Bitpanda sammelt 52 Millionen Dollar in Series A-Runde

Das in Wien ansässige Scale-up Bitpanda holt sich in einer Series A 52 Millionen Dollar Finanzierung, angeführt von Peter Thiels Valar Ventures.
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Eric Demuth und Paul Klanschek, die Gründer von Bitpanda. RBI Coin
(c) Bitpanda - Eric Demuth und Paul Klanschek, die Gründer von Bitpanda.
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  • Die in Wien ansässige digitale Investment-Plattform Bitpanda gibt den Abschluss einer 52 Millionen US-Dollar starken Finanzierungsrunde unter Leitung von Peter Thiels Valar Ventures bekannt.
  • Die hohe Investitionssumme soll die ambitionierten Expansionspläne von Bitpanda weiter vorantreiben.
  • Ziel ist es laut Demuth, eine Investmentplattform für alle in Europa zu sein – also nicht nur weiterhin Stärke im Krypto-Bereich zu zeigen, sondern auch zum Beispiel Aktien-Investoren ins Boot zu holen.
  • Zur Schaffung des weiteren Wachstums sind bei Bitpanda derzeit 70 offene Stellen ausgeschrieben.
  • Erst kürzlich expandierte Bitpanda nach Frankreich, Spanien und in die Türkei. Bis Jahresende sowie im nächsten Jahr sollen weitere europäische Länder erschlossen werden.
  • Im Rahmen der Investition wird Andrew McCormack, Gründungspartner von Valar Ventures, dem Vorstand von Bitpanda beitreten.

Die in Wien ansässige digitale Investment-Plattform Bitpanda gibt den Abschluss einer 52 Millionen US-Dollar starken Finanzierungsrunde unter Leitung von Peter Thiels Valar Ventures bekannt. Damit ist dem in Wien ansässigen Unternehmen die europaweit größte Series A im Jahr 2020 gelungen. Außerdem ist es die größte bekannte Series A der jüngeren österreichischen Startup-Geschichte, gefolgt von Planradar im März 2020 mit 30 Millionen Euro. Auch die in Wien ansässige Speedinvest beteiligt sich am Investment.

„Das Investment von Valar Ventures ist ein starker Vertrauensbeweis in Bitpanda und unsere Unternehmensvision – schließlich kommt es direkt von einem der weltweit bedeutendsten Investoren in aufstrebende Technologieunternehmen“, sagt Eric Demuth, Mitgründer und CEO bei Bitpanda, über das Investment. Über die aktuelle Bewertung kann er nichts verraten, sagt im Gespräch mit dem brutkasten jedoch: „Wir sind zufrieden.“

Das Investment kam mit Unterstützung von Speedinvest zustande, welche für Bitpanda die Brücke zu Valar Ventures legten, wie Demuth sagt. Die ersten Gespräche fanden im März statt, bis zu Finalisierung des Deals dauerte es also etwa ein halbes Jahr.

Wie Bitpanda das Investment nutzen wird

Die hohe Investitionssumme soll die ambitionierten Expansionspläne von Bitpanda weiter vorantreiben. Derzeit hat Bitpanda über 1,3 Millionen Nutzer und ist somit laut Eigenangabe die „führende Plattform für den Handel mit digitalen Vermögenswerten und Edelmetalle“ Europas. Ziel ist es laut Demuth, eine Investmentplattform für alle in Europa zu sein – also nicht nur weiterhin Stärke im Krypto-Bereich zu zeigen, sondern auch zum Beispiel Aktien-Investoren ins Boot zu holen.

„Unsere Produkte sollen User befähigen, Verantwortung für die eigene finanzielle Zukunft zu übernehmen, wobei es uns gleichzeitig ein großes Anliegen ist, Finanzwissen und -bildung zu fördern. Erklärtes Ziel ist es, die europaweit führende Investment- und Trading-Plattform zu werden – und damit nicht nur erste Anlaufstelle für jene Menschen, die bereits mit dem Thema vertraut sind, sondern für wirklich alle“, sagt Demuth: „Genau hierbei hilft uns das Investment. Und natürlich auch dabei, die weltweit besten Talente zu rekrutieren und sie im Bitpanda Team willkommen zu heißen.“

Neue Mitarbeiter, neue Märkte

Denn zur Schaffung des weiteren Wachstums sind bei Bitpanda derzeit 70 offene Stellen ausgeschrieben. Demnach soll das Bitpanda Team bis Ende des aktuellen Jahres auf 300 Mitarbeiter aufgestockt und danach stetig vergrößert werden.

