Autonomes Fahren: „Der Transformationsprozess wird gerne ausgeblendet“

Karin Tausz, Programmleiterin Autonomes Fahren der Schweizer Bundesbahnen (SBB), spricht im Interview über die Herausforderungen des künftigen "Mischverkehrs" aus herkömmlichen und selbstfahrenden Autos.
/autonomes-fahren-der-transformationsprozess-wird-gerne-ausgeblendet/

Zusammenfassung aus

Zusammenfassung ein

autonomes Fahren
(c) SBB: Karin Tausz leitet das Pionierprojekt "Autonomes Fahren" der Schweizer Bundesbahnen.
kooperation
Der Summary Modus bietet einen raschen
Überblick und regt zum Lesen mehrerer
Artikel an. Der Artikeltext wird AI-basiert
zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

Beim „IoT-Forum CE“, das am 16./17. Mai 2018 in Wien geht es unter anderem um die Zukunft der Mobilität. Die Schweizer Bundesbahnen führen derzeit ein Pilot-Projekt im Bereich autonomes Fahren durch, über dessen Hintergründe Karin Tausz berichten wird.

+++ 40 Unternehmen mit über 1.000 selbstfahrenden Autos auf den Straßen +++


In der Stadt Zug testet die SBB seit zwei Monaten einen selbstfahrenden Shuttle-Bus, noch ohne Passagiere. Wie entwickelt sich das Projekt?

Die Fahrzeuge, die wir einsetzen, sind alles Prototypen ohne breite Zulassung. Das bedeutet, dass jeder Umbau, jeder technische Test, in jedem Land, indem ein Fahrzeug zum Einsatz kommt, neu beurteilt werden muss. Aktuell geht es noch darum, dass die Fahrzeuge ihre Streckenführung kennen lernen. Da kann jeder Ast, der in die Straße ragt, ein anfängliches Hindernis darstellen, und auch Baustellen die entlang einer Strecke temporär auftreten können, müssen gemeistert werden. Erst wenn die jeweilige Strecke vom Fahrzeug haargenau erkannt wird, geht es in die nächste Phase. Aber das dauert, wenn man z.B. an eine normale Kreuzung denkt: Jedes Mal, wenn man dort hin fährt, gibt es neue Bedingungen durch immer wieder neue Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.

Auf welche Technologien, auf wessen Entwicklungen greifen sie zurück?

Wir setzen auf die französische Firma EasyMile, deren Fahrzeuge vom Hersteller Ligier gefertigt werden. Deren Technologien sind sehr weit fortgeschritten. Es geht ja u.a. um eine sehr schnelle Datenverarbeitung aus den eingesetzten verschiedenen Sensoren (Kamera, Lidar, Radar..) – je schneller das Fahrzeug fährt, desto mehr Leistung braucht es in dieser Hinsicht. Unsere Fahrzeuge könnten mit 40 bis 45 km/h fahren, aber das nutzen wir längst noch nicht aus. Derzeit bewegen sie sich mit etwa zehn km/h. Zwar wären bis zu 30 km/h zugelassen, aber wenn es einmal einen Unfall gäbe, dann wäre das gesamte Projekt gefährdet – egal, ob das autonome Fahrzeug der Verursacher ist, oder nicht. Daher wird die Geschwindigkeit erst Schritt für Schritt im Laufe des Projekts erhöht werden.

„Wie überall in Europa ist aber auch bei uns derzeit vorgeschrieben, dass stets ein Sicherheitsfahrer mit an Bord ist.“

Wie reagieren die Passanten, wie gehen Medien mit dem Pilotprojekt „Autonomes Fahren“ der SBB um?

