Vom Kleinkindalter an wird von einem immer nur das Beste abverlangt. Und die Konkurrenz ist groß! Im Kindergarten gibt es andere, die besser mit Bausteinen umgehen können, in der Volksschule begreift der Nachbar die Matherechnungen zuerst- vom Gymnasium ganz zu schweigen. Im Berufsleben ist überhaupt jeder Tag ein Wettbewerb. Kein Wunder also, dass sich viele zu Perfektionisten entwickeln, um aus der Menge zu stechen.

Selbstverständlich möchte man auch gerne glauben, dass Perfektion der Schlüssel zum Erfolg ist. Einige aufstrebende Menschen, auch Businessfrau Martha Stewart, haben sich in der Vergangenheit als solche geoutet. Ihr Argument: Erst das Streben nach dem Besten, hat zu ihrem Erfolg geführt.

In einem Interview mit Talkmasterin Oprah Winfrey, sagt Stewart: „Ich bin eine wahnsinnige Perfektionistin. Und wäre ich dies nicht, hätte ich auch nicht die Firma aufgebaut“

Man sollte vorsichtig sein, denn es mag zwar sein, dass ein wenig Perfektion an der ein oder anderen Stelle nicht schaden kann, doch oft kann gerade diese Eigenschaft dem Erfolg im Weg stehen! Vor allem, wenn sie zur Besessenheit wird. Autor Martin Antony (“When Perfect isn’t good enough”) warnt etwa vor den Schattenseiten, die sogar die persönliche und berufliche Entwicklung verhindern können.

Aber, was genau ist so schlecht an dieser Eigenschaft?

  1. Perfektionisten meiden Risiko

Menschen, die immer alles in Perfektion machen müssen, neigen dazu, sich hohe (gar unrealistische) Ziele zu stecken, um sich dann im Arbeitsprozess zu verlieren. Es kann soweit gehen, dass sie nicht und nicht fertig werden, immer eine neue Kleinigkeit zum Korrigieren und Nacharbeiten finden, sowie extremen Versagensängsten ausgesetzt sind.

„Viele Menschen setzen sich hohe Ziele und wenn Dinge nicht funktionieren, sind sie enttäuscht – ein paar Stunden, einen Tag lang vielleicht, aber sie machen weiter“, meint Antony. “Perfektionisten hingegen schaffen es nicht, loszulassen und definieren sich darüber, ob sie die unglaublich hoch gesteckten Ziele erreichen.”

Das geht soweit, dass sie vor lauter Angst paralysiert sind und immer risikoscheuer werden. Sie probieren auch nichts aus, weil sie sich ungern auf neues Terrain begeben und können sich daher gar nicht weiter entwickeln.

  1. Sie sind unflexibel

Wer heute erfolgreich sein will, muss sich spontanen Veränderungen flexibel anpassen. Etwas, worauf sich penible Menschen nicht einlassen können. Klar, glaubt dieser doch, dass es nur den einen richtigen oder falschen Weg geben kann. Darunter leider wiederum die Kreativität – vom Innovationsgrad der Arbeit mal abgesehen! Entrepreneur-Spirit sieht anders aus.

  1. Perfektionisten verlieren sich im Erstellungsprozess

“Wenn du immer wieder und wieder nachkontrollieren must, ob alles perfek ist, bist du weniger produktiv”, so Antony. Ein Report kann absolut super aussehen: ohne dem kleinsten Tippfehler und mit den schönsten Grafiken. Aber wenn er nicht in der Zeit fertig gestellt wurde, oder der Prozess seiner Erstellung, der Grund ist, weshalb andere wichtige Sachen liegen geblieben sind, ist dies für das Unternehmen nicht förderlich.

  1. Perfektion ist ein Beziehungs-Killer

Oft gehen Perfektionisten davon aus, dass ihre Kollegen und Mitmenschen gleich hohe Anforderungen an sich stellen. Dies kann zu Spannungen innerhalb des Büros führen, wenn sich Mitarbeiter überfordert fühlen – oder einfach nicht gebraucht. Und wieso diese Eigenschaft obendrauf noch ein Beziehungskiller sein kann, muss an dieser Stelle nicht näher beleuchtet werden.

Darum: Lieber einen kühlen Kopf bewahren. Es muss nicht immer alles perfekt sein.

 

Quelle: Entrepreneur