Auch eine geographische Expansion ist geplant. Erst kürzlich expandierte Bitpanda nach Frankreich, Spanien und in die Türkei. Bis Jahresende sowie im nächsten Jahr sollen weitere europäische Länder erschlossen werden. Im Fokus sind dabei Südeuropa und Osteuropa, wie Demuth im Gespräch mit dem brutkasten sagt. „Mit einem Investment kauft man sich auch Zeit. Also Zeit, um an mehreren Ländern und Produkten gleichzeitig zu arbeiten und zum Beispiel Lizenzen für die einzelnen Märkte zu beantragen,“ sagt Demuth.

Zudem kündigt das Unternehmen die Einführung weiterer Produkte an. Darunter auch „eine völlig neue und innovative Art des Aktienhandels“ und „ein Produkt, das es in dieser Form im Krypto-Investing noch nicht gab.“ So weit, so kryptisch – zumindest zum letztgenannten Produkt sollen aber bereits in Kürze weitere Details bekannt gegeben werden.

Andrew McCormack im Bitpanda-Beirat

Im Rahmen der Investition wird Andrew McCormack, Gründungspartner von Valar Ventures, dem Beirat von Bitpanda beitreten. McCormack hat bereits beträchtliche Erfahrung mit aufstrebenden Jungunternehmen: So trat er PayPal noch während dessen Anfangszeit bei, auch unterstützte er Peter Thiel bei den Verhandlungen zum Verkauf an eBay im Jahr 2002. Daneben hat Valar bereits Investitionen in mehrere europäische FinTechs begleitet, die in der Folge zu sogenannten Unicorns wurden – zum Beispiel Transferwise und N26.

„Das Interesse am Investieren hat in den letzten Jahren massiv zugenommen, durch die gegenwärtige Pandemie wurde dies noch zusätzlich verstärkt, nicht zuletzt, da die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen“, sagt McCormack: „Wir finden, dass Bitpanda bestens positioniert ist, passende Produkte
liefert, welche gewiss in ganz Europa Anklang finden und so weiterhin loyale User anziehen werden. Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass alle Menschen fairen Zugang zu den Finanzmärkten erhalten und in ihre finanzielle Zukunft investieren, während wir Europas nächstes FinTech-Unicorn aufbauen.“

Bitpanda-Gründer am Freitag im Livestream

Am Freitag, 2.10., um 13 Uhr werden wir mit den Bitpanda-Gründern Eric Demuth und Paul Klanschek in einem Livestream über das Investment und weitere Themen sprechen. Der Livestream wird auf derbrutkasten.com und über die Social Media Kanäle des brutkasten übertragen.

Disclaimer: Die Bitpanda GmbH ist zu 3,9849 % an der Brutkasten Media GmbH beteiligt.

die Redaktion

4 Tech Trends für 2021

Die Coronakrise hinterlässt auch in den Tech Trends 2021 von Deloitte deutliche Spuren. Große Überraschungen bleiben aber aus.
/tech-trends-2021-deloitte/
Tech Trends 2021
(c) Adobe Stock - H_Ko

In den von den Beratungsunternehmen ausgegebenen Trends für 2020 war die Coronakrise noch nicht absehbar. Dass dadurch letztlich andere Themen, als ursprünglich prognostiziert worden waren, bestimmend wurden, liegt auf der Hand. Dieses Jahr könnte wieder mehr Berechenbarkeit gegeben sein. Ob Deloitte mit seinen Tech Trends 2021 richtig liegt, bleibt freilich dennoch abzuwarten. Die Chancen stehen jedoch gut. Denn wie schon in den Vorjahren sind die Prognosen nicht gerade waghalsig und bergen für Beobachter der technologischen Entwicklung des Planeten wenig Überraschungen.

Das Beratungsunternehmen identifizierte für dieses Jahr neun große Entwicklungen. Deloitte Österreich griff vier Tech Trends 2021 heraus, auf die hierzulande ein besonderes Augenmerk zu legen ist. Bernhard Göbl, Director bei Deloitte Österreich, kommentiert: „Durch digitale Transformation können Unternehmen ihre Prozesse effizienter gestalten und besser auf die dramatischen Schwankungen von Nachfrage und Kundenerwartungen reagieren. Viele haben dieses Potenzial in den letzten Monaten bereits genutzt und dabei Anpassungsfähigkeit sowie Reaktionsschnelligkeit bewiesen. Nun gilt es, den Fokus auf die richtigen Themen zu legen“.

