Bezos, Cook, Pichai und Zuckerberg sagen vor Kongress zu Marktmacht aus

Die CEOs der vier Tech-Riesen Amazon, Apple, Google und Facebook müssen sich vor dem US-Kongress zu unterschiedlichen Vorwürfen in Bezug auf ihre Marktmacht äußern.
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Die Abgeordneten im Capitol in Washington befragen heute die Chefs von Amazon, Apple, Google und Facebook zum Thema Marktmacht - allerdings per Video-Konferenz
Die Abgeordneten im Capitol in Washington befragen heute die Chefs von Amazon, Apple, Google und Facebook - allerdings per Video-Konferenz (c) Adobe Stock - Daniel
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  • Die CEOs der vier Tech-Riesen Amazon, Apple, Google und Facebook werden heute vor dem US-Kongress befragt.
  • Im Raum stehen bei der Befragung jeweils Fragen zu expliziten kartellrechtlich relevanten Vorgängen, mit denen die Konzerne ihre Marktmacht sichern sollen.
  • Die Eingangsstatements der CEOs wurden bereits veröffentlicht und fallen teilweise scharf aus.
  • Wie viel Erkenntnis der heutige Termin tatsächlich bringt, ist unklar.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sah man bereits 2018 und 2019 vor dem US-Kongress zu Vorwürfen Stellung nehmen. Auch Google-Chef Sundar Pichai wurde dort 2018 schon einmal umfassend befragt. Bei Apple-Chef Tim Cook ist es schon länger her – er äußerte sich 2013 zuletzt vor Abgeordneten im Kapitol in Washington. Amazon CEO Jeff Bezos – derzeit der reichste Mensch der Welt – war hingegen noch nie zum „Verhör“ dort. Das ändert sich heute: In einer von US-Medien bereits jetzt als „historisch“ bezeichneten Sitzung nehmen die vier „GAFA“-Chefs zu verschiedenen kartellrechtlichen Vorwürfen bezogen auf die Marktmacht ihrer Konzerne Stellung. Alle vier Unternehmen sind in Sachen Börsenwert unter den Top sechs der Welt.

Jeff Bezos erscheint erstmals persönlich

Vielleicht liegt es daran, dass die Befragung Corona-bedingt per Video-Konferenz stattfindet, dass Jeff Bezos sich entschloss, erstmals keinen seiner Topmanager vorzuschicken, sondern persönlich vorzusprechen. Beim US-Magazin TechCrunch analysiert man jedoch: „Wenn ein Tech-CEO vor dem Kongress erscheint, ist das ein Zeichen dafür, dass das, worüber er aussagt, eine so reale Bedrohung für sein Unternehmen darstellt, dass es besser ist, sich mit den Gesetzgebern gut zu stellen, als sie vor den Kopf zu stoßen“. Ganz sicher ist man sich bei TechCrunch dann aber doch nicht, wie Bezos den Auftritt nutzen wird. In einem anderen Beitrag heißt es halb scherzhaft, die „wichtigste“ Frage zum Tag sei: „Auf einer Skala von 1 bis Super-Bösewicht – was für Vibes werden von Jeff Bezos kommen?“

GAFA-Marktmacht: Klare Vorwürfe und klare Eingangsstatements

Im Raum stehen bei der Befragung jeweils Fragen zu expliziten kartellrechtlich relevanten Vorgängen, mit denen die Konzerne ihre Marktmacht sichern sollen. So soll Apple CEO Tim Cook zu den Konditionen für App-Entwickler im App Store befragt werden. Spotify kritisierte es etwa als unfair, dass bei Verkäufen 15 bis 30 Prozent der Erlöse an Apple abgegeben werden müssen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg soll sich dazu äußern, durch Übernahmen wie Instagram und WhatsApp zu dominant im Social-Media-Geschäft geworden zu sein. Bei Google-Cheff Sundar Pichai dürften Fragen zum Vorgehen bei Online-Werbung im Zentrum stehen. Gegen Amazon besteht unter anderem der Vorwurf, dass Daten anderer Händler, die auf der Plattform verkaufen, genutzt werden, um diese dann aus dem Geschäft zu drängen.

Die Eingangsstatement der CEOs, die sie in der heutigen Sitzung (ab 18:00 MEZ – Livestream siehe unten) verlesen werden, wurden bereits vorab veröffentlicht. „Wie ich unsere Gesetze verstehe, sind Unternehmen nicht schlecht, nur weil sie groß sind“, wird etwa Mark Zuckerberg unter anderem sagen. Tim Cook wird etwa klarstellen: „In keinem der Märkte, in denen wir aktiv sind, hat Apple einen dominierenden Marktanteil“. Auch Sundar Pichai wird auf die Konkurrenz seines Konzerns eingehen. Und Jeff Bezos schließlich will Persönliches von seinen Eltern und dem Start von Amazon in einer Garage erzählen, um dann auf die Wichtigkeit großer Unternehmen – und natürlich auch seines eigenen – für die USA einzugehen. „Egal, wie gut man als Unternehmer ist – man baut keine Boeing 787 aus Verbundstoffen in einer Garage“, wird Bezos unter anderem erörtern.

