehr Bedeutung schenken.
  • Zusätzlich gibt es noch die Empfehlungsrate als Arbeitgeber durch die Mitarbeiter – der sogenannte ENPS. Das bedeutet „Employee Net Promoter Score“. Die Frage lautet ganz einfach: Würden Sie Ihren Arbeitergeber (einem Bekannten) weiter empfehlen? Ja oder Nein. Machen Sie diese Übung gerne mal für sich und überlegen Sie, wenn Sie mit Ja antworten, welche drei Gründe es sind, die diese Empfehlung ausmachen und ob diese Gründe auch für jemand anderen überzeugend sind.

Einsparungspotenzial – durch bessere Employee Experience

Ein deutscher Unternehmensberater hat ausgerechnet, welche Einsparungen möglich sind, wenn Menschen mehr „engaged“ in ihren Jobs sind. Die Rechengrundlage dafür war die bekannte Gallup Umfrage laut derer 85 Prozent der Menschen „Dienst nach Vorschrift“ machen oder sich „im Zustand der inneren Kündigung“ befinden.

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Wenn es gelingt, aus den beiden Kategorien jeweils einen zweistelligen Prozentsatz beispielsweise durch gute EX in eine höhere Stufe des Engagements zu heben, so läge das gewonnene Einsparungspotenzial bei rund sechs Millionen Euro pro Jahr bei 1000 Mitarbeitern und circa 50.000 Euro durchschnittlichen Kosten je Mitarbeiter. Da reden wir aber noch nicht vom Performancegewinn des Unternehmens.

People Analytics – technische Grundlage

Ein sehr bestimmender Indikator ist natürlich die Mitarbeiterzufriedenheit, die selbstverständlich auch gemessen werden kann und muss. Das erfolgt in vielen Unternehmen einmal pro Jahr oder sogar nur alle zwei oder drei Jahre. Das ist – um es einfach zu sagen – zu wenig.

Um ein optimales „Erlebnis Job“ bieten zu können, muss sehr viel öfter und regelmäßiger das Feedback der Mitarbeiter eingeholt und darauf basierend gehandelt werden. Dies erfolgt heutzutage ganz einfach digital, binnen weniger Augenblicke, mit unterschiedlichen Fragen per App, die die Gesamtentwicklung darstellen und nachvollziehbar machen.

+++Diese digitalen Tools helfen, Feedback von Mitarbeitern einzuholen+++

Der Überbegriff aus den diversen Zahlen, die erhoben werden, ist People Analytics. Das ist die Basis für ein besseres Verständnis der Menschen im Unternehmen auf einer neutralen Datenbasis. Natürlich braucht es dafür klare Regeln – insbesondere Anonymität, Datenhoheit der Mitarbeiter etc. – aber einmal eingeführt und dem Feedback entsprechend gehandelt, wird das Erlebnis Arbeit der Menschen sicher verbessert.

Performance der Organisation steigt

Neben den softeren und härteren KPIs sowie dem Einsparungspotenzial hat ein Vergleich in den USA gezeigt, dass Unternehmen, die in Employee Epxerience investieren, jene Unternehmen „outperformen“, die das nicht oder nur unzureichend machen.

Eigentlich logisch, aber doch beeindruckend, wenn man die Zahlen vor Augen hat: Unternehmen mit besonders guter Employee Experience haben einen 2,8-mal höheren durchschnittlichen Umsatz und einen 4,2-mal höheren durchschnittlichen Profit im Vergleich zu anderen Unternehmen. Ähnlich die Werte auf individueller Ebene – der Umsatz pro Mitarbeiter ist 2,8-mal und der Profit 4-mal so hoch. Außerdem wachsen diese Unternehmen in punkto Mitarbeiterzahl 1,5-mal so stark und zahlen auch 1,5-mal mehr Gehalt. Spätestens das sollte überzeugend genug sein, sich mit Employee Experience und den positiven Folgen intensiv zu beschäftigen.


