Ob im Startup oder in der “old economy”- Firma, Mitarbeiter sollen da wie dort Begeisterungsfähigkeit mitbringen. Willibald Cernko, CEO der Bank Austria, und der junge Gründer Jakob Reiter sind sich bei der Podiumsdiskussion im Rahmen der Manageers Days in der Wiener Hofburg in vielen Punkten einig, unterscheiden sich jedoch in vielen Denk- und Herangehensweisen grundlegend. Sucht die Old Economy gar nach den falschen Mitarbeitern?

Geld macht in der einen Welt viel möglich, in der anderen ist es in erster Linie notwendig. Erfolgreich ist für den einen jemand, der etwas wagt. Für den anderen ist vor allem Spaß der Schlüssel zum Erfolg.

Jemanden wie Reiter würde Cernko vom Fleck weg engagieren. „Wir brauchen Leute, die bereits sind, das Unsichere anzunehmen. Was wir in der Old Economy tun, hat über weite Strecken mit Cost Cutting und Restrukturierung zu tun. Das prägt den Geist anders, als wenn man zwar eine kleinere Spielwiese hat, sich aber einbringen kann. In Startups wird ein Geist entwickelt, den wir in unseren Unternehmen gut gebrauchen könnten“, sagt Cernko. (Im Bild, links, © WB/Mayr)

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Doch wer wie Reiter tickt, gründet entweder selbst ein Unternehmen oder will in einem Start-up anheuern. Am Ende brauchen beide Welten einander. So sieht das Andreas Winiarski von Rocket Internet (Ein ausführlicher Bericht hier). Die Startup-Fabrik ist mittlerweile weltweit bekannt. Auf 50 Jobs, die das rasant wachsende Unternehmen pro Monat allein in Berlin schafft, bewerben sich 10.000 Kandidaten. Zehn neue Start-ups schickt Rocket Internet pro Jahr an den Start.

„In der klassischen Jobwelt wird versucht, den Mitarbeiter umzuschleifen“, meint Winiarski von Rocket Internet.

Die Problematik sieht Winiarski bei jenen Unternehmen, die versuchen, die Mitarbeiter umzuschleifen, statt zu fördern. Er rät den jungen Zuhörern im Saal, aufzupassen, wo man arbeiten und welche Kompromisse man eingehen will. Er jedenfalls sucht keine Mitarbeiter, die nur Ja sagen können. Eine gute Führungskraft muss für ihn vor allem ein guter Moderator sein.

„All das sind riesige Herausforderungen für die Unternehmen mit den glitzernden Namen an ihren Hochhausfassaden“, sagt Winiarski. Er hält einen Schulterschluss zwischen New und Old Economy für wichtig. „Wir müssen nicht alles anders machen. Auch die etablierte Unternehmenswelt ist in vielen Dingen sehr erfolgreich. Gleichzeitig wissen wir aber, dass nicht alles die Zukunft ist.“

Wahrscheinlich täte es old economy Unternehmen gut auf Mitarbeiter zu setzen, die frischen Wind in das Unternehmen bringen. Und das sind wahrscheinlich nicht die Jasager.

Quelle/tsb