Wie verschafft man den Menschen in Dritte-Welt-Ländern einen Internetzugang? Wie kann man die digitale Zensur von Diktaturen umgehen und wie kann man digitale Angriffe auf kritische Infrastrukturen verhindern? Mit solchen und ähnlichen großen Fragen soll sich der neue Tech-Inkubator Jigsaw von Google beschäftigen. Jigsaw geht aus dem ThinkTank Google Ideas hervor, der nun von Google gelöst direkt unter dem Dach des neuen Mutterkonzerns Alphabet agiert.

Google Ideas: Project Shield, uProxy und Password Alert

“Viele neue Internetnutzer kommen aus Gesellschaften, wo Zensur, Korruption und Gewalt zum Alltag gehören”, schreibt Alphabet-Vorstand Eric Schmidt in einem Medium.com-Beitrag zum Start von Jigsaw. Google Ideas wurde bereits 2010 ins Leben gerufen und hat Projekte wie Project Shield, uProxy und Password Alert ins Leben gerufen. Project Shield nutzt die Google-Infrastruktur, um DDoS-Attacken auf kleinere Websites, etwa von Aktivisten, abzumildern. uProxy soll Internetnutzern dabei helfen, die Internetzensur in Ländern wie China zu umgehen und Password Alert ist ein Schutz gegen Phishing. Zu den laufenden Projekten gehört etwa Investigative Dashboard, das bei der Aufdeckung von Korruption helfen soll.

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Ehemaliger Clinton-Berater bleibt Chef

Seit Beginn wird Google Ideas von Jared Cohen geleitet, der sich zuvor als Digital-Berater von Condoleezza Rice und Hillary Clinton einen Namen machte. Er wird auch unter dem neuen Namen Jigsaw die Fäden in der Hand behalten. Der Sitz der Alphabet-Tochter bleibt in New York. Jigsaw soll nicht nur eigene Projekte umsetzen, sondern auch als Inkubator fungieren. Ob und wie sich Startups auch aktiv bewerben können, ist noch unklar. Bisher gingen Projekte in der Regel aus der Zusammenarbeit mit Organisationen und Institutionen hervor.

Europäischer Startup-Fonds eingestellt

Google stellt heuer auch seinen Startup-Fonds Google Ventures auf neue Beine. Ende des vergangenen Jahres wurde der Europa-Ableger des Fonds geschlossen, um das Angebot zu zentralisieren und global agieren zu können. Google gab damals bekannt, vor allem in bereits weiter fortgeschrittene Startups investieren zu wollen.

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Zu Jigsaw

Eric Schmidt auf Medium.com