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Über den Autor

Max Lammer ist Solopreneur, Trainer und Employee Experience Designer. Auf Basis seiner Erfahrung mit vielen Unternehmen – von klein bis multinational – und aus unterschiedlichen Blickwinkeln, ist er der Überzeugung, dass Employee Experience das entscheidende strategische Handlungsfeld für Organisationen egal welcher Größe und Branche ist – für mehr wirtschaftlichen Erfolg, sowie Zufriedenheit der Mitarbeiter und Kunden.

Seine berufliche und unternehmerische Erfahrung im Zusammenhang mit Innovation, Digitalisierung und New Work ist unter anderem geprägt durch beispielsweise die Initiative „Innovation to Company“ in der er etablierte Unternehmen und Startups zusammen bringt, oder das Projekt des zukunftsweisenden Innovationscampuskonzept „Talent Garden“ in Österreich . Außerdem hat er mehrere Jahre aktiv in einem österreichischen Technologiestartup mitgearbeitet.

Als Trainer und Solopreneur begleitet er Projekte zur Entwicklung von Innovationsstrategien und digitaler Transformation (in 8 Schritten) sowie zur „New World of Work“, und unterrichtet an Unis und bei Corporates mit Schwerpunkten auf Startup-Methoden, Employee Experience und Innovation. 

==> zur Website des Autors


Redaktionstipps

Momcilo Nikolic

Höhle der Löwen-Finale: Investoren treffen auf den „härtesten Verhandler der Showgeschichte“

Beim Staffelfinale von "Die Höhle der Löwen" wurden hohe Anteil abgegeben, es ging um Plastikeinsparung und lokales Superfood. Zudem kamen zwei Löwen beim Ausverhandeln eines Deals ordentlich "ins Schwitzen".
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Höhle der Löwen, Dümmel, Maschmeyer, Kofler, Wöhrl, Glagau, Rosberg, Williams, Nui Cosmetics
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Swantje van Uehm aus Berlin präsentierte mit NUI Cosmetics Naturkosmetik.
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Die ersten beim Staffelfinale auf der Höhle der Löwen-Bühne – die bisher immer Montags um 20.15 Uhr bei VOX zu sehen war und weiterhin jederzeit auf Abruf über TVNOW.at nachsehbar ist – waren Richard Birich und seine Cousine Inga Plochow. Sie präsentierten den Löwen die erste wiederverwendbare Wasserfilterkartusche. Leitungswasser zu trinken, erspart nicht nur das Kistenschleppen, sondern ist auch nachhaltig. Doch manchmal ist es unumgänglich, das Wasser aufgrund von enthaltenen Schwermetallen, Schadstoffen wie Blei und Chlor oder des Geschmacks zu filtern, so die Gründer.

24 Kartuschen pro Jahr im Müll

Mit einer Tischwasserkanne sei das zwar kinderleicht, aber der regelmäßige Austausch der Filterkartuschen produziert eine Menge Müll und macht aus Umweltschutzgründen keinen Sinn. Innerhalb von zwei Jahren werden 24 Kartuschen verbraucht. „So landen jährlich über zwölf Millionen Kartuschen im Restmüll. Dabei ist die Filterkartusche einwandfrei, es ist lediglich das Filtermedium erschöpft“, erklärt der Gründer.

Trinkwasserfilter-System in der Höhle der Löwen

Da es keine Alternative zu den üblichen Produkten auf dem Markt gab, hat Richard Birich Yucona entwickelt. Das Trinkwasserfilter-System besteht aus der wiederverwendbaren Kartusche und den Filtertaschen aus Vlies mit natürlicher Aktivkohle aus Kokosnussschalen. Nur diese müssten dann zukünftig gewechselt werden. Dadurch werde bis zu 96 Prozent des Kartuschenmülls eingespart. Die ersten Packages konnten bereits online verkauft werden. Um zu wachsen, benötigen die Gründer ein Investment von 250.000 Euro und bieten dafür 20 Prozent der Firmenanteile an.

Yucona
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Inga Plochow und Richard Birich brachten ihre wiederverwendbare Wasserfilterkartusche „YUCONA“ mit.

In einem Jahr zwei Millionen Umsatz?