Das Hearing im Livestream (29. Juli ab 18:00 MEZ):

Wie viel Erkenntnis die heutige Befragung letztlich bringt, ist freilich nicht sicher. Das liegt nicht nur daran, dass die CEOs, wie etwa Zuckerberg und Pichai bereits zuvor zeigten, dazu tendieren, heikle Fragen ausweichend oder nicht zu beantworten. Auch geht man bei TechCrunch davon aus, dass republikanische Abgeordnete Nebenschauplätze eröffnen werden, die nicht viel mit dem eigentlichen Thema Marktmacht zu tun haben (im Kongress haben die Demokraten die Mehrheit, weswegen auch der Ausschuss von ihnen geleitet wird). Konkret geht es hier vor allem um den von Präsident Donald Trump immer wieder vorgebrachten Vorwurf, dass die Sozialen Medien Konservative benachteiligen würden. Auch Jeff Bezos ist bei den Republikanern nicht beliebt: Er besitzt die sehr Trump-kritische Washington Post.

die Redaktion

McKinsey: BioTech wird bis 2040 zum 4 Billionen US-Dollar-Markt

Das McKinsey Global Institute (MGI) sagt in einer aktuellen Studie eine weltweite BioTech-Revolution in den kommenden 20 Jahren voraus.
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Life Science & BioTech Wien
(c) fotolia.com - nd3000

„Die Biologie könnte – ähnlich wie wir es gerade mit der Digitalisierung erleben – zu einer neuen industriellen Revolution führen“, meint McKinsey-Seniorpartner Matthias Evers, Co-Autor der aktuellen Studie „The Bio Revolution – Innovations transforming economies, societies, and our lives“. Für diese untersuchte das McKinsey Global Institute (MGI) 400 mögliche Anwendungen im BioTech-Bereich von Medizin über Landwirtschaft, Kosmetik und Verpackung bis hin zu Kraftstoffen. Die Kernaussage: In den kommenden 20 Jahren ist mit Biotechnologien weltweit ein wirtschaftlicher Mehrwert von jährlich bis zu vier Billionen US-Dollar zu erreichen.

+++ Alles zum Thema Healthcare & Life Science +++

Große Chancen – große Gefahren

Dem zugrunde lägen Durchbrüche im Forschungbereich und sinkende Kosten in den Biowissenschaften kombiniert mit Fortschritten in der Computerwissenschaft, künstlichen Intelligenz und Datenanalyse. „Wenn diese Innovationen in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, könnten sie den Gesundheitsbereich, die Landwirtschaft sowie den Konsumgüter- und Energiebereich erheblich verändern“, heißt es vom MGI in einer Aussendung zur Studie. Um die sich ergebenden Vorteile nutzen zu können, sei jedoch ein gesellschaftlicher Dialog über Risiken und Nutzen erforderlich, meint Experte Evers. „Biologische Innovationen sind vielversprechend, aber potenziell auch gefährlich. Die Forschung bewegt sich schnell. Daher brauchen wir substanzielle und faktengetriebene Debatten darüber, ob und wie wir diese Innovationen nutzen wollen. Regierungen, Unternehmen und Bürger müssen das Thema besser verstehen, um Vorteile und Risiken abwägen zu können“.

45 Prozent der Krankheitslast könnten dank BioTech besser bekämpft werden

Die Corona-Pandemie habe die positiven Entwicklungen im BioTech-Bereich deutlich gezeigt: Wissenschaftler sequenzierten und veröffentlichten das Genom des Coronavirus innerhalb weniger Wochen nach seiner Identifizierung, während es 2003 noch Monate gedauert hatte, bis das damalige SARS-Virus sequenziert wurde. Im Gesundheitswesen wird es nach Einschätzung der MGI-Studie in den nächsten Jahren zu erheblichen Fortschritten in der Behandlung von Krankheiten wie Krebs kommen. Dazu Evers: „Es wurden Gentherapien zugelassen, die einige schwere Krankheiten heilen können. Mindestens 45 Prozent der weltweiten Krankheitslast könnten medizinisch erfolgreicher bekämpft werden“. Neben Krebs- sowie Gen- und Zelltherapien gehören dazu beispielsweise Technologien, um Menschen mit Behinderung, die etwa Prothesen benötigen, bessere Hilfsmittel anzubieten.

Anwendung auch in Landwirtschaft, Konsumgüterbereich und Materialproduktion

Neben dem Gesundheitswesen wurden in der Studie BioTech-Anwendungsbeispiele in drei weiteren Bereichen durchleuchtet. In der Landwirtschaft könnten BioTech-Innovationen laut MGI etwa dabei helfen, Pflanzen resistenter gegen Dürre zu machen. Proteine aus dem Labor könnten häufiger als bisher den Fleischkonsum durch Ersatzstoffe reduzieren. Im Konsumgüterbereich könnten demnach u.a. Kosmetik- und Pflegeangebote spezifischer und individueller auf die tatsächlichen Kundenbedürfnisse zugeschnitten werden. Und in der Materialproduktion im Chemie- und Energiebereich könnte der CO2-Ausstoß durch den Einsatz biologisch basierter Fermentierungsprozesse, nachhaltiger Biomaterialen oder Biokraftstoffe bis 2050 gegenüber heute um sieben bis neun Prozent gesenkt werden. Generell könnten die weltweiten Roh- und Ausgangsstoffe demnach künftig zu 60 Prozent biologisch erzeugt werden. Derzeit liegt der Wert bei einem Drittel. Rund 30 Prozent der Ausgaben für Forschung & -Entwicklung des Privatsektors entfallen momentan laut MGI weltweit bereits auf biologische Branchen.

⇒ Zusammenfassung der Studie

⇒ Die komplette Studie

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