Neulich im Kiosk: “Bitte einmal den Artikel auf Seite 42 unten!” Was wie ein schlechter Witz klingt, ist seit heute Vormittag möglich. Online zumindest. Das Startup Pocketstory ist nämlich ab heute mit seiner Beta-Version an die Öffentlichkeit gegangen. Der erste Online-Kiosk für Print-Texte bietet einen Shop für Artikel aus hochwertigen Zeitungen, Zeitschriften sowie Büchern auf allen möglichen elektronischen Geräte.

Das könnte das Zeitungswesen revolutionieren, denn einzelne Artikel großer Medien wie DER SPIEGEL oder DIE ZEIT konnte man bisher nicht so einfach gebündelt per Klick kaufen. Das Startup aus Hamburg ist damit im deutschen Markt das erste Unternehmen mit einer solchen Idee.

Gründer Thorsten Höge über das Problem, das Pocketstory lösen will: “Die Lesegewohnheiten haben sich verändert, es bleibt immer weniger Zeit, ein ganzes Magazin zu lesen. Darauf reagieren wir mit Pocketstory und picken für unsere Nutzer die Rosinen aus Heften und Büchern. Der Leser bezahlt nur für das, was ihn wirklich interessiert. Wenn das nur ein einzelner Artikel ist, muss er nicht mehr den gesamten Titel kaufen”

Die digitalen Lesestücke kosten zwischen 0,39 bis 1,99 Euro. Fokus der Plattform liegt auf jenen Texte, die in Qualität und Länge überzeugen. Neben der Spiegelgruppe dabei sind etwa Die Zeit-Verlagsgruppe, “Technology Review”, “Berliner Zeitung”, aber auch Buchverlage wie Campus. “Wir bieten Verlagspartnern einen weiteren attraktiven und zukunftsgewandten Vertriebskanal für ihre redaktionellen Inhalte”, so Höge.

Das Angebot finanziert sich übrigens ausschließlich über Paid-Content und ist werbefrei. Die Bezahlung erfolgt über Bankeinzug.

Die Gründer von Pocketstory sind Heiko Hofer, Michael Leitl und Thorsten Höge, der auch als Geschäftsführer fungiert. Weitere Geschäftsführer und Gesellschafter sind der ehemalige “Spiegel Online”-Chefredakteur Dieter Degler und Anke Rippert, Geschäftsführerin des Verlags Inspiring Network.

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