Die Firma kann bisher 16.000 Euro Umsatz und für die Marke einen Gebrauchsmusterschutz vorweisen. Im Business-Plan seien zwei Millionen Euro für nächstes Jahr eingeplant.

Fehlendes Zertifikat

Konzernchef Nils Glagau glaubte jedoch nicht daran und stieg als erster aus. Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl folgte, da dem Startup in Sachen Trinkwasserqualität das deutsche Zertifikat noch fehle. Auch Carsten Maschmeyer zog sich zurück, ihm war unter anderem der Gründer „zu selbstbewusst“ und die Firmenbewertung zu hoch.

Produkt großartig

Beauty-Queen Judith Williams stimmte passiv zu und meinte, der Gründer müsste sich etwas beim Präsentieren und Verhandeln zurücknehmen, das Produkt wäre aber großartig.

Dümmel schickt Gründer hinter die Bühne und…

LEH-Experte Ralf Dümmel, der das Wasser-Geschäft gut kennt, meinte, die Gründer hätten etwas entwickelt, das der „absolute Hammer“ sei. Allerdings wäre die Bewertung deutlich zu hoch. Statt ein Angebot zu machen, sandte er die Gründer hinter die Bühne, um mit einem besseren Deal-Vorschlag zurückzukehren.

…fordert mehr Anteile für Cousine

Inga Plochow und Richard Birich kamen mit folgendem Vorschlag zurück: 250.000 Euro für 45 Prozent Beteiligung. Nach diesem überraschendem Angebot, machte der Löwe etwas Ungewöhnliches: Er nahm 35 Prozent für die Viertelmillion und verlangte, dass Plochow zu den bisherigen fünf Prozent Anteilen, die ihr gehörten, die restlichen zehn dazubekäme. Deal für Yucona.

2000 Jahre altes Rezept

Die nächsten Gründer in der Höhle der Löwen hatten die Idee zu einem lokalen Superfood. Jannis Birth und Alexander Wies verbrachten während einer gemeinsamen knapp dreijährigen Reise zwei Jahre auf einer Vulkaninsel inmitten eines Süßwassersees in Lateinamerika und arbeiteten dort auf einer biologischen Plantage. Durch sein Fernstudium der Philosophie stieß Birth zufällig auf ein 2000 Jahre altes Rezept – ein sonnengetrocknetes Flachbrot aus Getreidesprossen.

Schon vor Ort haben sie dieses Rezept ausprobiert und die Rezeptur immer weiter verbessert. Zurück in Deutschland gründeten sie ihr eigenes Unternehmen AHO.BIO – mit lokalen Zutaten. Die Grundlage für ihre Cracker ist immer eine alte Getreidesorte, sowie Leinsamen und Sonnenblumenkerne aus Deutschland – je nach Geschmacksrichtung mit Gewürzen verfeinert.

Verpackung kompostierbar

Für zwei Tage wird der Getreidebrei schonend bei 42 Grad gedörrt, so bleiben alle Nährstoffe und Enzyme erhalten. AHO.BIO ist zu 100 Prozent bio und vegan, reich an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Omega 3-Fettsäuren. Die Verpackung ist kompostierbar. Für den Ausbau ihres Unternehmens benötigen Birth und Wies 75.000 Euro und boten den Löwen 15 Prozent der Firmenanteile.

Knäckebrot & Pizza

Nach der Vorstellung meinte Dümmel sich an Knäckebrot erinnert zu fühlen, während Maschmeyer und Kofler äußerten, die Pizza-Variante schmecke ihnen nicht.

Fragwürdiges Kompliment?

Das Konzept vom „lokalem Superfood“ indes kam bei den Löwen jedoch gut an. Kofler gratulierte beiden Gründern zur persönlichen Weiterentwicklung vom „Hippie-Dasein“ zu Unternehmern, stieg aber aus. Wöhrl fand das Gründer-Duo großartig, konnte aber nicht investieren, da ihr das Produkt nicht schmeckte.

Die letzte Hoffnung

Auch Maschmeyer stieß in die gleiche Kerbe und ging ebenso als potentieller Investor. Dümmel folgte seinen Vorgängern und ließ Nils Glagau als letzte Hoffnung über.

