Hannah Wundsam als CXO: AustrianStartups erweitert auf Doppelspitze

Hannah Wundsam ist mit dem Nachhaltigkeits-Startup RePhil selbst Gründerin und war unter anderem an der WU für Entrepreneurship Avenue und das Student Innovation Center (SIC), sowie bei Impact Hub tätig. Bei AustrianStartups übernimmt sie nun das operative Management.
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AustrianStartups: Markus Raunig (CEO) und Hannah Wundsam (CXO) bilden die neue Doppelspitze
(c) AustrianStartups: Markus Raunig (CEO) und Hannah Wundsam (CXO) bilden die neue Doppelspitze.
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„Wir sind in den vergangenen Jahren nicht nur strukturell, sondern auch von den Aufgabengebieten noch einmal massiv gewachsen. Dementsprechend gilt es jetzt auch personell nachzulegen. Mit Hannah Wundsam haben wir nun eine wirklich starke und höchstqualifizierte neue Kraft an Bord geholt, die mich gerade im operativen Management tatkräftig unterstützen wird“, schreibt AustrianStartups CEO Markus Raunig in einer Aussendung. In der neuen Doppelspitze der heimischen Startup-Plattform wird Wundsam als CXO (Chief Experience Officer) das operative Management übernehmen. Raunig soll sich verstärkt „strategischen Schwerpunkten“ widmen.

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Hannah Wundsam: Gründerin mit einschlägiger Erfahrung

Mit ihren 24 Jahren kann Hannah Wundsam bereits eine beachtliche Vita mit Startup-Bezug vorweisen. Mit RePhil ist sie Mitgründerin eines eigenen Nachhaltigkeits-Startups (Teilnehmer im weXelerate Batch 5), das sie neben der neuen Tätigkeit weiter betreiben wird. Einschlägige Erfahrungen hat sie auch an der WU im Aufbau der Entrepreneurship Avenue und des Student Innovation Center (SIC), bei Impact Hub, Playroom und Activate! gesammelt.

Neuer Nachhaltigkeitsfokus bei AustrianStartups

Neben der Übernahme des gesamten Projekt- und Volunteer-Managements soll Wundsam bei AustrianStartups auch ihren Fokus auf die Themen Impact und Nachhaltigkeit in einem neuen Projekt umsetzen – der Initiative Circle17. Dabei handelt es sich um eine mehrteilige Eventserie mit Hackathons und Matchmaking für Projekte, die auf die Sustainable Development Goals der UNO abzielen. Es ginge dabei darum, dass „nachhaltige Transformation bei uns selbst, der Gesellschaft und der Art wie wir Wirtschaft leben und gestalten, beginnt“, so die neue CXO.

Markus Raunig auf Fundraising-Tour

Markus Raunig beschreibt seine neuen Aufgaben so: „Bei mir steht zukünftig vor allem die strategische Ebene im Vordergrund. Einerseits geht’s da darum, eine nachhaltige Finanzierung für ein professionelles und zukunftsfittes AustrianStartups aufzustellen – dafür werde ich in den nächsten Monaten viele Gespräche mit Stiftungen, Unternehmen und Menschen führen, die unsere Vision für ein unternehmerisches Österreich teilen. Anderseits werde ich weiterhin als Entrepreneurship-Botschafter unterwegs sein, um in Keynotes, Panels, Workshops und co. Menschen zum Gründen zu motivieren, sowie politische Entscheidungsträger bei der Umsetzung zukunftsweisender Politik zu beraten. Und zu guter Letzt gibt es da ein unglaublich spannendes neues Aktivitätsfeld im Bildungsbereich, das wir nächstes Jahr bei AustrianStartups aufbauen werden und derzeit viel grundlegende Arbeit erfordert.“

⇒ Zur AustrianStartups-Page

⇒ Zu Circle17

Redaktionstipps

Dominik Perlaki

Health Hub Vienna Meetup: Daten-Frage als Hemmschuh für Startup-Collaboration

Freundlich im Ton - hart in der Sache: Beim gestrigen Health Hub Meetup wurde klar, warum Startup-Collaboration im Gesundheitsbereich eine besondere Herausforderung ist.
/health-hub-vienna-meetup-daten/
In den zweiten Durchgang des HealthTech Accelerators von INiTS und UNIQA - Health Hub Vienna - wurden elf Startups aufgenommen. Health Hub Vienna Meetup
(c) INiTS: 2018 gestartet hilft der Health Hub Vienna HealthTech-Startups

Die Zielsetzung des vor mittlerweile fast drei Jahren von Uniqa und INiTS gestarteten Health Hub Vienna war und ist klar: Innovative Startups im Gesundheitssektor unterstützen – mit einem Accelerator-Programm im Kern. Dazu holte man sich von Beginn an eine ganze Reihe an Partnern aus dem gesamten Spektrum des Gesundheitsbereichs an Bord: Von Pharma-Konzernen über diverse öffentliche und teilöffentliche Institutionen und Verbände bis hin zu zahlreichen Unis und Hochschulen. Viele davon waren auch beim gestrigen Health Hub Vienna Meetup vertreten.

