Bei der deutschen Casting-Show “Höhle der Löwen” dreht sich alles um Startups. Mit der Fernsehsendung erzielt der Sender Vox Traumquoten. Unternehmer bekommen dort die Möglichkeit, ihre Ideen vor Investoren zu pitchen und Investment zu bekommen. Im Hintergrund scheint es aber alles andere als gut zu laufen, denn angeblich haben einige der Gründer die zugesagte Finanzierung gar nicht bekommen.

Die Höhle der Löwen” ist das deutsche Pendant zur österreichischen Sendung “2 Minuten 2 Millionen“. Beide lehnen sich an das erfolgreiche BBC-Format “Dragon’s Den” an. Das Konzept dahinter: In der Castingshow präsentieren junge Gründerinnen und Gründer ihre innovativen Ideen vor einer Jury aus Investoren und werben um Kapital-Beteiligungen. Im Gegenzug geben sie Anteile an ihrem Unternehmen ab.

Am Ende der Show entscheidet die Expertenjury, ob und wie viel Geld sie in die jeweilige Teams investieren wollen. Meist beanspruchen die Löwen in der Staffel 2015 im Gegenzug Unternehmensanteile in Höhe von bis zu 60 Prozent, manchmal fordern sie sogar eine unmittelbare Gewinnbeteiligung am Absatz.

Insgesamt ein rundes TV-Format: Wirtschaftliche Zusammenhänge würden spannend, unterhaltsam und allgemein verständlich vermittelt, heißt es von der deutschen Industrie- und Handelskammer. Genau aus diesem Grund erhielt die Die Sendung “Höhle der Löwen” kürzlich den Ernst-Schneider Preis in der Kategorie “Innovation/Unterhaltungssendung”.

Gehen die Gewinner leer aus?

Dass sowohl von Investoren-Seite als auch vonseiten der Startups Deals nicht zustande kommen, sei normal, meint Magnus Enzmann von Vox.

Einen bitteren Beigeschmack gibt es dennoch: Was die Zuschauer nicht wissen, viele der zugesagten Deals platzen nach Ende der Show. Das Magazin “Gründerszene” berichtet auf seiner Webseite über insgesamt 18 Deals, die letztendlich nicht zum Abschluss gekommen sind. Grund: Die Parteien konnten sich im sogenannten Due Diligence (eine Risikoprüfung, die beim Kauf von Unternehmensbeteiligungen durchgeführt wird) nicht einigen.

Magnus Enzmann von Vox erklärte auf “BILD”-Nachfrage: “Bei jedem Deal, der in der Sendung gemacht wurde, waren sowohl die ,Löwen‘ als auch die Startups in diesem Moment absolut gewillt, einen Vertrag miteinander abzuschließen. Natürlich müssen im Anschluss aber noch die vertraglichen Details festgelegt werden. Dass in dieser Phase sowohl bei den Investoren als auch bei den Startups immer mal wieder Gründe auftauchen, die gegen eine Zusammenarbeit sprechen, ist in der Wirtschaftswelt ein normaler Vorgang und kommt so eben auch in ,Die Höhle der Löwen‘ vor.“

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© Bild: VOX/Stefan Gregorowius

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