Viele Startups wünschen sich, ohne Risiko internationale Luft schnuppern zu dürfen. Die Wirtschaftsagentur Wien ermöglicht genau das mit dem „Vienna Startup Welcome Package“. Derzeit verbringen fünf internationale Startups im Rahmen des Programms einen dreimonatigen Aufenthalt in Wien. „Wir zahlen die Reisekosten, das Wohnen, einen Co-Working Space bei Sektor 5, ein Coaching und auch das Ticket fürs Pioneers-Festival“, erklärt Gabriele Tatzberger, Leiterin Startup Services der Wirtschaftsagentur Wien. Bei den Startups kommt das Angebot sehr gut an und einige überlegen bereits, sich hier niederzulassen.

Der „perfekte“ und lebenswerteste Standort

„Wir dachten, Wien sei der perfekte Standort für uns und haben uns einfach beworben“, sagt Sarah Shim, Gründerin von „My Music Taste“. Das südkoreanische Startup will mit einer Crowd-Plattform für Musikerinnen, Musiker und Fans nach Europa expandieren: „Wien liegt zentral und bietet sich deshalb perfekt an“. Shim gefällt es hier mittlerweile so gut, dass sie sogar überlegt, mit dem offiziellen Europa-Start wieder zu kommen um in Wien zu leben. Auch Orlando Remédios ist begeistert: „Allein, dass euer Umweltministerium „Ministerium für ein lebenswertes Österreich“ heißt, sagt alles über die Lebensqualität im Land“. Remédios ist Mitgründer des portugiesischen Internet of Things-Startups Sensefinity

Networking zwischen Ost und West

Besonders wichtig für die jungen internationalen Unternehmen ist der Aufbau eines Netzwerkes. „Viele suchen noch Kontakte und Investoren“, meint Tatzberger. Deshalb veranstaltete die Wirtschaftsagentur Wien auch einen Pitch-Day, zu dem Investorinnen, Unternehmer, Business Angels und  und Förderstellen geladen waren. „Wir haben ein paar sehr gute Kontakte aus der Med-Tech-Area kennengelernt und ich sehe großes und gutes Potential für uns in Wien ein Business aufzumachen“, sagt Andrew Kapy von AxoSuits, das medizinrobotische Anzüge herstellt.

Die Startups schätzen auch die Brückenfunktion Wiens zwischen West- und Osteuropa: „Keine andere westeuropäische Stadt liegt so nahe an unserer Heimat Rumänien wie Wien. Die geographische Lage macht den entscheidenden Unterschied“, meint Kapy. Remédios stimmt zu: „Wien funktioniert sehr gut als Verbindungsplattform zwischen West und Osteuropa. Wir hatten schon Kontakte mit einem Inkubator aus Tschechien und wir hoffen, dass künftig auch andere osteuropäische Länder an unseren Produkten interessiert sind“.

Geheimtipp Wien besser als Berlin

Mohamed Fakihi, Gründer und CEO von eMunicipality, pendelt mit seinem Startup derzeit zwischen Berlin und Wien, um in den deutschsprachigen Raum zu expandieren und hat den Vergleich: „In Wien ist es verglichen zu Berlin einfacher die richtigen Human-Ressources und Leute mit dem nötigen Know-how zu finden. Die Konkurrenz ist schlichtweg noch nicht so groß wie in Berlin, wo es bereits so viele Startups gibt“. Das bulgarische Jungunternehmen digitalisiert Behördenwege und sieht Wien als perfekten Testmarkt: „Die Behörden sind hier sehr groß“.

Welcome-Package 2016 mit Pioneers

Während für eMunicipality, Axo Suits, Sensefinity und My Music Taste die Zeit des Startup Welcome Packages bald wieder vorüber ist, läuft bei der Wirtschaftsagentur Wien bereits die Vorbereitung für die nächste Package-Phase 2016. Derzeit läuft die Bewerbung um diesmal 10 Plätze, die gemeinsam mit Pioneers vergeben werden. Im Mai werden die Gewinnerinnen und Gewinner beim Pioneers Festival präsentiert.

Alle Infos zum Package: www.viennabusinessagency.at/welcomepackage