Kein Höhle der Löwen-Deal

Der gestand, ebenfalls einen bunten Lebenslauf zu haben, nannte die Gründer authentisch, hatte aber ebenfalls Probleme mit dem Geschmack. Kein Deal für Aho.

Der rote Lippenstift

Mit NUI Cosmetics hat Swantje van Uehm eine Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten erschaffen. Die Gründerin pitchte ihre Idee als Dritte im diesjährigen Finale der Höhle der Löwen und erzählte gleich von den Anfängen. Begonnen hat alles mit einem roten Lippenstift.

Blut der Schildläuse

Denn in den vielen herkömmlichen Produkten ist Karmin, das Blut der Schildläuse, enthalten. Alternativen aus der Naturkosmetik hatten aber nicht die gewünschten modernen Farben in ihrem Angebot. Also kreierte Swantje ihren eigenen Lippenstift ohne synthetische Inhaltsstoffe und ohne Karmin. Mittlerweile umfasst ihr Sortiment 13 Kategorien, darunter Produkte für die Augen oder den Teint.

NUI, Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Swantje van Uehm drängt mit ihrer NUI Cosmetics“ in die glamouröse Naturkosmetikwelt hinein.

Patentierte Verpackung

Eine weitere Innovation ist ihr besonderes Packaging: Für Produkte wie Eyeshadow, Bronzer und andere hat die Gründerin eine patentierte Verpackung entwickelt, die aus recyceltem Material besteht und in Deutschland hergestellt wird. NUI Cosmetics ist bereits erfolgreich am Markt und war von Beginn an profitabel. Van Uehm erhofft sich durch einen Deal mit den Löwen vor allem einen strategischen Partner, mit dem sie ihre Produkte weiterentwickeln und die Marketing- und Vertriebsmaßnahmen ausbauen kann. Das Angebot der Gründerin an die Löwen: 250.000 Euro für 20 Prozent ihrer Firmenanteile.

Style und Farben

Die Gründerin, die 2009 mehrere Monate im Krankenhaus lag, um ihr Leben gebangt und dort den Gedanken entwickelt hatte, Unternehmerin zu werden, diskutierte mit den Löwen um ihre genaue Intention in Sachen Naturkosmetik. Bisheriges in dem Bereich wäre langweilig. Sie würde mehr Wert auf starke Farben und Style legen.

Eine Million Euro Umsatz

Nils Glagau und Georg Kofler stiegen ziemlich rasch aus, während vor allem Judith Williams interessiert zuhörte. Besonders als die Gründerin kundtat, dass sie eine Million Euro Umsatz seit 2017 geschafft hatte.

Kein USP

Die drei Löwen waren allesamt relativ rasch weg. Wöhrl meinte indes, das Motto der Gründerin mit „natürlich & vegan“ wäre nicht neu und sogar zu stark am Markt vertreten. Auch sie ging ohne Angebot.

Löwin verlangt 40 Prozent

Swantje van Uehm wollte nicht aufgeben und sagte, sie gehe nicht ohne Löwen aus dem Studio. Williams hatte tatsächlich Lust mitzumachen und bot 250.000 Euro für satte 40 Prozent.

Deal or No Deal…

Die Gründerin ging in die Verhandlungsrunde und verlangte 300.000 Euro für 40 Prozent. Williams versicherte daraufhin, dass benötigtes Kapital natürlich folgen würde, die Gründerin müsse sich keine Sorgen machen. Schlussendlich blieb der Deal mit der Viertelmillion bestehen.

Inspiriert durch Kinder

Nummer vier in der Folge der Höhle der Löwen war Eike Meyer, der sich inspiriert durch seine beiden Kinder, auf die Suche machte, nach einer Möglichkeit Plastik zu sparen und nachhaltiger zu leben. Seitdem wird Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt und ohne Verpackung gekauft oder Wasser wird aus dem Wasserhahn bzw. aus Mehrwegflaschen getrunken.

