Bereits in der Schule programmierten die beiden Jimdo-Gründer Fridtjof Detzner und Christian Springub Websites und betrieben eine kleine Internetagentur. Da sie allerdings noch zu jung waren, um den Beruf ausüben zu dürfen, mussten die Eltern helfen: „Sie mussten das Gewerbe anmelden weil wir noch minderjährig waren.“ Bereits damals nervte die Kinder das mühsame Programmieren und die ewig langen Codes. „Wir wollten beim Editieren sofort sehen, wie es hinterher aussieht“, meinen sie heute.

Der Rest ist Geschichte. Am Bauernhof der Eltern von Detzner wurde schließlich nach dem Abi das erste Büro “bezogen” und dort begannen sie an der ersten Version von Jimdo zu arbeiten – Jimdo, das ist eine Plattform, auf der man per Baukastensystem Webseiten erstellen kann. In wenigen Schritten und ohne Vorkenntnisse kann auf der Online Plattform jeder kostenlose Webseiten erstellen.

Damals wurden die Nächte durchgearbeitet, um am nächsten Tag mit der Mutter zu frühstücken, bevor es für ein paar Stunden ins Bett ging. Inzwischen war auch der Dritte im Bunde, Matthias Henze dazu gekommen. Jener Gründer, den der Brutkasten bereits auf der NOAH-Konferenz in Berlin kennengelernt hat. Auf der NOAH fragte er in den vollen Zuhörersaal im Berliner Tempodrom: “Wer von Euch hat schon einmal Jimdo verwendet?”- und nur wenige Hände blieben unten. Der Erfolg gibt den Junggründern recht: Über 15 Millionen Webseiten wurden weltweit bereits mit Jimdo erstellt. Wenige Stunden vor der NOAH gaben die drei auch ein Investment von US-Venture Capital Spectrum in der Höhe von 25 Millionen Euro bekannt.

Ihr Angebot ist inzwischen in neun Sprachen nutzbar. Heute befinden sich Büros in in Hamburg, San Francisco und Tokio. Jimdo zählt zu den Marktführern der Branche.

„Wer eine Homepage braucht, kommt an Jimdo nicht vorbei“, meinen die Experten des Deutschen Gründerpreises, die auch die „Kreativität, Innovationsbereitschaft und Professionalität der Gründer“ lobten. Die drei erhalten daher den Deutschen Gründerpreis 2015 in der Kategorie “Aufsteiger”.

Die Junggründer haben Jimdo bis jetzt mit wenig externem Kapital aufgebaut: “Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Jimdo mit lediglich 500.000 Euro Fremdkapital so weit aufgebaut zu haben”, so Matthias Henze in einem früheren Interview.

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