3D-Druck: Die neue Zukunft der lokalen Produktion?

Mit der Weiterentwicklung des 3D-Drucks könnte sich schon bald eine Disruption der Güterherstellung anbahnen. Laut Oxford Economics werden durch diese Technologie 2040 die Hälfte aller "consumer goods" lokal produziert werden.
/3d-druck-lokale-produktion/

Zusammenfassung aus

Zusammenfassung ein

3D-Druck
(c) jean song / Fotolia.
analyse
Der Summary Modus bietet einen raschen
Überblick und regt zum Lesen mehrerer
Artikel an. Der Artikeltext wird AI-basiert
zusammengefasst mit der Unterstützung
des Linzer-Startups Apollo AI.

2014 schrieb das Handelsblatt, dass es nicht mehr lange dauere und der 3D-Drucker Einzug in den Haushalt finden werde. Die Erfindung des Ingenieurs Chuck Hull aus den 80er Jahren, die er damals Stereolithografie (Produkt, das schichtweise durch frei im Raum materialisierende Rasterpunkte aufgebaut wird) nannte, hat knappe vier Jahrzehnte später nicht, wie vor wenigen Jahren prognostiziert, das Private erobert. Doch im ökonomischen Bereich unseres Lebens hat der 3D-Druck spannende Entwicklungsrichtungen genommen, die es noch zu gehen gilt.

Wenn sich früher Fragen darum drehten, was alles druckbar sein wird, etwa Ersatzteile, Organe, oder Nahrung gegen den Welthunger, so wundert man sich heute, ob lokale Produktion die neue beziehungsweise alte Zukunft sein wird und damit dem Trend der Globalisierung eine Re-Lokalisierung entgegentritt.

+++ Xioneer: Wiener Startup mit weltweit erstem Hybrid-3D-Drucker +++

2040: Hälfte aller „consumer goods“ lokal produziert

„Im Prinzip geht es darum, nicht Produkte aus Massenfertigung um den Erdball zu schicken, sondern deren 3D-Daten, die dann lokal ‚on demand‘ mittels 3D-Druck hergestellt werden“, sagt Florian Mott, CEO von mything, einer Plattform, die internationale Produktdesigner und lokale 3D-Druckanbieter mit Kunden verbindet. Damit skizziert der Founder bereits einen Bereich, der „Near-Production-Trend“ genannt wird. Laut Oxford Economics werden 2040 die Hälfte aller „consumer goods“ lokal produziert werden.

„Weiters gibt es bereits konkrete Schritte und Investitionen von Unternehmen, die diesen Trend beschleunigen werden. So investiert UPS in ein internationales lokales 3D-Druck-Produktions-Netzwerk, um einen vorhergesagten 25 Prozent Rückgang im Bereich ‚Global Trade‘, was wiederum zu einem Rückgang im Global Shipping führt, auszugleichen“, führt Mott aus.

Vor allem mit Blick auf „mass customization“ würden in den nächsten Jahren kleine lokale 3D-Druck-Dienstleister entstehen und die „digital fabrication“ antreiben. „Ähnlich wie es früher Copyshops taten. Dies wird auch durch den derzeitigen Trend der Reurbanisierung beschleunigt und unterstützt diesen“, so Mott weiter. „Studien belegen das. Etwa nennt das ‚World Economic Forum‘ dies einen der Top 8-Trends zum Thema ‚Shopping in 2027‘. Wir stehen am Beginn einer disruptiven Veränderung wie Güter produziert und distribuiert werden. Der Schritt Produktdesign (international) wird von der Produktion (lokal) getrennt. Und das nicht nur räumlich, sondern auch hinsichtlich der Rolle der Beteiligten. Beide Schritte werden in Zukunft von zwei unabhängigen Playern abgewickelt.“

3D-Druck: negative Auswirkungen für Logistikbranche

Mott beginnt hier auf die Rahmenbedingungen einzugehen, die es braucht, damit das 3D-Druck-Business in den kommenden Jahren und Jahrzehnten reibungslos funktioniere. Er nennt ein Netzwerk, dass die „zwei Player“ mit dem Kunden nicht bloß zusammenführt, sondern auch zahlreiche Herausforderungen wie etwa Druckfähigkeitsüberprüfung, Lizenzthemen, Preiskalkulation oder Produktionsqualität löst, als Hauptkern für zukünftige gesellschaftliche Auswirkungen des 3D-Drucks.

Mit dieser Zukunftsmalerei stellt sich automatisch die Frage, was dies für den Import und Export bedeutet. „Mittel- bis langfristig wird die österreichische Exportwirtschaft von dieser Technologie profitieren, da wie gesagt die Stärken in Spezialisierung und Materialtechnik liegen, nicht in Massenware. Langfristig könnte es negative Auswirkungen auf die Logistikbranche geben. Aus diesem Grund beschäftigen sich große Logistikunternehmen heute schon intensiv mit Innovationen für die die ‚Last-Mile'“, sagt Matthias Grabner, Branchenmanager für Technology bei der Außenwirtschaft Austria.