Derzeit ist es für die Leute natürlich eine Novität, wir sind ja nicht im Silicon Valley. Sie sind neugierig und interessiert, reagieren überwiegend positiv und laut Umfragen mit einer hohen Akzeptanz der neuen Technologien. Aber es herrscht auch Unsicherheit – allein deswegen, weil man mit einem menschlichen Fahrer reden könnte, wenn man sich in der Stadt nicht auskennt. Wie das künftig gelöst würde, beschäftigt die Menschen natürlich. Wie überall in Europa ist aber auch bei uns derzeit vorgeschrieben, dass stets ein Sicherheitsfahrer mit an Bord ist, der in schwierigen Situationen auf manuell umschalten kann. Dabei muss es nicht um eine Unfallgefahr gehen. Es reicht schon, wenn ein Mülltransporter minutenlang stehen bleibt und das autonome Fahrzeug das Hindernis zwar erkennt, aber nicht selbst daran vorbei lenken, sondern einfach abwarten würde.

Wann rechnen Sie damit, dass selbstfahrende Autos massentauglich werden?

Es ist schwer voraus zu sagen, wann die Technologien serienreif wird. Zum einen müssen die Produktionskosten deutlich gesenkt werden, weiters gibt es aktuell einfach zu viele Fragen betreffend die Sicherheit und auch der möglichen Regulation dieser neuen Verkehrsteilnehmer. Offen ist auch, ob sich die bestehenden Infrastrukturen an autonome Fahrzeuge anpassen werden, oder ob es umgekehrt passiert. Signifikante Auswirkungen auf das Verkehrsverhalten durch autonome Fahrzeuge wird es wohl nicht vor 2030 geben. Bis dahin denke ich eher an einen eingeschränkten Einsatz etwa auf klar definierten Strecken z.B. im Rahmen eines Flughafen-Transfers.

„Wir reden in Zukunft von einem ‚Mischverkehr‘ aus klassischen und autonomen Fahrzeugen, dessen Organisation eine große Herausforderung darstellt.“

Und wie sieht es mit privaten Nutzern aus?

Was nicht passieren sollte ist, dass großflächig herkömmliche Autos durch autonome Fahrzeuge ausgetauscht werden. Da würde mir eine verkehrs- und umweltpolitische Komponente stark abgehen. Ich glaube aber nicht, dass der Markt alles richten wird. Bedarf an autonomen Fahrzeugen gibt es vor allem in Städten, und dort werden sich Visionen entwickeln, um durch autonomes Fahren die Lebensqualität zu steigern, indem die gesamte Zahl der Fahrzeuge sinkt, Stehzeiten verringert werden und die Einzelauslastung steigt – Stichwort: Car-Sharing.

Dieser Austausch würde aber, wenn, dann auch nicht von heute auf morgen geschehen…

Richtig, bei der Diskussion um autonomes Fahren wird der Transformationsprozess gerne ausgeblendet. Auch in Zukunft werden wir hoffentlich Fußgänger und Radfahrer haben, und klassische Fahrzeuge werden ebenso unterwegs sein, wie die dazu stoßenden Selbstfahrer. Wir reden also von einem „Mischverkehr“, dessen Organisation eine große Herausforderung darstellt. Natürlich könnte man sagen, wenn alle Geräte und Verkehrsteilnehmer miteinander vernetzt sind, haben wir ohne Ampeln einen maximalen Sicherheitsfaktor. Aber im Mischverkehr wird das nicht der Fall sein. Die Chancen für autonomes Fahren sehe ich v.a. bei Anbietern von Mobilitäts-Services sowie bei Kundinnen und Kunden, die einen besonderen Bedarf haben – etwa aufgrund altersbedingter Einschränkungen.

⇒ Zur Page des Unternehmens

die Redaktion

Startup Executive Academy: Alles, was man als Early-Stage-Startup wissen muss

In der dreimonatigen, internationalen Startup Executive Academy von Silicon Castles lernen Early-Stage-Startups, wie sie ihr Business vorantreiben.
/startup-executive-academy/
Startup Executive Academy
Zuvor fand die Startup Executive Academy offline statt, nun wird sie online durchgeführt. (c) Silicon Castles
sponsored

Die Startup Executive Academy (SEA) ist ein internationales, drei-monatiges Go-to-Market Programm für Führungskräfte und GründerInnen von Early-Stage Technologie-Startups, das jährlich seit 2017 stattfindet. Dieses Jahr wird die SEA20 Online erstmals online durchgeführt. Organisiert wird die SEA20 Online von Silicon Castles, einem Strategic Business Accelerator aus Salzburg.

