Das sich das Training auch positiv auf den Geist auswirkt, bestätigt auch der international bekannte deutsche Kardiologe und Sportmediziner Herbert Löllgen: “Regelmäßige körperliche Aktivität, es muss gar nicht einmal Sport sein, hat eine positive Wirkung.” Bewegung stärke die Widerstandskraft gegen Stress, dadurch könne man diesen besser bewältigen. “Es werden aber auch die kognitiven Fähigkeiten verbessert”, sagt Löllgen. Dadurch sei man leistungsfähiger.

Anti-Stress

“Manager sind generell stärker stressgefährdet als ihre Mitarbeiter. Stressbelastung lässt auch die Herzkranzgefäße anwachsen”, sagt der Arzt. “Wobei Stress allein nicht zu einer Erkrankung führt, er bringt nur das Fass zum Überlaufen.” Daher rät der Arzt gefährdeten Personen zu einer jährlichen Gesundenuntersuchung mit Herz-EKG.

Sport hilft wunderbar dabei, gesund zu bleiben: Schon 150 Minuten moderates körperliches Training pro Woche reichen für mehr berufliches Wohlgefühl. “Diese 150 Minuten soll man möglichst auf zwei bis drei Tage verteilen”, sagt der Kardiologe. Dadurch werde auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt – und zwar um 20 bis 25 Prozent.

Trainingsplan

Damit der Trainingsplan auch eingehalten wird, “muss man das Training als Termin eintragen”, sagt Löllgen. Was man trainiere, sei egal, Hauptsache, man bewege sich. “Laufen ist die effektivste Form, mit der ich in kurzer Zeit die größte Wirkung erziele”, sagt der Mediziner. Beim Radfahren müsse man doppelt so lang trainieren. Um im Arbeitsalltag fit zu bleiben, rät Löllgen Managern auch, bewusst Pausen einzulegen- drei bis vier pro Tag wären gut. Dabei gilt unbedingt: Tür zu und Telefon abstellen. Am effektivsten sei Autogenes Training, bei dem es in vier bis fünf Minuten zu Erholung und Entspannung komme. “Der Bergsteiger Reinhold Messner hat immer, wenn er einen Achttausender bestiegen hat, Pausen eingelegt für Autogenes Training und ist dann entspannter weitergegangen”, erzählt Löllgen. Wie kann man die richtigen Entspannungsübungen lernen? Der Experte empfiehlt eigene Trainingsstunden mit ausgebildeten Lehrkräften.

Leistungsfähigkeit

Gesundheit und Sport fördert die Leistungsfähigkeit: Was für Manager gilt, färbt natürlich auch auf die Mitarbeiter ab. Löllgen sieht einen Trend im betrieblichen Gesundheitswesen und in der Gesundheitsvorsorge. “Jeder Betrieb sollte seinen Mitarbeitern vermitteln”, sagt der Sportarzt, “dass sich Investitionen in die Gesundheit für einen Betrieb auszahlen.” In Deutschland werde darauf schon in großen Unternehmen geachtet, zum Beispiel bei Daimler oder VW, die Fitnessstudios für ihre Mitarbeiter bereitstellen.

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