Wer beruflich viel unterwegs ist, weiß ein leeres Flugzeug zu schätzen: Keine übel riechenden Nachbarn, die Füße kann man ausstrecken und lange Wartezeiten beim Ein-und Aussteigen fallen ebenfalls weg. Manch Vielflieger wünscht sich vielleicht per Privatjet zu reisen. Dass dies in manchen Fällen sogar billiger sein kann, mag komisch klingen, ist vor allem bei Firmenreisen nicht unmöglich.

Ein Startup aus Wien macht damit Geld. Wenn acht Mitarbeiter eines Unternehmens beispielsweise in eine rumänische Stadt fliegen, wo es keinen Linienflug gibt, spart der Flug per Privatjet nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. “Charterscanner.com” heißt das Unternehmen, das die bisherige Zwischenstufe über Vermittler bzw. Broker ausschaltet. 1500 Kunden hat das Startup laut eigenen Angaben demnach – und das ein Jahr nach dem Startschuss. Etwas mehr als ein Drittel der Kunden sind Österreicher. Von den rund 200 europäischen Operators findet man bereits rund 90 Prozent auf Charterscanner.

Das Unternehmen kann bestätigen, dass Privatjets nicht nur von Reich und Schön gern benutzt werden, sondern sogar die Hälfte der gecharterten Learjets und Cessnas für Businessreisen benutzt wird. Denn Zeit ist Geld und auf dieses schauen Firmenchefs gerne. Aber auch die reichen Russen denken ähnlich: “Je mehr man hat, umso weniger möchte man ausgeben”, meint auch Gründer und CEO Vladislav Zenov. “Ich hatte früher beruflich mit dem russischen Chartermarkt zu tun und habe die Erfahrung gemacht, dass sehr viele Charterkunden unzufrieden sind”, darum habe er Charterscanner ins Leben gerufen.

Zenov war aufgefallen, dass es in dem Business keine Transparenz gibt. Die Aufschläge der Broker seien zwischen zehn und 30 Prozent gelegen und von der Nachfrage abhängig gewesen. Eine Liste, die für eine gewählte Destination alle Angebote der europäischen Bedarfsflug-Operators aufzeigt- wie etwa bei checkfelix oder swoodoo – gab es überhaupt nicht. Diese Marktlücke füllt Charterscanner nun mit seiner neuen App. Mit den Daten werde sehr vertraulich umgegangen und das Startup will überdies mit Schnelligkeit punkten: In zehn Minuten sind 10 bis 15 Angebote da-der Kunde entscheidet, ob er das Billigste nimmt oder mehr für Zusatzangebote wie Catering zahlen will.

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Der nächste Schritt ist die Expansion in die USA, aber auch China ist ein Thema-beide Märkte mit einem lokalen Partner; auch Investoren können sich noch beteiligen. Bisher habe Charterscanner alles mit privatem Kapital aufgebaut, wie Zenov sagt.

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Quelle, Bild © Charterscanner