Siegfried der Drachentöter, eine Sagenfigur, die auch im Nibelungenlied vorkommt, benutzt einen magischen Tarnmantel wie auch Harry Potter, Zauberschüler in Hogwarts, der aus der Fantasy-Reihe der englischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling entsprungen ist. Schon seit je her fasziniert die Vorstellung, sich unerkannt von einem Ort zum anderen bewegen zu können. US-Forscher der University of California in Berkeley haben nun einen Mantel entwickelt, der diesen Traum Wirklichkeit werden lässt.

Dabei sind sie nicht die einzigen, die in diesem Gebiet forschen: Ältere Varianten waren allerdings eher noch unausgereift. Die Arbeitsgruppe rund um Xiang Zhang hat nun den bisher eindrucksvollsten Tarnmantel in einem Arbeitspapier vorgestellt. Die “perfekte Illusion” wurde bisher nur erreicht, wenn der Gegenstand aus einem bestimmten Winkel anvisiert wurde – wechselte man die Perspektive, ging der Effekt verloren.

© Roy Kaltschmidt: Die Entwickler Yuan Wang, Zi Jing Wong and Xiang Zhang von links nach recht.

© Roy Kaltschmidt: Die US-Forscher Yuan Wang, Zi Jing Wong and Xiang Zhang (von links). 

Die dünne Materialschicht kann auch unregelmäßig geformte Objekte unsichtbar machen. Und der Mantel könnte sogar in größeren Mengen hergestellt werden und größere Objekte ummanteln – also auch einen Menschen. Bisherige Modelle waren sperrig und für eine große Produktion eher nicht tauglich – Zhangs Manntel hingegen ist dünn und schmiegt sich an das Objekt.

Wie das funktioniert: Das Material ummantelt ein Objekt wie eine zweite Haut. Winzige Nanoantennen befinden sich auf dem Mantel und manipulieren Licht, das auf das Objekt trifft. Die Tarnkappe lenkt die Lichtwellen so ab, dass das darunter befindliche Objekt unsichtbar erscheint.

Im Video zeigt das Forscherteam das Verschwinden eines unregelmäßigen 3D Zylinders:

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