Es sind zwei sehr unterschiedliche Situationen und doch sind sie sich so ähnlich: Mit dem Auto im Stau zu stehen und lange Ladezeiten beim Surfen können Menschen schnell auf die Palme bringen. Es scheint, als würden diese eigentlich harmlosen Situationen binnen Sekunden unverhältnismäßigen Ärger auslösen. Aber warum eigentlich? Der Hirnforscher Douglas Fields hat das Phänomen für sein Buch “Why We Snap: Understanding the Rage Circuit in Your Brain” untersucht und erklärt dem NewYork-Magazine seine Erkenntnisse.

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Wie ein Tier in einer Falle

Laut Fields ist es absolut menschlich, im Stau auf das Lenkrad zu schlagen oder bei langen Ladezeiten auf den Tisch zu hauen. Der Wissenschaftler zählt neun Schlüsselreize, die uns in kürzester Zeit die Beherrschung kosten. Es geht um jene Reize, die im Gehirn den Überlebensinstinkt ansprechen. Phänomene wie die Überreaktion auf langsames Internet oder Verkehrsstau ordnet Fields dem sogenannten “S trigger” zu.

Dieser Trigger tritt dann auf, wenn man unfreiwillig gestoppt oder zurückgehalten wird, vergleichbar einem Tier in einer Falle. Ein Tier würde in diesem Fall kämpfen bis es frei ist. Das sei der Grund, warum Warten im Stau oder auf das nächste YouTube-Video uns wütend macht. Weil Wut jene Emotion ist, die auf Kämpfe vorbereitet.

Emotion rationalisieren

Was kann man dagegen tun? Fields empfiehlt, die Emotion zu rationalisieren. Steckt man in einem Stau und wird gerade wütend, soll man sich vor Augen halten, dass der “S trigger” schuld ist und man nicht ernsthaft in einer Falle steckt. Die anderen acht Schlüsselreize, für die Menschen kämpfen würden, sind laut Fields Familie, Leib und Leben im Sinne physischer Bedrohungen, Beleidigungen im Sinne psychischer Gewalt, das Milieu, Freundschaft, Rangordnungen, überlebensnotwendige Ressourcen und Bedrohungen des eigenen Volkes.

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