Reinigungskonzentrate in Glasflaschen

„Doch bei einer Sache haben wir nichts für uns finden können, und das waren Reinigungsmittel“, erinnert sich der Familienvater. Das sollte sich ändern. Mit Twentyless stellte Eike den Löwen seine umweltfreundlichen Reinigungskonzentrate in Glasflaschen vor und sagt: „Ich möchte das Reinigen zu einer sauberen Sache machen.“

Milch- und Zitronensäure in der Höhle der Löwen

Das Reinigungskonzentrat aus natürlichen Stoffen wie Milchsäure, Zitronensäure oder Zuckertensiden wird mit Wasser gemischt und in die mitgelieferte Sprühflasche umgefüllt, sodass man mit dem Inhalt einer Glasflasche 20 Plastikflaschen mit Reinigungsmitteln ersetzen kann. Mit seinem Glasreiniger, Allzweckreiniger und Sanitärreiniger bietet der 37-Jährige drei Produkte in seinem Online-Shop an. Damit sein Unternehmen wachsen kann, benötigt der gelernte Einzelhandelskaufmann 70.000 Euro und bietet dafür 15 Prozent Firmenanteile.

Höhle der Löwen, Twentyless
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Eike Meyer möchte mit Twentyless“ 20 Flaschen Reinigungsmittel einsparen.

Nach dem Pitch sah man Löwen dem Putzfimmel verfallen, insbesondere Kofler, der den Boden wusch und Wöhrl, die eine vorbereitete Platte des Gründers säuberte. Auch Dümmel machte den Praxistest und zeigte sich wie Rosberg über „Null-Chemie“ überzeugt.

Über 12.000 Euro Umsatz

Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung war das Produkt drei Monate am Markt und hatte in der Zeit kumuliert über 12.000 Euro Umsatz machen können. Da die USP des Gründers in der Glasverpackung lag und von den Löwen nicht sonderlich geschätzt wurde, schaffte es Meyer auf charmante Art und Weise zu erklären, dass er sich über sein Alleinstellungsmerkmal Gedanken gemacht habe. Und es in seinem Fall schwer sei.

Gründer ist selbst die USP

Jedoch würde ja, so der Founder, Wöhrl nicht aufhören Hotels zu betreiben, weil es andere Hotels gebe. Oder andere einen Toaster nicht verkaufen, weil es bereits drei andere gibt. Am Ende bezeichnete er sich selbst als USP und erntete sympathisierende Lacher der Löwen.

Zu wenig kommuniziert

Kofler ging dennoch als erster, er könne nicht viel mit Putzmitteln anfangen. Glagau fand den Gründer „klasse“, glaubte aber nicht an Twentyless. Nico Rosberg kritisierte, dass der Gründer die Besonderheiten des Produkts – Natürlichkeit, Einsparung von Plastikflaschen – nicht stark genug kommuniziere. Mit dem F1-Weltmeister waren drei potentielle Investoren plötzlich weg.

Twentyless B2B?

Wöhrl erwähnte, dass ihre Hotels rund drei Millionen Euro im Jahr für Reinigungsmittel ausgeben würden. Die Löwin ordnete das Produkt dem B2B-Bereich zu, stand damit konträr zum Gründer und war auch raus. Ralf Dümmel hingegen widersprach seiner Vorrednerin.

„Befreit die Haushalte!“

„Befreit die Haushalte von Plastikflaschen“, sprach der Löwe freudig, meinte jedoch, dass der Founder seine Idee leider nicht schützen könne. Das Thema sei jedoch riesig. Für den privaten Bereich gebe es ja bisher keine Glasflaschen. Dümmel bot 70.000 Euro für 25 Prozent. Der Gründer schlug schnell zu. Deal für Twentyless.

Verbindungselement für Metall und Faserverbundelemente in der Höhle der Löwen

Lars Molter – der fünfte Pitcher in der Höhle der Löwen – hat mit seinem Unternehmen HYCONNECT ein spezielles Verbindungselement namens FAUSST entwickelt, das Metall und Faserverbundelemente sicher miteinander fügt. Dies setzt dabei vor allem auf die Reduktion von Materialgewicht, denn gerade im Schiffbau oder auch in der Automobilindustrie kann mit leichteren Baumaterialien das Gewicht und somit der CO2-Verbrauch gesenkt werden. Denn 25 Prozent der globalen CO2-Emissionen entstehen im Verkehr, so der Gründer.