Tech Trends 2021: Daten als dominantes Thema

Und das sind die vier Deloitte Tech Trends 2021, auf die Göbl seinen Fokus legt:

1. „Gezielte Datennutzung“

Laut Deloitte Tech Trends 2021 sollte die verstärkte und zielgerichtete Datennutzung mittels Big Data und Data Analytics in den nächsten Monaten eine zentrale Rolle für die österreichischen Unternehmen spielen. Moderne Methoden der Datenerfassung und -strukturierung sowie die Verbindung großer Datenmengen aus unterschiedlichen Systemen ermöglichen Entscheidungen in Echtzeit für Menschen und Künstliche Intelligenz.

„Die wachsende Bedeutung gezielter Datenanalysen zieht sich heuer durch die gesamte Trendprognose. Unternehmen werden neue Technologien einsetzen müssen, um die wachsenden Datenmengen optimal nutzen zu können. Gerade in Krisenzeiten können sich Unternehmen damit einen Wettbewerbsvorteil verschaffen“, so Göbl.

2. „Optimierung der Lieferketten mit neuen Technologien“

Auch bei der Optimierung der Lieferketten spiele die Datenanalyse eine immer wichtigere Rolle, heißt es in den Tech Trends 2021. Denn durch die Corona-Pandemie hätten sich die Lieferketten deutlich verändert – Grenzschließungen und Lockdowns hätten ihre Spuren hinterlassen. Unternehmen sollten die Automatisierung und das Know-how über die Daten nutzen, um die bisherigen, meist rein kostenfokussierten Partnerschaften in der Lieferkette in kundenorientierte, widerstandsfähige Liefernetzwerke umzuwandeln.

Bernhard Göbl kommentiert die Deloitte Tech Trends 2021
(c) Rauchensteiner/Hackl: Bernhard Göbl

„Im Management der Lieferketten können Unternehmen von den Daten profitieren, die sie sammeln, analysieren und über ihre Liefernetzwerke austauschen. Daneben kommen auch Roboter, Drohnen und fortschrittliche Bilderkennung verstärkt zum Einsatz, um die physischen Interaktionen entlang der Lieferkette effizienter und für die Mitarbeiter sicherer zu machen“, so Göbl. „Ein konkretes Anwendungsbeispiel dafür ist die Inspektion und Wartung von Verschleißkomponenten in Produktionsstätten, die schwer zugänglich oder messbar sind: Durch den Einsatz von Drohnen mit Infrarotkameras und Image Recognition kann ein Verschleiß der Materialien frühzeitig erkannt werden“.

3. „Bessere Gestaltung des digitalen Arbeitsalltags“

Natürlich dürfen auch die Corona- bzw. Lockdown-bedingten Digitalisierungsschritte für Remote Working, virtuelle Kundenmeetings oder das Umsatteln auf Online-Services nicht in den Tech Trends 2021 fehlen. Der Umstieg habe bei einigen Unternehmen zu Unsicherheiten geführt – gerade hinsichtlich Produktivität und Zusammenarbeit der Mitarbeiter im Home Office, heißt es von Deloitte. In Zukunft soll daher der Fokus auch in diesem Bereich auf die von Tools und Plattformen generierten Daten gelenkt werden.

„Wenn die vorhandenen Daten rund um Home Office und neue Arbeitsweisen effektiver genutzt werden, können die individuellen Mitarbeitererfahrungen deutlich verbessert werden. Auch auf Kundenseite müssen Unternehmen eine nahtlose Verknüpfung von digitalem und persönlichem Service schaffen. Hier können gut aufbereitete Daten ebenfalls hilfreich sein“, meint Göbl.

4. „Umsetzung von Modernisierungsvorhaben“

Des Weiteren sollten sich die Unternehmen im neuen Jahr auch auf die Modernisierung ihrer technologischen Infrastruktur und Anwendungen fokussieren, meint am bei Deloitte. Wichtig seien hier Enterprise-Ressource-Planning-Upgrades, Cloud-Migrationen sowie die Optimierung der IT-Infrastruktur und Software-Landschaft. Hierzulande sei dieser Trend bereits aufgegriffen worden: Laut Studie liege Österreich bei den geplanten IT-Vorhaben im Bereich ERP-Updates und IT-Modernisierungen mit 53 Prozent sogar etwas über dem west- und mitteleuropäischen Durchschnitt von 50 Prozent.

Die Modernisierung von älteren angewandten Technologien könne zur Freisetzung von großen Potenzialen führen, meint Bernhard Göbl: „Modernste Technologien in der IT-Infrastruktur und Software-Landschaft sind deutlich energie- sowie platzsparender und weisen eine höhere Ressourcenleistung auf. Durch die damit eingesparten Kosten stehen folglich mehr Ressourcen für andere Maßnahmen zur Verfügung. In Zeiten von anhaltender Unsicherheit sollten innovative Ansätze und größtmögliche Flexibilität deshalb bei jedem CIO ganz oben auf der Agenda stehen“.

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