Ziel der SEA ist es, dich als Teilnehmer/In mit neuen Fähigkeiten und Wissen auszustatten, das dich bereit macht, dein Startup auf ein neues Level zu bringen. Die Inhalte, vermittelt durch eine hochkarätige Faculty aus Wirtschaft und der akademischen Welt, sind stark praxisorientiert und optimal auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Startups abgestimmt. Geleitet wird die SEA Faculty von Prof. Baba Shiv von der Stanford Graduate School of Business und Andreas Spechtler, dem CEO von Silicon Castles.

Stage 1 – Oktober

Woche 1-2: Online Business Challenge Assessment

Während eines Video-Calls mit dir und deinen Mitarbeiter/innen wird das Silicon Castles Team und ein SEA Faculty Mitglied die aktuellen Herausforderung(en) deines Startups identifizieren. Darauf aufbauend  bekommt ihr Empfehlungen dazu, welche Themen ihr intern diskutieren und vorbereiten solltet, um optimal von der Teilnahme bei der SEA20 Online zu profitieren.

Woche 3: Triff deine SEA20 Online Gruppe

Basierend auf den Ergebnissen des Online Business Challenge Assessment wirst du einer Gruppe von Startups zugeteilt. Die Gruppenmitglieder unterstützen sich gegenseitig im Lernprozess und bei den Vorbereitungen für die Live Online Sessions.

Stage 2 – November

(c) Silicon Castles

Woche 4: SEA20 Online – Business Model & Strategy I & Storytelling

An jedem Montag der kommenden vier Wochen bekommst du nun Zugang zu Videos und anderen Unterlagen und Übungen, mit denen du dich auf die Live Online Sessions am darauffolgenden Samstagnachmittag vorbereiten kannst. Zwischen den Live Online Sessions hast du die Möglichkeit, dir individuelles Feedback von ausgewählten SEA Faculty Mitgliedern in privaten 1:1 Video-Calls einzuholen.

Prof. Baba Shiv beginnt die erste Woche dieser Stage 2 mit dem Business Model Canvas (BMC), einem erprobten, visuellen Werkzeug, das dir beim Entwickeln und Verfeinern deiner Geschäftsstrategie hilft. In den Vorbereitungsvideos wird Baba die einzelnen Teile des Canvas beleuchten, die übrige Woche nutzt du, um eigenständig dein BMC zu erstellen oder upzudaten. Während der zwei Live Online Sessions zu Business Model & Strategy werden die Herausforderungen, die du möglicherweise beim Erstellen des BMC hattest, sowie der optimale Einsatz des Canvas als Werkzeug, beleuchtet.

Die zweite Session der Woche wird von Marketing-Expertin Catherine Ogilvie unterrichtet. Catherine ist Gründungsmitglied von Napster und ehemalige Marketing-Führungskraft in großen Firmen wie Dolby. Sie wird dich beim Erstellen eins überzeugenden und authentischen Messagings leiten, die das Grundgerüst für deine interne und externe Kommunikationsstrategie bildet. Als Vorbereitung für die Session wirst du dein eigenes Marketing Canvas mithilfe der Videos gestalten.

Woche 5: SEA20 Online – Business Model & Strategy II & Value Proposition

Nach dem zweiten Teil von Business Model & Strategy geht es mit der Value Proposition Session von Prof. Baba Shiv weiter. In dieser Session wirst du ein Verständnis für die Mechanismen des instinktiven Gehirns bekommen, das einen großen Teil der menschlichen Entscheidungen und Handlungen beeinflusst, die nicht nur automatisch, sondern häufig unbewusst ablaufen. Du wirst lernen, wie du diese Information nutzen kannst, um Lösungen zu entdecken und zu gestalten, die das instinktive Gehirn ansprechen, um dann Value Propositions für diese instinktiven Lösungen zu erstellen.