„Enabler“ gesucht

Markus Kaltenbrunner, CEO von EVO-tech sieht es ähnlich, wenn er Kostensenkung, Lagerhaltung, On-Demand-Dienste und Umweltschutz als zukünftige Effekte in diesem Bereich nennt. „Es wird tatsächlich vor allem darum gehen, Daten zuerst Verfügung zu stellen. Jedoch muss man sich auch unter anderem folgenden Fragen widmen und sie klären: Welchen Gewerbeschein brauch ich? Wer übernimmt die Haftung und wie sieht es mit dem Urheberrecht aus?“, sagt er. Damit wirft er den Ideen eines „All-at-Home-3D-Druckers“ für Jedermann (vorerst) berechtigte Argumente entgegen und deutete damit das an, was Mott einen „Enabler“ nennt, den die 3D-Druck-Zukunft zuerst bringen muss, bevor sie in den eigenen vier Wänden heimisch werden kann. Jemanden, der Rahmenbedingungen schafft, um den ökonomischen Prozess zwischen Anbieter und Kunde auf ein Minimum von wenigen Stunden zu reduzieren.

Dieser Beitrag erschien in gedruckter Form im brutkasten Magazin #7 “Die Welt in 5 Jahren”

die Redaktion

Wo Top-Player aus dem VC-Bereich aus DACH und CEE sich treffen

Die AVCO Annual Conference am 8. Oktober findet dieses Jahr Corona-bedingt online statt. Top-Player aus dem VC- und PE-Bereich werden dabei auch die großen Fragen im Umgang mit der Krise beantworten. Das Leitthema der diesjährigen Konferenz lautet: "Managing the Crisis: The Role of Private Capital in Financing Innovation and Growth".
/avco-annual-conference-2020/
Hochkarätiges Speaker-Line-up bei der AVCO Annual Conference
Hochkarätiges Speaker-Line-up bei der AVCO Annual Conference
sponsored

Einmal im Jahr trifft sich das Who is Who aus Venture Capital und Private Equity im DACH und CEE-Raum. Dafür sorgt der heimische VC- und PE-Verband AVCO auch im Corona-Jahr 2020. Im Unterschied zu den Vorjahren findet die AVCO Annual Conference 2020 allerdings online statt. Und natürlich steht die Krise auch thematisch im Zentrum der eintägigen Konferenz am 8. Oktober. Das Leitthema lautet: „Managing the Crisis: The Role of Private Capital in Financing Innovation and Growth“.

Wie sind Investments in der Krise handzuhaben? Und welche weiteren Aspekte in Sachen Finanzierung stehen in der aktuellen Situation zur Diskussion? Das sind zwei Kernfragen der Konferenz. Zudem werden die Themen nachhaltige Investments und Company Building behandelt.

Hochkarätiges Line-up bei der AVCO Annual Conference

Das Line-up der Speaker bei der gänzlich auf englisch abgehaltenen Konferenz ist freilich hochkarätig. Unterstrichen wird das durch eine Eingangs-Video-Botschaft von Bundeskanzler Sebastian Kurz und die erste Keynote, die von Umwelt- und Innovationsministerin Leonore Gewessler gehalten wird. Unter den Top-Rednern ist auch Uli Grabenwarter, stellvertretender Direktor des Europäsichen Investitionsfonds, der in einer Panel-Diskussion der Fragen nachgehen wird, ob jetzt der beste Zeitpunkt zum investieren ist. Regina Hodits, Managing Partner bei Wellington Partners wird zur Frage „Wie gut gehen die Portfolio-Unternehmen mit der Krise um“ mit anderen VC-Vertretern sprechen.

TTTech-CEO Georg Kopetz wird bei einem Fireside Chat zum Thema „Vom Hightech-Startup zum Scaleup“ Fragen zum Thema Wachstum über Mitteleuropa hinaus beantworten. Und Adam Lessing, Board-Mitglied der LGT Bank wird zum Thema nachhaltige Investments diskutieren. Keynotes wird es unter anderem von der Kanzler-Beraterin Antonella Mei-Pochtler und vom ehemaligen Erste Group CEO Andreas Treichl geben, der das „neue Normal“ für die europäische Risikokapital-Branche besprechen wird.

Zahlreiche Formate und Networking-Möglichkeiten

Damit der Konferenz-Charakter mit seiner Vernetzungs-Funktion auch in der Online-Version der AVCO Annual Conference erhalten bleibt, wird eine Vielzahl an interaktiven Funktionen geboten. Es wird eine Hauptbühne, Podiumsdiskussionen, Schaukästen, Breakout-Sessions, eine Ausstellungshalle, Startup-Pitches, On-Demand-Inhalte, One-on-one-Gespräche, Video-Talks und weitere Vernetzungsmöglichkeiten für die Teilnehmer geben.

(c) AVCO: Das Foyer der virtuellen Konferenz

Vergünstigte Tickets für brutkasten-Leser

Die AVCO Annual Conference 2020 findet am 8. Oktober statt. Die virtuelle „Main Stage“ ist kostenlos zugänglich. Die hochkarätig-besetzten Breakout Sessions am Nachmittag sind kostenpflichtig. Die Anmeldung ist unter diesem Link möglich. Leserinnen und Leser des brutkasten erhalten mit dem Code „AVCO-Brutkasten“ eine Vergünstigung.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.
Möchtest du in Zukunft mehr von diesen Artikeln lesen?

Dann melde dich für unseren Newsletter an!

Leselisten zum Schmökern

Neueste Nachrichten

Summary Modus

3D-Druck: Die neue Zukunft der lokalen Produktion?

3D-Druck

3D-Druck: Die neue Zukunft der lokalen Produktion?

Es gibt neue Nachrichten

Auch interessant