Die Gründe, weshalb Menschen ihre Jobs aufgeben und ins Startup-Business einsteigen, sind vielzählig. Einige wollen ihr eigener Chef sein, anderen geht es mehr um die Kreativität. Bei Jochen Gschwandtner war es der “Drang, etwas zu tun, was Spaß macht”. Er tauschte fürs riskante Startup die lukrative Versicherungsbranche ein. Sein Unternehmen Blaue Olive vertreibt im Onlinehandel High-End-Mixer und Entsafter zur Herstellung gesundheitsfördernder Getränke.

“Ich hatte mich schon viele Jahre mit dem Thema Gesundheit beschäftigt”, resümiert Gschwandter, einer der Gründer der Blauen Olive. Mit seinem Co-Founder Dean Barnett möchte er mit Naturkosmetik auf Kaffeebasis durchstarten. 2013 gründeten sie in Linz das Gesundheits-Startup. Nun will das Startup expandieren und steigt mit einem Körperpeeling in den Kosmetikmarkt ein.

Das “Body Scrub” ist ein Nebenprodukt, auf das das Team der Blauen Olive beim Experimentieren mit entgiftenden Saftkuren gekommen ist. “Die Haut ist von der Entgiftung mitbetroffen, deshalb kam es bei den Testern der Saftkuren zu Hautreizungen”, sagt Gschwandtner. Auf dieser Erfahrung aufbauend, entwickelte das Team das Körperpeeling, dessen Hauptwirkstoff Fairtrade-Kaffee ist. Es soll Cellulite und Hautreizungen bekämpfen. Auch die getesteten Säfte sollen auf den Markt kommen, “aber erst zu einem späteren Zeitpunkt”, so Jochen Gschwandtner.

“Kaffeegenuss der anderen Art ist für uns der Einstieg in die Naturkosmetik”, sagt Burnett. “Wir verwenden ausschließlich Bio-und Fair-Trade-Rohstoffe”, ergänzt Gschwandtner. Dadurch soll sich das Produkt auf dem großen Markt der Schönheitsprodukte abheben.

Die Finanzierung der Expansion kann das Start-up großteils aus dem laufenden Cashflow stemmen, lediglich einen kleinen Teil der Infrastruktur finanziert das Austria Wirtschaftsservice (AWS). Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Gschwandtner mit einer Umsatzsteigerung von 200.000 € auf 700.000 €,davon sollen 50.000 € von “Body Scrub” bestritten werden. Außerdem will er von vier auf bis zu neun Mitarbeiter aufstocken. Vor allem in der Produktion gäbe es einen erhöhten Personalbedarf.

Allerdings machen dem Jungunternehmer dabei die hohe Steuerbelastung und die Sozialversicherungsbeiträge zu schaffen. “Die Sozialversicherungsbeiträge rütteln am Cashflow der Unternehmen”, so seine Kritik. Was einen erfolgreichen Startup-Gründer ausmacht? “Man muss von seiner Idee zu 100 Prozent überzeugt sein und darf sich nicht von seinen Plänen abbringen lassen”, sagt Gschwandtner, der auch an zukünftige Projekte denkt. Er will die Naturkosmetiksparte weiter ausbauen. Auch der Vertrieb soll ein zweites Standbein erhalten: 2016 will die Blaue Olive ihre ersten eigenen Laden eröffnen.

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