Während einige Startups hinter der Registrierkassenpflicht das große Geschäft wittern, bieten zwei Linzer Gründerinnen ein kostenloses System an. Dahinter steckt ein schlauer Marketingschachzug für ihr eigentliches Produkt. 

Eine klassische Registrierkasse kann schnell mehrere hundert Euro oder sogar tausende Euro kosten. Ab 2016 ist sie für Unternehmer mit einem Jahresumsatz von mehr als 15.000 Euro und Barumsätzen von 7500 Euro verpflichtend. Einige österreichische Startups haben hier bereits ihre Chance gewittert und eine kostengünstigere und flexiblere Online-Lösung entwickelt: ready2order, 123bon, Orderbird. Sie alle müssen sich nun vielleicht warm anziehen. Zwei Linzerinnen haben ein Registrierkassensystem entwickelt, das sie kostenlos anbieten wollen.

Von der Terminvergabe zur Kasse

(c) Jasmina Rahmanovic. Stefanie Gerhofer und Carina Schmiedseder

(c) Jasmina Rahmanovic. Stefanie Gerhofer und Carina Schmiedseder

Stefanie Gerhofer und Carina Schmiedseder haben ursprünglich mit Offisy ein Startup gegründet, das eine Online-Software für die Terminvergabe bei Dienstleistern wie Friseuren oder Ärzten anbietet. Genau diese Zielgruppe sei aufgrund der Registrierkassen-Verordnung stark verunsichert. Offisy-Kunden hätten immer wieder ihre Sorgen geäußert, dass Registrierkassen zu teuer seien. Die bestehende Offisy-Software hat bereits eine Rechnungslegungs-Funktion, die nun lediglich ein wenig erweitert wird.

„Alle Rechnungslegungsvorschriften werden dabei erfüllt“, heißt es in einer Aussendung. Das Paket umfasst eine Online-Rechnungsvorlage, ein Online-Rechnungstool mit integrierter Kundendatenbank sowie die Dokumentation der Rechnungen und Umsatzstatistiken. Für die Nutzung benötige man lediglich einen Computer oder ein Tablet, sowie einen Bon-Drucker, der künftig direkt bei Offisy bezogen werden kann.

Hält die Kasse, was sie verspricht?

Kostenlos soll die Lösung nicht nur für zahlende Kunden der Termin-Software sein, sondern für alle Interessierten. Und das sind naturgemäß viele – 1000 Registrierungen haben die beiden Linzerinnen bereits, die sich sicherheitshalber auch schon die Web-Adresse www.kostenlose-registrierkasse.at gesichert haben. “Das Telefon läutet ständig”, so die Gründerinnen. Ob das System hält, was es verspricht, steht allerdings erst im Dezember fest, wenn die erste Version verfügbar sein soll. Bis Jänner sollen dann Kinderkrankheiten ausgebügelt werden. Ob die kostenlose Lösung zum Start der Registrierkassenpflicht auch wirklich funktioniert, bleibt zu hoffen – ready2order-Gründer Markus Bernhart betont gerne, dass es nicht so einfach ist, ein solches System zu entwickeln und bei ihnen mehrere Jahre Entwicklungszeit dahinterstecken.