Mit Umwegen zum Erfolg, das ist in der Startup-Branche nichts Ungewöhnliches. Ein Musterbeispiel dafür liefern wohl die beiden österreichischen Gründer Philipp Wolschner und Daniel Döberl, die 2015 mit der App CashQuizz an den Markt gingen und spätestens seit einem Auftritt in der Startup-TV-Show “2 Minuten 2 Millionen” im Jahr 2016 mit ihrer App einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sind.

500.000 Euro Investment bei “2 Minuten 2 Millionen”

Damals konnten Wolschner und Döberl von Business Angels ein Investment von 500.000 Euro an Land ziehen. Darüber hinaus sicherten sie sich ein Medienvolumen in der Höhe von 200.000 Euro der österreichischen Sendergruppe ProSiebenSat.1 PULS 4, das sie später allerdings wieder absagten. Die App verzeichnete kurz nach der Ausstrahlung der TV-Show rund 10.000 Downloads, weitere 100.000 sollten in den nächsten Wochen und Monaten folgen.

+++ Die neue CashQuizz-App aus Wien belohnt Wissen mit Bargeld +++ 

Der Erfolg der App war jedoch nicht nur auf das große Medieninteresse zurückzuführen, sondern stand auch im engen Zusammenhang mit dem Spielprinzip von Cash-Quizz. Nutzer konnten nämlich durch das Beantworten von Fragen bis zu 100 Euro pro Tag gewinnen. Die App war so erfolgreich, dass sie auch am US-amerikanischen Markt reüssieren konnte.

Entscheidung “Weitermachen” oder “Verkaufen”

Mit hohen Downloadzahlen ist es allerdings noch nicht getan, schließlich müssen am Ende des Tages auch die Umsätze stimmen. Und genau an diesem Punkt haben sich Wolschner und Döberl schwer getan. Wolschner erläutert gegenüber dem brutkasten durchaus selbstkritisch und mit einer Spur Ironie: “Die Nutzer haben am Ende mehr Geld gemacht als wir selbst.” Die beiden Gründer standen vor der schweren Entscheidung “Weitermachen” oder “Verkaufen”. “Wir hatten noch Cash für ein paar Monate und haben uns gedacht, entweder riskieren wir alles und gehen womöglich in die Insolvenz oder wir reduzieren die Fixkosten und suchen einen Partner für einen Exit”, so Wolschner.  

CashQuizz Exit

Die beiden Gründer entschieden sich für letzteres und konnten CashQuizz 2017 erfolgreich an einen US-amerikanischen Spieleentwickler verkaufen, dessen Namen allerdings nicht genannt werden darf. Auch über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Wolschner verrät jedoch, dass aufgrund des Exits genügend Kapital zur Verfügung stand, um eine neue Firma zu gründen genauer gesagt Dowosoft, ein Software-Unternehmen, das sich auf die Digitalisierung von Corporates spezialisiert hat.

Know-How für Software Development erarbeitet

Die Gründung von Dowosoft erfolgte vor dem Hintergrund, dass sich Wolschner und Döberl zusätzliches Know-How in Sachen Software Development erarbeitet haben. “Ein Partner ist auf uns zugekommen und hat uns gefragt, ob wir ihm auch eine App und eine größere Website bauen können. Daraus ist schlussendlich ein ganzheitliches Digitalisierunsprojekt für den Auftraggeber entstanden, das wir erfolgreich umgesetzt haben.”

Und genau hier kommen die viel besagten Umwege in der Startup-Szene ins Spiel. Im Zuge ihres ersten Unternehmens CashQuizz erarbeiteten sich Wolschner und Döberl nicht nur Know-How im Bereich Software Entwicklung, sondern auch in Sachen UI/UX-Design und der Optimierung von digitalen Prozessen.

Digitalisierung als millionenschwerer Markt

Laut Wolschner ist der Aufholbedarf in Sachen Digitalisierung groß; es handelt sich um einen millionenschweren Markt. “Im Prinzip geht’s darum, dass wir alteingesessene Firmen fit für die Digitalisierung machen, damit sie wettbewerbsfähig bleiben. Dazu gehört unter anderem, dass wir ihnen helfen mit digitalen Lösungen ihre Painpoints zu lösen”, so Wolschner.

3D-Konfigurator für Betonbauteile und Stützwände

Als Referenz nennt er SW-Umwelttechnik, ein österreichisches Familienunternehmen, das sich auf die Fertigung von Betonbauteile und Stützwände spezialisiert hat. Hierfür wurde ein 3D-Konfigurator entwickelt, den die Sales-Mitarbeiter des Unternehmens nutzen, um auf einer Baustelle eine fertige “Re-Con Stützwand” digital zu erstellen und anschließend sofort ins Backoffice schicken zu können. Damit werden die Daten automatisch ins interne System eingetragen und ein fertiges Angebot an einen Kunden erstellt. Folglich wurde der Sales-Prozess, der vorher ein bis zwei Tage in Anspruch nahm, auf fünf Minuten gekürzt und die Fehlerquote optimiert.

Dowosoft auf 10 Mitarbeiter angewachsen

In nur neun Monaten ist Dowosoft dank zahlreicher Projekte auf über zehn Mitarbeiter gewachsen. In diesem Tempo will Dowosoft in den nächsten drei Jahren auch weiter wachsen, mit dem langfristigen Ziel in Anlehnung an die Kundenzufriedenheit das “Amazon der Digitalisierung” zu werden. Möglich sein soll dies durch die Weiterempfehlungen der zufriedenen Kunden und die enge Vernetzung in der Industrie. Wie Wolschner abschließend erläutert, sei Dowosoft  derzeit aufgrund des Wachstumskurses auf der Suche nach neuen Software-Entwicklern.


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