Woche 6: SEA20 Online – Pricing, Sales & Negotiation

In Woche 6 wird Maciej Kraus, VC und ehemaliger PWC Global Pricing Head, der bereits an über 100 globalen Preisgestaltungsprojekten beteiligt war, dich zuerst mit den verschiedenen Preisgestaltungstrategien und Taktiken vertraut machen. Dazu zählen Preisbildung in umkämpften Märkten, Nachfrageschätzung, Preisdiskriminierung, und Preisgestaltung innovativer Produkte. Als Vorbereitung auf die Session wirst du dein eigenes Pricing Canvas erstellen.

Das Thema Sales wird gemeinsam von Andreas Spechtler, CEO von Silicon Castles und ehemaliger Präsident von Dolby International, und Mahesh Sundaram, CCO von Authentic Vision und ehemaliger VP Worldwide Sales und Customer Support von Immersion Corporation, vorgestellt. Zusammen haben die beiden über 500 Deals in allen Ecken der Welt erfolgreich abgeschlossen und werden die Erfahrungen, die sie dabei gesammelt haben, teilen, sowie weitverbreitete Irrglauben und Best Practices im Technologievertrieb aufklären.

Um erfolgreich zu verkaufen ist Verhandlungsgeschick gefragt. Dafür ist Christian Dreyer der Experte. Er ist Ex-McKinsey Berater und Unternehmer mit über 30 Jahren Erfahrung. Was braucht es um ein/e gute/r Verhandler/in zu sein? Wie treibe ich meine eigenen Interessen voran, ohne mein Gegenüber zu befremden? Wie reagiere ich, wenn mein Gegenüber auf einmal nicht mehr fair spielt?

(c) Silicon Castles

Woche 7: SEA20 Online – Investors

In der letzten Woche der Stage 2 geht es zuerst um Investoren – ein höchst relevantes, aber auch gefürchtetes Thema für viele Startups. Pascal Levensohn, Senior Managing Director von Dolby Family Ventures und ein wahrer Silicon Valley Veteran, wird dir die verschiedenen Arten von Investoren näherbringen, und erklären, wie und wann man sie anspricht.

Am 29. November, dem letzten Tag der Stage 2, findet der SEA CIRCLE Tag statt. Der SEA CIRCLE ist das Alumninetzwerk der Academy und umfasst 40+ Startups. An diesem Tag finden sich alle ehemaligen und aktuellen SEA Teilnehmer virtuell zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, wie jede/r mit der Covid-Krise umgegangen ist. Anschließend hast du bei einem Live Pitch Commentary die Möglichkeit, in den Kopf eines VCs einzutauchen und damit deinen eigenen Pitch zu verbessern. Nach einer Keynote von Prof. Baba Shiv endet der Tag mit einer offenen Q&A Session mit allen SEA Faculty Mitgliedern.

Stage 3 – Dezember & 2021

Woche 8-9: Online Faculty Mentoring

So, du hast viel gelernt während der SEA20 Online und brennst darauf, das alles umzusetzen und damit dein Startup auf das nächste Level zu bringen! Veränderungen zu implementieren kann unglaublich lohnend sein, aber ist meistens auch mit einigen Hürden verbunden. Ausgewählte SEA Faculty Mitglieder und das Silicon Castles Team werden dir bei diesem Prozess zur Seite stehen und dich während eines Mentoring Calls beraten.

Jänner 2021 und darüber hinaus: SEA CIRCLE Sessions

Ab Jänner 2021 wird sich der SEA CIRCLE und die SEA Faculty einmal im Monat zu einer online SEA CIRLE Session treffen, bei der neue Startup-Themen im Fokus stehen – erweitere deinen Wissensstand und deine Fähigkeiten und hole dir Rat und Feedback von der SEA Faculty!

Interessiert? Anmelden für die SEA20 Online kann man sich bis Ende August. Mehr Infos zum Programm, der Faculty und den Kosten findest du auf hier. Bei weiteren Fragen schicke einfach eine E-Mail an [email protected]

Redaktionstipps
Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.
Möchtest du in Zukunft mehr von diesen Artikeln lesen?

Dann melde dich für unseren Newsletter an!

Leselisten zum Schmökern

Neueste Nachrichten

Summary Modus

Autonomes Fahren: „Der Transformationsprozess wird gerne ausgeblendet“

Es gibt neue Nachrichten

Auch interessant