Weiterhin hohe Einstiegshürden für HealthTech-Startups

Im Rahmen der Initiative ist der Schulterschluss also schon einmal gegeben, über den innovative Startup-Lösungen für das Gesundheitssystem effizienter ausgerollt werden sollen. Doch auch nach dem Corona-Jahr 2020, das gesamtgesellschaftlich einen enormen Digitalisierungsboost brachte, bleibt eine Feststellung aktuell: HealthTech-Startups haben besonders große Einstiegshürden, um in den Markt zu gelangen.

Das wurde beim Health Hub Vienna Meetup bereits klar, als Health Hub Community Managerin Sabria Lagoun zu Beginn den Stand der Dinge im Startup-Programm beschrieb. „Wir wollen als neutrale Plattform für Open Innovation Startup-Lösungen testen und verbreiten. Wir wollen die Pilotprojekte so schnell wie möglich off the ground bekommen“, erklärt Lagoun. Man habe daher eine ganze Reihe von Mechanismen und Regeln, die für mehr Effizienz in dem Vorgang sorgen sollen. Eine davon ist die „Austria-Readyness“, also die Konformität der Startup-Lösung mit den rechtlichen Bedingungen in Österreich, als Voraussetzung.

Rollout Spital für Spital

Doch auch wenn diese rechtliche Hürde beseitigt ist, ist die Frage des Rollouts noch nicht geklärt. Wenn mit der HealthTech-Lösung direkt Gesundheitspersonal adressiert wird, muss der Markt oftmals in langsamen Schritten Spital für Spital erschlossen wird. Und eine neue Roland Berger-Studie zeige: Nur eine sehr kleine Zahl von heimischen Krankenhäusern arbeitet mit Startups zusammen, gibt Lagoun zu bedenken.

Eines der Startups, dass schon einige Spitäler als Kunden gewinnen konnte, ist Health Hub Alumnus ThinkSono aus dem Vereinigten Königreich. Mit seiner AI-Lösung, die auch nicht-spezialisiertem Gesundheitspersonal Ultraschall-Untersuchungen ermöglicht, müsse ihm erfahrungsgemäß vor allem eines gelingen, um Neukunden zu überzeugen, erklärt CEO Fouad Noor in seiner Keynote: „Man muss den Benefit der Technologie klar machen – nicht nur für die Patienten sondern vor allem auch finanziell für die einzelnen Spitäler“.

Podium beim Health Hub Vienna Meetup: Daten-Frage steht zwischen Privaten und Öffentlichen

Der Health Hub Vienna soll als Zusammenschluss freilich dafür sorgen, dass genau dieser umständliche Sales-Prozess abgekürzt wird, indem große Partner den Startups zur Hilfe kommen. Doch dass hier weitere Hürden warten, wurde beim gestrigen Health Hub Vienna Meetup bei einer von Irene Fialka moderierten Panel-Diskussion unter dem Titel „How to Really Benefit Doctors and Care Workforce“ klar.

Denn auch wenn die Diskutanten, Sarah Walters, Österreich-Präsidentin des Pharma-Konzerns Astra Zeneca, Sozialversicherungs-Chef Martin Brunninger, MedUni Wien-Professor und Programmdirektor Telemedizin und E-Health, Alexander Gaiger, und Ulrich Mühlner, Co-Founder des Startups docdok.health freundlich im Ton waren, zeigten sich klare Auffassungsunterschiede.

Im Zentrum stand dabei ein Thema, dass im Gesundheitsbereich generell viel Diskussionsstoff bietet: Daten. So schwärmt Astra Zeneca-Chefin Walters von der Möglichkeit, mit digitalen Lösungen Daten zu sammeln, etwa Audio-Aufnahmen von Asthma-Patienten im Schlaf. Die Skepsis verfliege hier meist schnell: „Ärzte sehen bald die Vorteile und die Patienten folgen ihnen bei Akzeptanz digitaler Tools“, so Walters. Auch Startup-Gründer Ulrich Mühlner erklärt seine neue App, die etwaige Nebenwirkungen der Corona-Impfung über das Sammeln und Auswerten von Patientendaten aufspüren soll.

Uni-Professor Alexander Gaiger stellt hingegen klar: „Ich würde prinzipiell medizinische Apps von privaten Anbietern nur nutzen, wenn sie von öffentlichen Anbietern, Sozialversicherung etc. zertifiziert sind“. Besonders wichtig sei, dass die Daten gut geschützt sind: „Sie dürfen nicht bei privaten Unternehmen liegen“. Auch Martin Brunninger will die Daten nicht bei Privaten sehen. So werde von den Sozialversicherungen etwa bald eine eigene Video-Consultation-Lösung gelauncht, damit die Daten nicht den Weg über Unternehmen gehen. Mühlner beschwichtigt in seinem Fall: „Wir sind ein Facilitator. Nicht wir besitzen die Daten, sondern die Ärzte bekommen sie, um etwas daraus zu machen“.

Und letztlich stimmen auch Gaiger und Brunninger zu, dass die Mechanismen zum Rollout von Startup-Innovationen noch verbessert werden müssen. Während Gaiger einen „Innovation Market Place“ im Sinne des Health Hub als „hilfreich“ ansieht, gesteht Brunninger: „Was wir wirklich besser machen müssen ist, dass Unternehmen mit Innovationen kommen können und es einen Dialog gibt“. Hier müsse man von guten Systemen weltweit lernen.

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