Metall und Leichtbauwerkstoffe durch Textil verbunden

„Je schwerer ein Transportmittel ist, desto mehr Energie wird auch benötigt. Wir verbinden Metall und Leichtbauwerkstoffe mit einem Textil. Dieses Textil wird wie ein Schal aus Metall- und Glasfaserfaden gestrickt und dann verbauen wir es zu Verbindungselementen, die wiederum in die Faserverbundbauteile integriert werden“, erklärt Molter.

Höhle der Löwen, FAUSST
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Lars Molter aus Hamburg lieferte den Löwen eine kleine Verhandlungsschlacht.

Kein komplexes Klebeverfahren mehr

Der Clou: „Wir verzichten also auf das bisher komplexe Klebeverfahren und können Leichtbau-Bauteile schweißbar machen“, so der Gründer. Mit diesem Verfahren soll der Industrie ermöglicht werden, mehr Leichtbau einzusetzen. Das fördert leichtere Designs, weniger Gewicht und dadurch auch mehr Nachhaltigkeit. Dementsprechend großes Potenzial sieht der 39-Jährige in seiner Erfindung, die er mit einem Löwen weiterentwickeln möchte. Dafür benötigt er 500.000 Euro und würde 12,5 Prozent seiner Firmenanteile abgeben.

Textil macht leichter

Nach dem äußerst souveränen Pitch, der stark an eine Leichtmaterial-Bau-Lektüre erinnerte, mussten die Löwen durch Fragen erst verstehen, worum es in diesem Fall wirklich ging. Durch sein Textil würde Molter das „Leichter werden, leichter machen“, fasste Maschmeyer zusammen.

Strukturklebemarkt mit 1,6 Milliarden Euro Umsatz

Der Gründer servierte den Löwen den Schiffbau als Zielmarkt, meinte aber, er habe mit anderen Industrien bereits gesprochen, etwa mit dem Flugzeug- oder Automarkt. Allein im Vorjahr habe der Strukturklebemarkt rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz gemacht, nur in Europa.

„Was damit anfangen?“

Maschmeyer und Rosberg zogen sich nach diesem Informationsfluss nach hinten zur Beratung zurück. Dümmel und Wöhrl stiegen aus, der Löwin würden diverse Zertifizierungsprozesse zu lange dauern. Sie hatte auch keine Idee, was sie mit diesem, „zugegebenermaßen tollen“, Material anfangen würde.

Das kluge Nordlicht

Williams nannte Meyer ein „extrem gescheites Nordlicht“, stieg aber aus. Dann kehrten Rosberg und Maschmeyer zurück: Der Formel 1 Weltmeister meinte, genau wegen solchen Ideen wäre er der Höhle der Löwen beigetreten. Er übergab an seinen Kollegen, der hervorhob, dass Vertrieb und die Kontakte zur Automobilindustrie bei den Löwen nicht zu bezweifeln wären und dem Gründer das gewünschte Kapital in zwei Raten bot.

Zwei mal eine Viertelmillion in der Höhle der Löwen

250.000 Euro sofort und 250.000 Euro, wenn die Lizenz da ist. Und das für insgesamt 24,9 Prozent. Molter war das Angebot zu teuer. Nach kurzer Beratung kehrte er „bloß“ mit seinem Ursprungsangebot zurück. Seine Erklärung: In ein paar Jahren würde die Firma eine zweite Investitionsrunde brauchen, damit könne er heute nicht so viele Anteile abgeben.

Verhandlungs-Hick-Hack beim Finale der „Höhle der Löwen“

Dies ließ die beiden Investoren erneut aufspringen und zuerst vorsichtig nach einer Kompromissbereitschaft fragen. Molter bejahte, meinte aber dass er maximal 15 Prozent weggebe. Rosberg fragte dennoch nach 18,75 Prozent Beteiligung. Schlussendlich wurden es nach einem kleinen Hick-Hack 17,5 Prozent für 500.000 Euro. Deal für den, laut Maschmeyer, härtesten Verhandler der Löwengeschichte.

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